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Das Eiswaffel-Patent

Am 13. Dezember 1903 brachte der von Italien in die USA eingewanderte Italo Marchiony seine Erfindung aufs Patentamt: Eine eingerollte Teigwaffel, in der Speiseeis verkauft werden kann. Seine Erfindung? Darüber streiten die Experten.

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Eine Eiswaffel für die Liebste
 
eiswaffelEine andere Geschichte besagt nämlich, der amerikanische Eisverkäufer Charles Menches hätte die Eiswaffel erfunden, um seine Angebetete zu beeindrucken. Das kam so: Menches war verliebt in Estelle Bordeaux, die Tochter eines Schaufelrad-Dampfer-Kapitäns. Als sie sich seinem Eisstand näherte entdeckte er bestürzt, dass er kein sauberes Tellerchen mehr parat hatte, um ihr ein Eis anbieten zu können.
 
So lief der einfallsreiche Kerl schnell zum Nachbarstand, an dem ein Syrer Waffeln anbot. Er kaufte ihm eine ab und füllte sie mit Estelles Lieblingseis. So hatte er nicht nur der Liebsten einen Dienst erwiesen, sondern auch noch eine neue Geschäftsidee entwickelt. Kurz darauf eröffnete Menches nämlich den ersten Eiscreme-Waffel-Großhandel in der Stadt Acron in Ohio.
 
Auch der Patentbesitzer Marchiony war das Tellerspülen leid gewesen. Sein Fruchteis, das er direkt von einer Schubkarre aus an den Mann brachte, fand nämlich reißenden Absatz. Ihm hatte nur noch die passende Verpackung gefehlt um seinen Gewinn zu optimieren.
 
Wer von beiden der wirkliche Erfinder war, oder ob sie nahezu zeitgleich dieselbe Idee hatten, bleibt ungewiss. Sicher ist jedoch, dass seither das Waffelhörnchen einen Siegeszug rund um die Welt angetreten hat, der immer noch anhält.
 
Ökologisch einwandfrei
 
nusseis_waffelBis heute stellt die Eiswaffel eine geniale Form der Verpackung dar – sie ist nicht nur schmackhaft und liegt gut in der Hand, auch aus ökologischer Sicht ist sie ideal, denn sie verursacht keinen Müll und muss nicht gespült werden.
 
Je nördlicher, desto eishungriger
 
Allerdings ist das Eis am Stiel heute beliebter als das im Waffelhörnchen. Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 664 Millionen Liter Eis verzehrt, pro Person also durchschnittlich 8,1 Liter. Das ist ein Liter mehr als 2003. Eis wird also immer gefragter. 81 Prozent der in Deutschland verzehrten kalten Süßigkeit wierden in Fabriken hergestellt, 16% in Eisdielen und Konditoreien und 3% entstehen im Softeis-Automaten.
 
 
eisverbrauch_europaErstaunlich ist die Verteilung des Eiskonsums innerhalb Europas. Ist man doch geneigt zu glauben, je heißer die Sommer, umso mehr Eis würde verzehrt – doch die Statistik zeigt, dass das ein Irrtum ist. In Finnland, Schweden und Dänemark ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Speiseeis doppelt so hoch wie in Italien, Spanien und Frankreich. Deutschland liegt nicht nur geografisch, sondern auch mengenmäßig im Mittelfeld.
 
Da sieht man es: Sommer ist, was in deinem Kopf passiert – oder anders ausgedrückt: Je größer die Sehnsucht nach Sommer, desto höher der Verbrauch von kühlendem Nachtisch.
 
Eismachen als Kunst
 
ital_eisTrotzdem: Die besten Eismacher sind bis heute Italiener. Die Rezepte ihrer fantasievollen Kreationen hüten sie als Familiengeheimnis, sind gute Gelatieri (sprich: dschelatieri) heutzutage doch angesehen wie Spitzenköche.
 
Luciana Polliotti, italienische Eis-Expertin erklärt, warum sie so begeistert ist von ihrem Lieblings-Lebensmittel: "Es ist wie das Leben, flüchtig. Du kannst es nicht festhalten, sondern nur im Augenblick genießen. Das finde ich so faszinierend am Eis."
 
 
Text: Liane Manseicher, 11.12.08; Fotos: Infografik Eisverbrauch in Europa: Lagouli: Dorothee Pilavas und Sonja Heller: GFDL; Nusseis in Waffel: Väsk: cc-by-sa; Erdbeereis in Waffel und Eismaschine: ElinorD: pd; Italienisches Eis in Theke: Alessio Damato: GFDL.


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