Ferdinand Sauerbruch, eine herausragende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Medizin, ist am 2.Juli 1951 gestorben. Ihm hat die Wissenschaft viel zu verdanken. Er entwickelte unter anderem eine bewegliche Hand-Prothese, und ermöglichte somit vielen Kriegsopfern ein halbwegs normales Leben.
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Der wohl bekannteste und umstrittenste deutsche Mediziner des 20. Jahrhunderts wurde am 3. Juli 1875 bei Wuppertal geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters, wuchs der kleine Ferdinand bei seinem Großvater in ärmlichen Verhältnissen auf. Weil er ein guter Schüler war, konnte er Medizin studieren. 1902 war er bereits Arzt.
Erste Erfolge
Die folgenden Jahre verbrachte er als Assistenzarzt in Breslau. Dort entwickete er ein bahnbrechendes neues Verfahren in der Lungenchirurgie. Sein "Druckdifferenzverfahren" lieferte die Grundlage für erfolgreiche Operationen bei geöffnetem Brustraum. Bis dato hatten die Patienten bei solchen Operationen in akuter Lebensgefahr geschwebt.
Die bewegbare Prothese
In den Jahren des ersten Weltkrieges gelang es Sauerbruch, der mittlerweile Professor war, neuartige Arm- und Beinprothesen zu entwickeln. Diese waren beweglich. Das heißt, wollte jemand mit der "Sauerbruch-Hand" ein Brötchen umfassen, konnte er die Finger nach eigenem Willen bewegen. Das war vorher nicht möglich gewesen.
Sauerbruch am Ziel
1927 war Sauerbruch am Höhepunkt seiner Karriere. "Der Lehrstuhl in Berlin ist in Deutschland die beste Stelle an die man gelangen kann", sagte er bei seiner Ernennung zum Direktor der Berliner Chirurgischen Klinik. Hier führte er komplizierte und riskante Operationen durch, die ihm weltweit größtes Ansehen einbrachten.
Fragwürdige politische Haltung
Während der düsteren Zeit des Nationalsozialismus verhielt sich Sauerbruch relativ ruhig. Man warf ihm vor, keinen wirklichen Widerstand geleistet zu haben. Viele meinten, er hätte es wagen können, denn die Nazis brauchten das Wissen des genialen Chirurgen. Sauerbruch kritisierte den NS-Staat zumeist nur im privatem Umfeld und unterstützte auch nur im Geheimen befreundete Juden.
Die letzten Jahre
Ferdinand Sauerbruch arbeitete bis 1949 als Chirurg weiter. Seine letzten Jahre waren von Krankheit überschattet. Am 2.Juli 1951, einen Tag vor seinem 76. Geburtstag starb er in Berlin.