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Finanziert wird der Preis von deutschen Unternehmen und Stiftungen. Bereits am 14. September dieses Jahres hat das Bundespräsidialamt die vier Projekte bekannt gegeben, deren Teilnehmer auf den begehrten Preis hoffen dürfen. Der Preisträger wird von einer unabhängigen Jury ausgesucht, die aus bedeutenden Vertretern der Wissenschaft und Wirtschaft zusammengesetzt ist. Die für den Preis nominierten Projekte kommen aus verschiedenen Forschungsrichtungen.
Der Zukunftspreis 2006 ging an Professor Stefan Hell. Er hat als Erster einen Weg gefunden, die 130 Jahre alte Abbesche Grenze im Fluoreszenzmikroskop, dem wichtigsten Mikroskop der biomedizinischen Forschung, zu überwinden. Seit dem 17. Jahrhundert steht das Lichtmikroskop wie kaum ein anderes Instrument für wissenschaftlichen Fortschritt. Die Lichtmikroskopie war der Schlüssel zu wichtigen Entdeckungen – insbesondere in der Biologie und der Medizin.
Wesentliche Aufgaben der modernen Biologie und Medizin sind die genaue Aufklärung zellulärer Vorgänge und die Nutzung der dabei gewonnenen Erkenntnisse für Therapien, Produkte oder Wirkstoffe. Laserstrahlen sind bevorzugte Werkzeuge der biomedizinischen Forschung: Sie dringen berührungslos in die Zelle ein, mit ihnen können Lebensvorgänge untersucht werden, ohne die Zelle selbst zu schädigen. Mit fokussierten Laserstrahlen lassen sich auch ganz gezielt Zellen aus Präparaten ausschneiden oder mikrochirurgische Eingriffe durchführen.
Die Projektpartner DaimlerChrysler und Bosch arbeiten seit vielen Jahren daran, das Autofahren bei Dunkelheit sicherer zu machen. Immerhin ist das Risiko, im Straßenverkehr schwer zu verunglücken, in der Dämmerung und bei Dunkelheit viel größer als tagsüber. Obwohl sich das durchschnittliche Verkehrsaufkommen in der Nacht auf ca. 15 bis 20 Prozent verringert, ereignet sich in dieser Zeit mehr als jeder dritte tödliche Verkehrsunfall.
Die Behandlung mit einem Hirnschrittmacher ist die Standardtherapie für Patienten mit schweren, medikamentös nicht behandelbaren Bewegungsstörungen wie bei Parkinson und essentiellem Tremor. Hierzu werden Elektroden in Hirngebiete implantiert, in denen die Nervenzellverbände krankhaft synchron aktiv sind. Durch eine elektrische Dauerreizung wird die Aktivität der Nervenzellen in den Zielgebieten massiv verändert und unterdrückt. Peter Tass und Volker Sturm haben einen neuartigen Hirnschrittmacher entwickelt, der deutlich schonender und effektiver den eigentlichen Krankheitsprozessen entgegenwirkt. Dadurch ergeben sich völlig neue Behandlungsmöglichkeiten für Bewegungsstörungen, Funktionsstörungen nach Schlaganfällen, Epilepsien und schwerste, anders nicht behandelbare psychiatrische Erkrankungen.