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Wissenschaft / Artikel

Wüstes Rosenheim

„...und die Erde war wüst und leer“ – so beginnt das Buch Genesis, das erste Buch der Bibel, das die Schöpfung der Erde beschreibt. Heute droht die Erde, immer wüster zu werden, denn die unfruchtbaren Gebiete breiten sich immer mehr aus.

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 Wenn man an „Wüste“ denkt,  fällt einem meist eine Sandwüste mit Dünen ein – die Sahara ist das Paradebeispiel dafür. Doch es gibt noch andere Arten: Fels- und Geröllwüsten (Fachwort Hammada), Kältewüsten und Salzwüsten.
 
Der Zahn der Zeit
 
Fels- und Geröllwüsten werden in einigen Millionen Jahren einmal zu Sandwüsten werden, wenn der Wind zerrieben hat. Arktis und Antarktis sind die Kältewüsten der Erde. Die Salzwüsten entstanden, als vor Millionen Jahren große Wassergebiete austrockneten. Beispiele für Salzwüsten findet man in Utah, USA, aber auch in Australien und Russland.
 

Der Salzsee Salar de Uyuni in Bolivien. Mit 12 000 km2 eine richtige Wüstengegend.
 
An all diesen Plätzen kann Leben nur sehr schwer oder, in Salzwüsten, gar nicht gedeihen. In Sandwüsten verdunstet im Jahr genauso viel oder mehr Wasser, als es regnet. Nur morgens steht Pflanzen und Tieren etwas Tau zur Verfügung. Einige Käfer setzen sich morgens auf den Gipfel einer Düne strecken ihren Hinterleib in die Höhe. Daran schlägt sich der wenige Tau des Morgens nieder. So haben die Tiere genug Wasser, um den Tag zu überstehen.
 
In manchen Gebieten der Sahara hat es seit 20 Jahren nicht mehr geregnet. Einzig Oasen sind grüne Tüpfel im grau und gelb der Wüste. Das sind die einzigen Stellen, an denen Grundwasser die Wüste in kleinem Umkreis etwas fruchtbar macht. 
 
Wüste eiskalt
 
 
Die Temperaturen klettern  tags auf bis zu 70 Grad Celsius, nachts dagegen können sogar Temperaturen unter Null Grad erreicht werden. Diese großen Unterschiede gibt es, weil einerseits der Sandboden kaum Wärme speichert. Die Hitze des Tages gibt er schnell wieder ab, sobald die Sonne untergegangen ist. Andererseits ist die Luftfeuchte in Wüsten sehr gering, es gibt also kaum Wolken. Normalerweise regulieren Wolken die Temperatur, weil sie die Sonneneinstrahlung blockieren und nachts die Abstrahlung von Wärme in den Weltraum verhindern.
 
Unter diesen Bedingungen müssen sich Tiere und Pflanzen Tricks einfallen lassen, um überleben zu können. Die klassische Wüstenpflanze, der Kaktus, speichert das seltene Regenwasser in seinem fleischigen Körper und kann so bis zu 10 Monate Dürre überstehen. Das Flughuhn in der Sahara hat sein Gelege weitab von Oasen, weil dort weniger Gefahren lauern. Um seine Küken mit Wasser zu versorgen, taucht es an einer Oase sein Bauchgefieder ins Wasser. Das saugt sich voll wie ein Schwamm, an dem sich die Küken dann laben können.
 
In 12 000 Jahren vom Wald zur Wüste
 
Auch wenn Wüsten heute sehr lebensfeindlich sind, waren sie vor vielen Jahren einmal fruchtbares Land. Die Sahara etwa war vor 12 000 Jahren noch mit dichtem Wald bewachsen. Was heute noch grün ist, kann also schnell unbewohnbar werden. Weil das so ist, und weil sich Wüstengegenden immer weiter ausdehnen, ha die UNESCO 2006 das „Internationale Jahr der Wüsten und Wüstenbildung“ ausgerufen.
 
In Rosenheim findet dazu im Lokschuppen eine Ausstellung „Die Wüste“ statt. Das ist der bayerische Beitrag zum UNESCO-Jahr. Dort erfahrt ihr viel über Wüsten, wie sie entstehen, wer mit welchen Tricks darin überleben kann und noch vieles mehr. In den Ferien gibt es für Kinder ein Extraprogramm. Die Ausstellung läuft bis 8. Oktober 2006.
 
Lokschuppen Rosenheim 
Rathausstr. 24
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9-18 Uhr
Sa, So 10-18 Uhr
http://www.wueste2006.de/
 
Die UNESCO zum Jahr der Wüste
 
Text: -jj- 31.3.2006 // Bilder: Salzwüste Herve Suaudeau, GFDL; Illustrationen (c) Tessloff Verlag
 


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