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Die Seidenstraße erstreckte sich zwischen dem 2. Jahrhundert. v. Chr. bis etwa ins Jahr 400 n. Chr. als wahres Routengeflecht in Ost-West-Richtung von China über das Tarimbecken bis nach Pakistan/Nordindien und an die Ostflanke des Römischen Reiches. Wie der Name schon sagt, wurde vor allem mit wertvollen Textilstoffen Handel getrieben. Die Ausstellung, die schon in Berlin zu sehen war und jetzt in Mannheim gezeigt wird, setzt aber schon zu einem weit früheren Zeitpunkt ein.
Dabei ist es schwer vorstellbar, dass die in Mannheim ausgestellten Relikte bis zu 4000 Jahre alt sind. Hier erfährst du vieles über längst vergangene Kulturen, die sich zwischen der Taklamakan-Wüste, dem Lop-Nur-See und dem Tianshan-Massiv angesiedelt hatten.Die Einblicke in die Lebenswelt der frühen Menschen überraschen dabei ebenso wie der ungewöhnlich gute Erhaltungszustand insbesondere der organischen Fundstücke. Das hängt mit den klimatischen Bedingungen in der Taklamakan-Wüste zusammen. Während bei uns in Europa zum Beispiel Feuchtigkeit Holz, Stoffe oder Lebensmittel im Laufe der Jahrtausende verrotten lässt, haben Salz und extreme Trockenheit dort alles, was du jetzt in Mannheim siehst, konserviert. Durch Dehydrierung (=Wasserentzung) wurden die organischen Materialien vor dem Vergehen bewahrt. So haben sich einzigartige Textilien ebenso erhalten wie Schmuckstücke, Werkzeuge, Gegenstände des täglichen Lebens und sogar Speisereste. All das vermittelt den Besuchern einen optisch sehr realistischen Eindruck dieser fernen Vergangenheit.
Dich erwarten überraschende Funde, darunter eine lebensgroße mit Luchshaut überzogene Holzpuppe, prächtige Textilien, Kurioses wie langnasige Holzmasken, der Fund aus einem Musikergrab oder auch Anrührendes wie die Mumie eines wenige Monate alten Babys, das liebevoll in weichen Wollstoff gebettet wurde. Viele der Fundstätten sind Gräber. Anschaulich wird zum Beispiel gezeigt, wie im Gräberfeld von Xiaohe in der Wüste Lop die Toten in Särgen bestattet wurden, die umgedrehten Booten gleichen.
Die aus China stammenden Seidentextilien, darunter auch Kleider, sind von hoher Qualität und kunstvoll gewebt, bestickt und bemalt. Eine große Besonderheit ist der Mann von Yingpan: Er trägt einen Kaftan aus feiner Wolle mit hellenistischen Webmustern, chinesische bestickte Seidenhosen und Filzstrümpfe, die mit Seide bezogen wurden, dazu eine weiße Totenmaske mit aufgemaltem Oberlippenbärtchen. Auch Teppichfragmente in leuchtenden Farben sind erhalten und ausgestellt.
Reiss-Engelhorn-Museen.