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Wissenschaft / Artikel

Europäischer Tag der Logopädie

Logopädie nennt man die Lehre von den Sprach- und Sprechstörungen sowie deren Behandlung. Sprach-, Sprech-und Stimmstörungen können verschiedene Ursachen haben und in allen Altersstufen auftreten.

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Ein paar Beispiele: Svenja kann mit dreieinhalb Jahren noch nicht mehr sagen als „Mama“ und „Papa“. Markus, 6 Jahre hat eine Stimme wie ein Reibeisen. Er leidet unter „Stimmknötchen“. Paul ist gerade ins Gymnasium gekommen und hat plötzlich angefangen, zu stottern. Herr Huber weiß zwar, was er möchte, aber er kann es nicht sagen. Seit seinem Schlaganfall bringt er die Worte durcheinander. Allen diese Leute kann eine Logopädin helfen.
 
Logopäden kümmern sich aber nicht nur um Menschen, die bereits Sprach- und Sprechprobleme haben, sondern setzen sich auch für die Vorbeugung solcher Erkrankungen ein. Zum Beispiel in Sprachförderprogrammen für Vorschulkinder oder Vorbeugung von Stimmstörungen bei Leuten, die in Sprechberufen arbeiten, also Lehrern, Rechtsanwälten, Radiomoderatoren oder auch Sängern.
 
Wie läuft das ab, wenn ich zur Logopädin gehe?
 
Wenn du zum Beispiel von deinem Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt zu einer Logopädin überwiesen wurdest, dann macht diese meist zu Beginn einen Test mit dir (keine Angst, hier geht es nicht um Noten). Sie möchte sehen, wo deine Probleme liegen, um dann eine geeignete Methode zu finden, die dir hilft.
 
 
Ein bis dreimal pro Woche (bei Stimmstörungen auch noch häufiger) bekommst du dann Termine bei der Logopädin. Mit Hilfe von Spielen und anderen Übungen trainiert ihr gemeinsam. Gelegentlich findet die Behandlung auch in Gruppen mit mehreren Kindern statt. Viele Übungen musst du auch zu Hause täglich durchführen. Deshalb werden deine Eltern genau informiert, um dir dabei zu helfen.
 
Übrigens: Je früher man bei einem Problem mit der Stimme oder der Sprache eine Logopädin aufsucht, umso besser. Zum einen sind die meisten Praxen sehr überlaufen und es dauert lange, bis man einen Termin bekommt, zum anderen kann es sein, dass sich bei einer länger andauernden Störung negative Begleiterscheinungen einschleichen.
 
Wenn man sich ein Bein gebrochen hat, geht man ja auch sofort zum Arzt und wartet nicht, bis die Knochen verkehrt zusammengewachsen sind, oder das andere Bein vor Überlastung auch noch Schäden bekommt.
 
Wie wird man Logopäde/in?
 
90% der in diesem Beruf arbeitenden Personen sind Frauen, daher wird in diesem Artikel die weibliche Form verwendet. Natürlich können auch Männer diesen Beruf erlernen.
 
Die Ausbildung zur Logopädin erfolgt in speziellen Fachschulen und dauert in der Regel drei Jahre, wobei die praktischen Elemente mehr als die Hälfte der Ausbildungszeit in Anspruch nehmen. Voraussetzung für eine Aufnahme sind die Volljährigkeit, Hauptschulabschluss und Berufsausbildung oder besser noch mittlere Reife oder Abitur. Bewerberinnen müssen normal gut hören können, die deutsche Sprache gut beherrschen und eine gesunde Stimme haben.
 
 
Während die Schulen für Logopädie sehr überlaufen sind und es schwierig ist, einen Platz zu bekommen, sind die Berufsaussichten für Logopädinnen sehr gut. Immer mehr Menschen benötigen logopädische Behandlung und es gibt derzeit noch nicht genug Logopädinnen in Deutschland.
 
Anlässlich des europäischen Tages der Logopädie bietet der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) am 6. März 2006 eine bundesweite Experten-Hotline zu Fragen rund um die kindliche Sprachentwicklung an.

Die Experten könnt ihr unter der zentralen Telefonnummer 0180 – 53 53 532 am 6. März 2006 zwischen 15.00 und 21.00 Uhr erreichen. (Ein Anruf kostet 12 Cent pro Minute).
 
Text: LM – 05.03.06, Foto: www.dbl-ev.de
 
 
 

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