Steht unser blauer Planet kurz vor dem Kollaps? Wenn wir auch in Zukunft so rücksichtslos leben, dann ja! Ob Holz, Lebensmittel oder Fisch - Die Menschen bedienen sich im Überfluss und geben kaum etwas zurück. Der „Welt-Erschöpfungstag“ soll darauf aufmerksam machen, dass es nicht ewig so weiter gehen kann.
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In diesem Jahr wurde der 23. September zum „Welt-Erschöpfungstag“ („Global Overshoot Day“) ausgerufen. Das bedeutet, dass wir zu diesem Termin alle weltweit nachwachsenden Rohstoffe aufgebraucht hatten, die uns für das gesamte Jahr zur Verfügung standen. In Deutschland sind wir sogar schon seit Mai im Minus. Nach nicht mal einem halben Jahr sind alle Kapazitäten für 2011 erschöpft.
Was bedeutet „overshoot“?
Das war nicht immer so. Über viele Jahrtausende lebte die Menschheit im Einklang mit der Natur. Es wurden maximal so viele Rohstoffe verbraucht wie bequem wieder erzeugt werden konnten. Der CO2-Ausstoß fiel bis zum Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 18. Jahrhunderts fast gar nicht ins Gewicht. Erst seit etwa 30 Jahren nimmt sich der Mensch mehr, als der Planet leisten kann (Weltverbrauch pro Jahr: Etwa 60.000 Tonnen Rohstoffe aus der Natur). Dieser „overshoot“ (ökologischer Fehlbetrag) wird jedes Jahr größer.
Wir leben „auf Pump“
Man muss sich das vorstellen wie bei einem Bankkonto: Obwohl das Konto leer ist, heben wir ab. Tag für Tag. Wir leben sozusagen „auf Pump“ und machen ökologische Schulden bei der Natur. Nur: sie ist nicht in der Lage uns ewig Kredite zu erteilen. Die Erde kann jährlich nur eine bestimmte Menge ihrer so genannten Biokapazität (= Rohstoffe) selbst wieder auffüllen. Aber irgendwann werden alle Reserven erschöpft sein.
Wie wird der Termin berechnet?
Das Konzept des „Welterschöpfungstages“ wurde 2007 von der englischen NEF (New Economic Foundation) entwickelt, um den drohenden Kollaps noch stärker ins Blickfeld zu rücken. Das Global Footprint Network mit Sitz in Kalifornien ist für die Errechnung des genauen Datums zuständig. Anhand präziser statistischer Daten wird der so genannte „ökologische Fußabdruck“ errechnet. Dieses Modell zeigt an, welche Spuren die Menschheit durch ihre Lebensweise hinterlässt.
Die Wissenschaftler müssen herausfinden, welche Land- und Meeresflächen wir brauchen, um die notwendigen Güter für ein Jahr zu produzieren und den entsprechenden Abfall zu entsorgen. Dieser Wert wir mit dem verglichen, was die Ökosysteme der Erde tatsächlich leisten können. Auch die Bevölkerungsentwicklung und das Kaufverhalten der Menschen weltweit spielen eine Rolle.
Wie sieht die Zukunft aus?
Besonders besorgniserregend: Etwa Dreiviertel der Menschen haben mit dem Konsum noch gar nicht richtig begonnen. Bisher sind vor allem Europa und Nordamerika für die Ausbeutung des Planeten verantwortlich, weil sie viel mehr verbrauchen als ihnen zusteht. Asien und Afrika haben dagegen noch ein großes Plus. Aber auch das könnte sich durch die boomende Wirtschaft in bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien bald ändern.
Seit 1970: CO2 Ausstoß mehr als verdoppelt
Einen besonders großen Anteil am „ökologischen Fußabdruck“ hat der so genannte „carbon footprint“. Durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas wird mehr CO2 freigesetzt als die Erdatmosphäre verkraften kann. Seit 1970 hat sich der CO2 Ausstoß mehr als verdoppelt und macht die Hälfte des „ökologischen Fußabdrucks“ aus.
Wie umweltverträglich lebst du?
Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, müssen wir die Notbremse ziehen und sparsamer mit den Ressourcen sein! Ihr möchtet wissen, wie groß euer eigener ökologischer Fußabdruck ist? Das könnt ihr hier überprüfen. Im Vergleich: Weltweit liegt er bei 2,7 Hektar pro Person und Jahr, in Deutschand bei 5,1. Das heißt Deutschland beansprucht zweieinhalb Mal mehr Biokapazität, als es selbst an Produktionsfläche zur Verfügung stellen kann.