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Samuel Colt schreibt Waffengeschichte

Vor 160 Jahren gründete Samuel Colt seine bis heute bestehende Firma. Seit Gründung produziert die Firma das nach Colt benannte „Schießeisen“. Bei der Entwicklung seines Revolvers baute er aber auf Technik auf, die andere vor ihm entwickelt hatten. Doch Colt ging neue Wege in der Produktion, lange vor Henry Ford entwickelte er eine Serienfertigung.

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Colt_Samuel.jpgSamuel Colt wurde am 19. Juli 1814 in Hartford, Connecticut, USA, geboren. Schon als Kind bastelte er gern und zerlegte Dinge und setzte sie wieder zusammen, unter anderem die Waffen seines Vaters. Er arbeitete zunächst in der Textilmühle seines Vaters und besuchte die örtliche Schule. Aber schon bald sehnte er sich nach größeren Abenteuern, als die Arbeit zu bieten hatte. Mit 15 heuerte er auf einem Schiff an und fuhr zur See.
 
Angeblich war es auf einem Schiff, als ihm die Idee zu seinem Revolver kam: Er betrachtete das große Steuerrad, mit dem das Segelschiff auf Kurs gehalten wurde und hatte die Eingebung, eine Waffe mit rotierendem Zylinder zu bauen.
 
„Pfefferstreuer“ als Vorläufer
 
Colt_Pepperbox.jpgDoch ähnliche Waffen gab es schon vorher. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen „Pepperbox“, also „Pfefferschachtel“ oder „Pfefferstreuer“ genannte Bündelrevolver auf den Markt. Dabei drehte sich ein Bündel von Läufen, die um eine Achse angeordnet waren.
 
Auch hatten andere schon vor Colt die Idee gehabt, eine einläufige Waffe mit sich drehendem Magazin zu bauen. Daher auch der Begriff Revolver: das ist lateinisch und heißt „sich um die eigene Achse drehend“. Artemus Wheeler meldete 1818 ein Patent in den USA darauf an, 1819 ließ sich Elisha Collier diese Idee in England patentieren.
 
Colt_Steinschloss.jpgDoch diese Waffen funktionierten noch mit dem unsicheren und störungsanfälligen Steinschloss. Dafür brauchte man Feuersteine und man musste mit zusätzlichen brennbaren Stoffen hantieren. Außerdem waren diese Waffen für die Armee der Vereinigten Staaten zu teuer.
 
Nicht der Erste, aber der Bessere
 
Samuel Colts Erfindung dagegen nutzte Patronen, in die der Zündmechanismus eingebaut war. Auch heutige Patronen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die Auslösung eines Schusses erfolgt rein mechanisch, indem ein Schlagbolzen die Treibladung einer Patrone auslöst.
 
Colts in Serie


Colt_Colt.jpgSamuel Colt erhielt für seine Entwicklung 1835 und 1836 die Patente für USA, England und Frankreich. Bei der Produktion setzte er auf das „System der austauschbaren Teile“. Das heißt, dass er den Zusammenbau eines Colts in einzelne Arbeitsschritte unterteilte. An jeder Fertigungsstation wurde ein standardisiertes Bauteil eingebaut. Damit war die Herstellung von Schusswaffen die erste Massenproduktion oder Serienfertigung, noch bevor Henry Ford dieses System auf die Herstellung von Fahrzeugen ausweitete.
 
So konnte Colt günstig produzieren. Im Lauf der Zeit rüstete er die Armee und unter anderem auch beide Bürgerkriegsparteien in Amerika aus und wurde so ein reicher Mann. Auch Wells&Fargo, die Postkutschencompany, eroberte den „Wilden Westen“ mit Hilfe des Colts.
 
Ruhe in Frieden?
 
Samuel Colt starb am 10 Januar 1862 in seinem Geburtsort Hartford in Connecticut. Seine Witwe führte die Firma weiter und produzierte unter anderem den „Peacemaker“, den „Friedenschaffer“. Die Waffe war darauf ausgelegt, dass man sie leichter bedienen und man insbesondere auch aus dem Sattel heraus schießen konnte: Solche Erleichterungen waren nötig, denn die ersten Colts wogen noch um die zwei Kilogramm und hatten Läufe von bis zu über 40 Zentimeter Länge.
 
Colt_Gatling.jpgÜbrigens:
Auch heute noch gibt es Waffen, die nach dem „Pepperbox“-Prinzip funktionieren: Die Hightech-Maschinengewehre moderner Kampfhubschrauber und Jets funktionieren danach. Solche schnellfeuernden Maschinengewehre mit rotierenden Läufen nennt man auch nach ihrem Erfinder „Gatling-Guns“. Einer der Vorteile ist, dass bei den bis zu 6000 Schuss, die pro Minute abgegeben werden, sich die Läufe nicht zu sehr aufheizen. Gefährliche Fehlzündungen werden so minimiert und es müssen keine Feuerpausen eingelegt werden.
 
Falls dich Amerika und der Wilde Westen interessieren, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 18: Der Wilde Westen oder in unseren WAS IST WAS-Band 42: Indianer
 
 
Text: -jj- 9.2.2007 // Samuel Colt: PD; Steinschloss Werner Hanauschka/PD; Colt: Dake/cc-by-sa; Gatling cc-by-sa
 


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