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Ritsch ratsch – Ein Zug und es ist vollbracht

Die Geschichte des Reißverschluss ist gar nicht so einfach erzählt. Der praktische Ritsch-ratsch-Apparat hat nämlich viele Väter und mehrere Geburtstage. Er wird 95 Jahre sagen die einen. Andere behaupten er wird am 19. August 115 Jahre alt. Ganz genau betrachtet, muss man schon ein paar Jahre früher beginnen. Denn bereits 1851 entwarf der Tüftler Elias Howe einen „Automatischen, ununterbrochenen Kleiderverschluss“, den er patentieren ließ. Allerdings funktionierte er nicht wirklich.

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Urvater des Reißverschluss
 
Bequemer und besser war da schon die Weiterentwicklung von Whitcomb Leonard Judson von 1893.
 
reiss22.jpgEr hatte sich mal wieder heftig darüber geärgert, dass er nur mit Mühe seine Schuhe zubinden konnte und suchte nach einer schnelleren Methode. Das Ergebnis war ein Schnellschluss- Verfahren, das er am 19. August 1893 zum Patent anmeldete. Der klangvolle Name: „Klemmöffner und Klemmschließer für Schuhe“.
 
Verschluss mit Macken
 
Die ersten Modelle funktionierten nicht so, wie sie sollten. Der Verschluss klemmte oder ging von selbst auf – und das immer zur unpassenden Zeit. Der Klemmöffner hatte so seine Macken, bis er sich nach und nach vom Schuh zu anderen Kleidungsstücken verlagerte.
 
Bereit zur Massenproduktionreiss12.jpg
 
Ein Durchbruch gelang erst 20 Jahre später mit einer Weiterentwicklung des in die USA ausgewanderten Schweden und Schwiegersohns Judsons, Gideon Sundback. 1913 brachte es der Aufreißer endlich zur Serienreife. Der Siegeszug des Reißverschluss konnte beginnen.
 
Schluss mit Haken und Ösen
 
Schnell entdeckten die Damenschneider den Zipper – wie der Reißverschluss im englischen heißt – für ihre Modelle. Frauen wollten den schnellen Verschluss statt der komplizierten Schnürmieder und auch das Militär bevorzugte Zipper statt Schnallen und Gurte. Aber wie funktioniert er eigentlich?
 
Hügel und Täler halten zusammen
 
Seit Sundbacks Weiterentwicklung hat sich an dem „Schnellöffner“ nicht viel verändert. Bis heute besteht er aus zwei biegsamen Stoffstreifen, an deren Seiten je eine Reihe mit Metall- oder Kunststoffzähnen und eine mit dazu passenden Vertiefungen befestigt ist.
 
Jeder Reißverschluss hat an der Oberseite einen kleinen Hügel und auf der Unterseite ein kleines Tal. Ein Schieber drückt die Haken zusammen. Der Hügel eines Hakens wird in das Tal des anderen gesteckt – immer abwechselnd. Ist der Schieber oben, ist die Jacke zu. Die Schienen des Schieber trennen die Haken sobald man ihn nach unten zieht, und der Reißverschluss ist wieder auf.
 
Weltweite Vermarktung
 
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es der Schweizer Tüftler und Unternehmer Martin Othmar Winterthaler, der den ersten wirklich reißfesten Ri(ppen)Ri(llen)-Reißverschluss weltweit vermarktete. Winterthaler nannte ihn kurz RiRi und machte ein Vermögen damit. Er hielt die Patente auf spezielle Produktionsmaschinen zur Herstellung seines Verschlusses. Heute ist die japanische Firma YKK weltweit der größte Entwickler und Hersteller des praktischen und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenkenden Verschlusses.
 
 
Mehr über Erfindungen, die die Welt veränderten, findet ihr im WAS IST WAS Band 35 Erfindungen.
 
 
 
 
Text: 15.8.03 / sw Bild: www.istock.com

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