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Technik / Artikel

Erste Luftpost im Flugzeug

Am 18. Februar 1911 wurde das erste Mal Luftpost in einem Flugzeug befördert. Doch die Geschichte der Flugpost beginnt schon mehr als 7000 Jahre früher.

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Taubenpost
 
Im Altertum nutzte man Brieftauben um Botschaften schnell über weite Strecken zu transportieren. Der erste Beleg davon stammt aus dem Jahr 5600 vor Christus. Ägyptische Könige und römische Feldherren verwendeten Brieftauben um z. B. die Krönung eines neuen Königs schnell bekannt zu machen oder im Kriegsfall Informationen rasch weiterzuleiten.
 
Im Mittelalter wurden Brieftauben im Orient und in Europa sehr geschätzt. In Ägypten gab es sogar eine staatliche Taubenpost.
 
Ballon2.jpgLuftpost im Ballon
 
1783 startete als erstes flugtaugliches Objekt der Heißluftballon der Gebrüder Montgolfičre. 1793 wurden die Ballons erstmals genutzt, um Briefe aus zwei belagerten französischen Festungen, Valencienne und Condé auszufliegen. Jedoch ohne Erfolg – die Gegner fingen die Post ab.
 
Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 / 1871 gelang ein solches Manöver besser. Paris war von den Deutschen belagert. Mithilfe von Heißluftballons wurden 2,5 Millionen Briefe und Postkarten über die feindlichen Linien hinweg in die unbesetzten Teile Frankreichs gebracht. Besonders geschickt: Brieftauben wurden gleich mit befördert und brachten dann die Antworten zurück nach Paris.
 
Bis etwa 1900 gab es gelegentlich Postzustellungen per Heißluftballon. Jedoch immer nur in Zusammenhang mit Flugschauen oder ähnlichen Veranstaltungen. Um die Luftpost gewerblich auszubauen hatten die Ballons einen entscheidenden Nachteil: Sie ließen sich nicht steuern.
 
Wright2.jpgDas Flugzeug der Gebrüder Wright
 
Briefbeförderung mit dem Flugzeug
 
Als sich die Gebrüder Wright 1903 zum ersten Mal mit ihrem motorisierten Flieger „Kitty Hawk“ in die Luft hoben, hatten sie wohl noch keine Briefe im Gepäck. Aber bereits 1909 luden zwei Flugzeuge in Italien Briefe ein.
 
Allerdings wurden diese in beiden Fällen wieder zum Ausgangsort zurückgebracht, da es sich nur um eine Flugschau und einen Rundflug handelte. Es ging also nicht darum, die Post zu befördern, sondern nur darum, postalische Beweise für Flugveranstaltungen zu besitzen.
 
Jubilaeumsmarke2.jpgBriefmarke zum 50. Jubiläum des ersten Postfluges
 
Briefe über dem Ganges
 
Auch die erste offizielle Postbeförderung fand im Rahmen eines besonderen Events statt: einer Industrie- und Landwirtschaftsausstellung in Allahabad im Norden Indiens. Im Dezember 1910 war ein zerlegter Doppeldecker aus Großbritannien mit dem Schiff nach Indien gebracht worden. Er sollte auf der Ausstellung vorgeführt werden.
 
Das dazugehörige Team bestand aus fünf Personen, zwei Piloten, zwei Mechanikern und dem Kommandeur Walter Windham. Der Pfarrer der christlichen Gemeinde von Allahabad fragte Windham, ob er Spenden für eine geplante Herberge sammeln könnte. Windham beschloss, bei dem Schauflug gegen Gebühr Briefe zu befördern und dieses Geld dann zu spenden.
 
Eine offizielle Briefmarke wurde gedruckt: „First Aerial Post, U.P. Exhibition Allahabad 1911“ stand darauf. Über 6000 Briefe und Postkarten kamen schließlich zusammen, die am 18. Februar 1911 bei dem kurzen Flug über den heiligen Fluss Ganges ins acht Kilometer entfernte Naini gebracht wurden. Schon nach 27 Minuten war der Flieger zurück in Allahabad.
 
Ein Jahr später, am 19. Mai 1912 fand der erste Postflug in Deutschland statt. Auch hier war nur eine kurze Strecke zu überwinden, von Mannheim nach Heidelberg. Die erste regelmäßig bediente Flugpoststrecke wurde erst 1918 in Österreich zwischen den Städten Wien, Krakau und Lemberg eingerichtet.
 
Weitere Daten in der Geschichte der Flugpost
 
6. Februar 1919: Die erste deutsche Luftpostlinie (Berlin – Weimar).
 
11. August 1920: Beginn der ersten Luftpost-Verbindung von Deutschland ins Ausland (Berlin - Warnemünde – Malmö / Schweden).
 
18. Juni 1928: Beginn der Nachtluftpost zwischen Stockholm und London.
 
3. Februar 1934: Start der regelmäßigen Transatlantikflugpost mit der Lufthansa nach Brasilien
 
6. Mai 1936: Regelmäßiger Flugpost-Transport mit dem Zeppelin "LZ 129 Hindenburg" nach New York. Letzte Zeppelin-Post im Oktober 1939 in Deutschland.
 
1939-1944: Luftfeldpost von Deutschland an die jeweiligen Kriegsfronten.
 
20. Oktober 1948: Wiederaufnahme des Luftpostdienstes in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
 
1948-1949: Die sowjetische Besatzungsmacht blockiert alle Zugänge nach Berlin. Per Luftbrücke wird die Stadt fast ein Jahr lang versorgt. Auch Briefe gelangen auf diesem Weg nach Berlin.
 
 
Hier könnt ihr euch alte Luftpostbriefe und –karten ansehen.
 
bd52neucover9.jpgIn der WAS IST WAS Reihe könnt ihr im Band 52 " Briefmarken" noch mehr über Luftpost und die dazugehörigen Postwertzeichen erfahren.







 
Text: LM – 09.02.06, Briefmarken Ballon und Wright: Deutsche Post; Jubiläumsmarke: http://www.geocities.com/dakshina_kan_pa/art4/airmail.htm


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