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"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein." Dieser einleitende Satz aus der Fernsehserie "Raumpatrouille" ist heute wahrer denn je. Unsere Computer, das Internet, Handys und vieles mehr, was uns inzwischen selbstverständlich geworden ist, hätte man vor wenigen Jahren ins Reich der Science-Fiction verwiesen. Doch heute werden Zukunftsvisionen schneller Realität, als Autoren sie sich ausdenken können. In der Wüste von New Mexico bahnt sich die nächste Sensation an: 72 Kilometer nördlich von Las Crucez und 48 Kilometer östlich von Truth or Consequences entsteht der erste Raumhafen, der ausschließlich dem Weltraumtourismus dienen soll. Das Gelände umfasst rund 70 Quadratkilometer Wüstenfläche.
"X-Preis" hieß der Wettbewerb, den der britische Milliardär, Abenteurer und Eigentümer des Virgin (Musik, Entertainment) Konzerns Richard Branson in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ausgeschrieben hatte. Dem Sieger winkte ein Preisgeld von 10 Millionen US-Dollar. Branson wollte mit diesem Wettbewerb einen Anreiz schaffen, um kommerzielle bemannte Raumflüge voranzutreiben. Der Wettbewerb war bis Januar 2005 ausgeschrieben. 24 Teilnehmer traten an, um ein neues Kapitel in der Raumfahrtgeschichte einzuleiten.
Das kalifornische Raketenflugzeug "Space Ship One" des Unternehmens Mojave Aerospace Ventures, LLC lag am Ende vorne. Das Projekt wurde von Raumfahrtpionier Burt Rutan geleitet, der früher bei der US Air Force tätig war. Es kostete 27 Millionen Dollar, zu denen der US-amerikanische Multimilliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen allein 20 Millionen beisteuerte. Die Höhe der Entwicklungskosten zeigt schon, dass es den Teilnehmern um mehr ging, als allein um den Gewinn des Preisgeldes, das gerade mal ein gutes Drittel der tatsächlichen Kosten einbringen würde.
Nach diesem Erfolg sahen die Macher den Weg für den Weltraumtourismus frei. Richard Branson stellt sich vor, dass ganz normale Menschen - mit genügend Geld in der Tasche - Flüge ins All buchen können, wie andere Kreuzfahrten auf Schiffen. Ein kommerzieller Flug soll rund 200.000 USD kosten. Nach Angaben des Präsidenten Will Whitehorn im Jahr 2006, gingen 300 mögliche Passagiere durch einen Reservierungsprozess, weitere 60.000 Interessenten hatten sich über Internet registrieren lassen.
Das "Space Ship One" war nur den Anfang. Am 19. Juni 2009 erfolgte der Spatenstich für den ersten kommerziellen Weltraum-Bahnhof in der Wüste von New Mexico. Beim späteren Betrieb der Anlage soll stark auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Veranstalter und Betreiber ist die NMSA - New Mexico Spaceport Authority. Die Kosten werden ca. 220 Millionen Dollar betragen. 2011 soll der Raumhafen betriebsbereit sein. Das Geld für den Bau kommt zu Teilen aus der Region, wo die Einwohner vor kurzem einer Steuererhöhung für den Bau des Raumhafens zugestimmt haben.
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