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Technik / Artikel

Juri Gagarin – der erste Mensch im Weltraum

Russland hat nicht nur 1957 mit dem „Sputnik“ den ersten Flugkörper in die Erdumlaufbahn geschickt, am 12. April 1961 schickten sie einen Menschen hinterher. Mit der Raumkapsel „Wostok 1“ flog der Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall.

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Gagarins Raumflug dauerte eine Stunde und 48 Minuten. Im Wettlauf der beiden Supermächte UdSSR und USA um die Eroberung des Weltraums hatte die Sowjetunion damit erneut einen Punktsieg errungen.
 
 
 
 
Kindheit und Ausbildung
 
Juri Gagarin wird am 9. März 1934 im Dorf Kluschino geboren, sein Vater ist Zimmermann, die Mutter eine Bäuerin; er hat zwei Brüder und eine Schwester. Der Schulbesuch in seinem Heimatdorf wird durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Seine Schwester und einer seiner Brüder werden als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.
 
Während des Studiums wird er Mitglied eines Aeroklubs und besteht seine erste Flugprüfung am 3. Juni 1955. Im gleichen Jahr tritt er in die sowjetischen Streitkräfte ein. Von 1957 bis 1959 dient Gagarin in der sowjetischen Luftwaffe. Sein Geschwader ist am Polarkreis stationiert.
 
Wegen seines ruhigen Temperaments wird Gagarin 1960 als potenzieller Kosmonaut ausgewählt und ausgebildet. Am 12. April 1961 darf er als erster Mensch die Erde verlassen und in den Weltraum vorstoßen.
 
Der Flug
 
Auf dem Kosmodrom Baikonur in der Nähe des Aralsees startet um 9 Uhr 07 Moskauer Zeit das 4725 Kilo schwere Raumschiff Wostok, was in deutscher Übersetzung „Osten“ bedeutet.
 
Auf einer elliptischen Bahn im Abstand zwischen 175 bis 327 Kilometern umkreist Juri Gagarin die Erde. Dabei befindet er sich 70 Minuten lang im Zustand der Schwerelosigkeit. 108 Minuten nach dem Start landet Gagarin nahe Saratow an der Wolga.
 
Tragischer Held
 
Mit großem Pomp begrüßt Kreml-Chef Nikita Chruschtschow Gagarin nach dessen Rückkehr aus dem All in Moskau. Der Flug wird zu einem Triumphzug für den Kommunismus ausgeschlachtet. „Neues Deutschland“, das SED-Organ der DDR kommentiert das Ereignis in einem Extrablatt: „Kommunismus verwirklicht kühnste Träume der Menschheit.“
 
Die kommunistische Führung der Sowjetunion will ihren Vorzeige-Kosmonauten keinem Risiko mehr aussetzen, und gestattet ihm keinen weiteren Start ins All mehr.
 
Allerdings bleibt er Pilot, und hier ereilt ihn sein Schicksal: Bei einem Übungsflug mit einem Kameraden stürzt er am 27. März 1968 tödlich ab. Einzelheiten des Unglücks werden nie veröffentlicht.
 
 
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Text: Roland Rosenbauer April 2001/2006; Foto: rssi


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