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Technik / Artikel

Elise Roche – die erste Frau mit Lizenz zum Fliegen

Vor 100 Jahren, am 22. Oktober 1909 machte Elise Roche mit dem Künstlernamen Raymonde de Laroche in der Nähe von Paris ihren ersten Alleinflug. Durch die Lüfte flog bereits zuvor eine Frau, die französische Bildhauerin Thérèse Peltier. Sie gab ihre Flugstunden jedoch auf, nachdem ihr Fluglehrer bei einem Absturz ums Leben gekommen war. So erwarb de Laroche als erste Frau die Lizenz zum Fliegen.

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Raymonde de Laroche erwarb als erste Frau die Lizenz zum Fliegen.


Elise Roche kam am 22. August 1884 als Tochter eines Klempners in Paris zur Welt. Als junge Frau wurde die Französin Schauspielerin und wollte einen Namen, der besser für die Bühne geeignet war. Deshalb wählte sie den Künstlernamen Raymond de Laroche.
 
 
 
De Laroche hebt ab...


Bereits vor 1909 war de Laroche mit der Ballonfahrt vertraut. Im Oktober 1909 schlug ihr dann der Flieger Charles Voisin vor, ihr das Fliegen beizubringen. Als er sie dafür in seinem Flugzeug Platz nehmen ließ, war noch lange kein Alleinflug geplant.
 
 
Erst einmal wollte der Lehrer seiner Flugschülerin beibringen die Maschine in Startposition zu bringen. De Laroche saß am Steuer und Voisin gab ihr von der Start- und Landebahn aus Anweisungen was sie zu tun hatte. So sollte sie langsam ein Gefühl für den Flieger bekommen. Nach den genauen Lehranweisungen brachte De Laroche das Flugzeug in Startposition.
 
 
Und dann konnten die Zuschauer und der Fluglehrer Voisin nur noch staunen: De Laroche hob ab und flog fast 300 Meter durch die Lüfte. Der kurze Flug gilt als erster Alleinflug einer Frau.
 
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Erst Ballon dann Flugzeug - Raymonde de Laroche schien dem Himmel gerne entgegen zu fliegen.



Nach weiteren erfolgreichen Flugstunden bestand de Laroche am 8. März 1910 als erste Frau der Welt die Pilotenprüfung des Aéro Club France.
 
 
 
...und sie fliegt weiter
 
 
Noch im Jahr 1910 erreichte de Laroche bei der Teilnahme an der Flugwoche von Helipolis (Ägypten) den 6. Platz. In Sankt Petersburg (Russland) schaffte sie es auf Platz vier.
 
 
Trotz eines schweren Unglücks während der Flugwochen der Champagne in Reims trat de Laroche zwei Jahre später wieder im Wettkampf an. Während eines Verkehrsunfalls wurde de Laroche noch einmal schwer verletzt. Einer ihrer Brüder verlor bei diesem Unglück sogar sein Leben. Doch auch von diesem persönlichen Schicksalsschlag ließ sich die junge Fliegerin nicht abhalten: Sie stieg wieder in die Lüfte. 1913 gewann de Laroche den Frauenpokal des Aéro Club de France und den Coupe Femina.
 
 
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Flugzeuge waren damals weder besonders sicher noch schützen sie die Flieger vor Wind.


Nach dem ersten Weltkrieg verbesserte de Laroche die Frauenweltrekorde: Im Dauerflug schaffte sie es auf 323 Kilometer im Jahre 1918 und nur ein Jahr später brach sie den Rekord im Höhenflug mit 4.800 Metern. Damals bedeuteten knapp 5.000 Meter viel mehr als heute. Denn die Flugzeuge waren alles andere als technisch ausgereift. In den offenen Fliegern schützen sich die Piloten mit Brille, Mütze und Schal gegen den Wind. Hinter diesen Weltrekorden steckte eine herausragende Leistung und viel Mut, ganz besonders wenn man eine Frau war.
 
 
 
 
De Laroche fliegt in den Tod
 
 
Am 18. Juni 1919 nahm de Laroche als Copilotin bei einem Testflug in der Nähe von Paris teil. Doch die neue Maschine stürzte bei dem Test ab. De Laroche und ihr Pilot kamen bei dem Unglück beide ums Leben.
 
 
Als erste deutsche Frau bestand übrigens Melli Beese 1911 die Pilotenprüfung.
 
 
 

Wenn du mehr wissen willst, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 10: Fliegerei und Luftfahrt.
 
 
 
 
 
 


Text: Christine Spindler, 07.10.2009, Bilder: De Laroche von der Library of Congress/pd, Himmel von Image 100/Tessloff Archiv, Flugzeug vom Deutschen Bundesarchiv/cc
 


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