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Technik / Artikel

Der erste Zeppelin

Am 2. Juli 1900 stieg Graf Zeppelin mit dem ersten Prototypen eines Luftschiffes 400 Meter hoch in den Himmel auf. LZ-1 beförderte 5 Personen und 350 kg Ballast rund 6,5 Kilometer weit.
Damit hatte das Zeitalter der Zeppeline begonnen. Zwischen 1900 und 1938 wurden insgesamt 119 Zeppeline gebaut.


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 Die ersten Luftschiffe
 
Bild: giffard_luftschiffGiffards zweites Luftschiff
 
Die ersten Entwürfe, ein Luftschiff zu konzipieren, gab es schon Ende des 17. Jahrhunderts.
Doch erst 1852 gelang es Henry Giffard ein wirklich funktionierendes Exemplar zu bauen. Dies war vor allem in Frankreich und Deutschland der Beginn intensiver Ingenieursarbeit.
 
Der deutsche Luftfahrtpionier Ferdinand Graf von Zeppelin ist der wohl bekannteste Entwickler von Luftschiffen.
 
Luftfahrtpionier Graf Zeppelin
 
delag_ferdinand.jpgGraf Zeppelin war bereits 52 Jahre alt, als er damit begann, sich ab 1890 voll und ganz mit der Entwicklung von Starrluftschiffen zu beschäftigen. 1892 entwickelte Zeppelin zusammen mit dem Techniker Theodor Korber einen Prototypen.

Am 2. Juli 1900 wagte er mit seinem LZ 1 den Jungfernflug. Sein Starrluftschiff war so revolutionär, dass alle folgenden Luftschiffe nach dem deutschen Erfinder Zeppelin benannt wurden.
 
Wie funktioniert ein Luftschiff?

 
Das Prinzip der Luftschiffe ist im Grunde das gleiche, wie das eines Luftballons. Gefüllt mit Gas, das leichter ist als Luft, erhält es Auftrieb und gleitet von motorenbetriebenen Propellern angetrieben voran.
 
Ein Luftschiff hat eine große, ovale Hülle, die bei den Zeppelinen aus dem Leichtmetall Aluminium war. In diese Hülle wurde nun das Gas Wasserstoff gefüllt. Dieses ist leichter als Luft, weswegen es mitsamt der Hülle nach oben steigt. Damit das funktioniert, muss der Zeppelin aber in extremer Leichtbauweise konstruiert werden, sonst ist er zu schwer. Mit einem Propeller und Leitwerken am hinteren Ende wurde ein Luftschiff angetrieben und gesteuert.
 

grafzep25.jpg

 
Die Grafik zeigt ein Starrluftschiff: vorne unten siehst du die Gondel, dahinter kommen die Kabinen, rechts unten sind die Maschinen. Am rechten Ende Höhen- und Seitenruder. In der im mittleren Braun gezeichneten Zone befindet sich der Gassack.

 
Zeppelins erstes Luftschiff

 
Luftschiff 1Das LZ 1 (Luftschiff Zeppelin 1) war ein Starrluftschiff. Das bedeutet, dass die äußere Form durch ein leichtes Aluminiumgitterwerk bestimmt wurde. Dieses Gitter wurde mit einer Stoffhülle bespannt. Im Inneren hingen Behälter mit Gas, die Motoren waren seitlich an der Hülle befestigt, darunter oder innerhalb der Hülle befand sich die Passagierkabine und der Platz für die Besatzung. Am Heck waren Höhen- und Seitenruder angebracht.

Problemloser Jungfernflug

 
Am 2. Juli 1900 war es endlich so weit: Um 20.03 Uhr, stieg der Graf mit seinem gelben Prototypen LZ 1 400 Meter hoch in den Himmel über dem Bodensee auf. An Bord waren 5 Personen und 350 kg Ballast.
 
Die Höhe wurde dadurch gesteuert, dass ein bewegliches Gewicht verschoben wurde. Die LZ1 war mit 2 Daimlermotoren, mit je 16 PS ausgestattet.
 
Nach dem dem 18 minütigen Flug brach die Winde für das Ausgleichsgewicht und LZ 1 musste rund 6,5 Kilometer vom Startpunkt entfernt auf dem Wasser notlanden.

Eine schwimmende Halle

Das Luftschiff wurde auf Pontons aus der schwimmenden Halle auf den Bodensee gezogen. Durch diese intelligente Lösung konnte stets die Windrichtung berücksichtigt werden.


Nach den weiteren Probeflügen am 17. und 24. Oktober waren die Geldmittel der Zeppelin-Gesellschaft aufgebraucht. Das nächste Luftschiff wurde erst im Jahr 1904 gebaut, nachdem eine Lotterie zur Finanzierung durchgeführt wurde.

 
Das Zeitalter der Zeppeline beginnt
 
LZ-2Obwohl mit Gustav Weiskopf und den Gebrüdern Wright kurz darauf die ersten Motorflugzeuge verfügbar wurden, dominierten die starren Riesenzigarren in den nächsten 37 Jahren die Lüfte. Zwischen 1900 und 1938 wurden insgesamt 119 Zeppeline gebaut.


Am 29.05. 1916 befand sich Zeppelin zum letzten Mal an Bord eines Luftschiffes. Am 08.03.1917 starb er an einer Lungenentzündung in Berlin.
Er wurde auf dem Pragfriedhof in Stuttgart beigesetzt.

Weltberühmt wurde schließlich die LZ 127 "Graf Zeppelin" bei ihren zahlreichen Weltreisen und ihrer Erdumrundung 1929.
 
Den Erfolg der Starrluftschiffe beendete schließlich die Katastrophe der LZ 129 "Hindenburg". Beim Brand der LZ 129, dem größten gebauten Starrluftschiff, bei New York starben im Mai 1937 13 Passagiere, 22 Besatzungsmitglieder und ein Mann vom Bodenpersonal.

 
 
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Text: RR, 1. 7. 2010, Bilder: Zeppelin-Museum, Friedrichshafen


 


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