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Die Oper aller Opern: „Don Giovanni“

Am 29. Oktober 1787 wurde die bis heute beliebteste und bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart namens „Don Giovanni“ uraufgeführt. Sie zählt zu den Meisterwerken der Operngeschichte und ist der Höhepunkt in Mozarts Karriere als Opernkomponist. Was gerade sie so besonders macht, erfahrt ihr hier ...

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Don_Gemaelde_Mozart.jpgWolfgang Amadeus Mozart erhielt den Auftrag, die Komposition zu „Don Giovanni“ zu schreiben, vom Prager Impresario Bondini. Als Impresario bezeichnet man den Leiter eines Opernhauses. Dessen Operngesellschaft hatte zuvor ein anderes Stück Mozarts, „Le Nozze di Figaro“ (Die Hochzeit des Figaro), mit großem Erfolg aufgeführt und wollte nun an diesen Erfolg anknüpfen. Erzählungen nach soll Mozart die Komposition erst in der Nacht vor der Uraufführung zu Papier gebracht haben. Die Orchestermusiker haben die Notenblätter angeblich noch feucht aufs Pult gelegt bekommen.


„Die geistige Schöpfung“ Mozarts


Die Erstaufführung im Gräflich Nostitzschen Nationaltheater in Prag war ein voller Erfolg. Goethe, einer der bekanntesten Dichter der Klassik, sagte später im Jahre 1831 über das Stück: „Eine geistige Schöpfung ist es,(...) wobei der Produzierende (Mozart) keineswegs (...) nach Willkür verfuhr, sondern wobei der Dämonische Geist seines Genies ihn in der Gewalt hatte, so daß er ausführen musste, was jener gebot.“ Nicht nur Goethe war von Mozarts Werk begeistert. Bis heute wird Don Giovanni als „die Oper aller Opern“ bezeichnet.


Ein lustiges Drama


Das „Dramma giocoso“ (ital. für lustiges Drama) „Don Giovanni“ wurde nach dem Vorbild des spanischen Mythos „Don Juans“ von dem Librettist Lorenzo Da Ponte geschrieben. Librettisten schreiben die auch „Libretto“ genannten Texte für Opern und entwickeln einen eigenen Handlungsverlauf zu einer Geschichte. Da Ponte bearbeitete den Stoff des „Don Juan“.


Handlungsverlauf


Don_Champagnerlied.jpgDie Oper spielt in der Stadt Sevilla in Spanien im 17. Jahrhundert erzählt von dem Frauenverführer und gewissenlosen Missetäter Don Giovanni (siehe Bild). Dessen Lebensziel ist es, die Frau zu erobern, in die er gerade verliebt ist. Ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer hat er nur ein Ziel vor Augen: Die Tochter des Komturs Donna Anna zu verführen. Komturen waren Verwalter eines geistlichen Ritterordens.


Don Giovanni geht über Leichen


Er tötet den Komtur, der im Gegensatz zu ihm Sitte und Gerechtigkeit verkörpert. Don Giovanni empfindet keine Moral und Verantwortung: Er verführt die mit einem anderen verlobte Donna Anna, verlässt seine Ehefrau Elvira, nutzt seinen Diener Leporello schamlos aus und versucht das Bauernmädchen Zerlina zu verzaubern, das seinem Werben fast erliegt.


Jedoch gehen Don Giovannis Pläne nicht auf: Am Grabmonument des Komturs, dessen Tod er zu verantworten hat, lädt er ihn spöttisch zum Abendessen ein. Am selben Abend steht die Statue des Komturs vor Don Giovannis Tür und fordert ihn auf, seine Taten zu bereuen und sein Leben zu ändern. Als er dies nicht tut, wird er von Flammen umschlossen und verbrennt.


Hochmut wird bestraft


Don_Begegnung_Komtur.jpgDer egoistische Wüstling kommt jedoch nicht wegen seines respektlosen Umgangs mit den Mitmenschen in die Hölle, sondern weil er dem Jenseits spottend gegenüber tritt. Indem er sich voll Selbstüberschätzung auf das Nachtmahl mit dem toten Komtur einlässt, lädt er eine unverzeihliche Schuld auf sich: Er lässt die Toten nicht ruhen und vergeht sich am Leben. Dafür wird er mit dem Tod bestraft.


Ein musikalisches Feuerwerk


Die Musik hat Mozart genauestens auf das Drama abgestimmt. Wie ihr vielleicht wisst, wird die Moll-Tonart gerne genutzt, um die Dramatik und das Böse musikalisch auszudrücken. Eine fröhliche Handlung wird oft mit Dur-Klängen untermalt. So auch bei „Don Giovanni“: Die Tonart d-Moll ist Ausdruck des Schicksals und der Rache und begleitet die Szene, in der Don Giovanni stirbt.
 
Der Triumph über das Böse – Don Giovannis Tod – wird in D-Dur verkündet. Jede Szene empfindet Mozart musikalisch nach. Er trifft exakt die Stimmung, die aus der Handlung hervorgeht. Bis heute ist Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ eine der meist aufgeführten Opern.


Text: Luisa Blendinger – 26. Oktober 2007 – Bilder : Schwarz-weiß-Bild von Mozart: PD, Liberal; Gemälde von Mozart: PD, Kasta 33; Gemälde von Don Giovanni, Gemälde von der Begegnung mit Komtur: PD, Nationalgalerist; Ständetheater in Prag: GFDL, Brunswyk; Notenblatt: PD, Bouncey 2k


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