Der Meister der italienischen Oper: Giuseppe Verdi
Der erfolgreichste italienische Komponist aller Zeiten Giuseppe Verdi hat Geburtstag. Vor 195 Jahren - am 10. Oktober 1813 - kam er in Norditalien zur Welt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Opern „Aida“, „Nabucco“ und „La Traviata“.
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Links: Verdi-Portrait von 1886.
In dem kleinen Städtchen Le Roncole, in der er aufwuchs, sammelte er in der ländlichen Atmosphäre, erste musikalische Eindrücke durch umherziehende Dorfmusikanten, die im Wirtshaus seiner Eltern einzukehren pflegten. Der Vater bemerkte das musikalische Talent seines Sohnes und schenkte ihm ein gebrauchtes Klavier. Schon während der Schulzeit komponierte der junge Giuseppe erste Musikstücke.
Private Schicksalsschläge
Mit der finanziellen Unterstützung des wohlhabenden Kaufmanns Barezzi, konnte sich Verdi eine umfassende musikalische Ausbildung in Mailand leisten. 1836 erhielt er seine erste Anstellung als „maestro“ und heiratete Margherita, die älteste Tochter seines Gönners.
Nach ersten Achtungserfolgen an der „Scala“, dem berühmten Opernhaus in Mailand, siedelte er mit seiner Familie in die Stadt über. Während es beruflich langsam bergauf ging, musste Verdi einige schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Innerhalb von nur drei Jahren verlor er seine Frau und die beiden Kinder. Hinzu kam, dass eine seiner neuesten Opern bei der Premiere ausgepfiffen wurde.
Mit “Nabucco“ über Nacht berühmt
Rechts: Aufführung von 'Nabucco' der schlesischen Nationaloper auf der Freilichtbühne Eberswalde im August 2004
Verdi geriet in eine tiefe Schaffenskrise - bis ihm zufällig das Libretto (= Operntext) zu „Nabucco“ in die Hände fiel. Die Reaktion des Publikums auf die Uraufführung 1842 war überwältigend und machte den jungen Komponisten über Nacht berühmt.
Besonders der Chor der gefangenen Juden im babylonischen Exil, der in dieser Oper auftritt, traf den Nerv der Zeit: den Freiheits- und Unabhängigkeitswillen der Italiener. Dazu müsst ihr wissen, dass das Gebiet der Lombardei damals von den Österreichern besetzt war.
Privates und berufliches Glück
Links: Aufführung der "Aida" in der Arena von Verona.
Der Erfolg seiner Opern bis Ende 1850 machte Verdi finanziell unabhängig. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Sängerin Giuseppina Strepponi, bewohnte er ein eigens Gut auf dem Land. In den 50er Jahren entstanden einige seiner berühmtesten Opern: Rigoletto (1851), La Traviata (1853) und „Ein Maskenball“ (1859). Nach Aida (1871) stehen „Othello“ (1887) und Falstaff (1893) am Ende dieser Erfolgsserie.
“Libretto“ als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt für Verdis schöpferischen Prozess war – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die Auseinandersetzung mit dem Operntext (=Libretto). Seine Textdichter mussten sogar häufig Eingriffe bis ins Versmaß hinnehmen. Bei den meisten seiner Werke liegt das Hauptgewicht weniger auf dem Orchester als auf den einzelnen Stimmen. Genauso wichtig war ihm die wirklichkeitsgetreue Zeichnung der Personen und ihrer Umgebung. Ein sehr bekanntes Werke Verdis, bei dem es sich nicht um eine Oper handelt, ist das „Requiem“. Damit werden jedes Jahr die Festspiele von Verona eröffnet.
Büste steht im Kapitol
Am 27. Januar 1901 starb Verdi während eines Aufenthalts in Mailand. Es wurde Staatstrauer verordnet. Die Büste des Komponisten brachte man ins Kapitol nach Rom.