Nach der heutigen Zählung begann am 18. September 1949, also heute vor 60 Jahren, die erste Frankfurter Buchmesse. Heutzutage ist die Frankfurter Buchmesse die größte Buch- und Medienmesse weltweit. Hier mehr zu ihrer Geschichte:
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Vorgeschichte der Frankfurter Buchmesse
Bereits im 11. Jahrhundert wurden auf dem Frankfurter Markt Handschriften verkauft und getauscht. Ein Handelsplatz für Bücher entstand jedoch erst mit der Erfindung des Buchdrucks um das Jahr 1450. Johannes Gutenberg war der Erfinder und ermöglichte es somit Schriften zu vervielfältigen und in Buchform zu vertreiben.
Frankfurt wurde zum internationalen Handelsplatz von Waren. Allerdings spielte damals die sogenannte „Büchermess“ noch keine große Rolle. Denn die Anreise mit Büchern gestaltete sich noch schwer. Schweizer, Engländer, Franzosen und Niederländer brachten ihre Bücher in Fässern über den Fluss oder in unbequemen Kutschen nach Frankfurt am Main.
Ein Buch, wie zum Beispiel die Bibel, war für den normalen Bürger damals nahezu unerschwinglich. Er konnte mit dem Wert einer Bibel seine Familie einen ganzen Monat ernähren. Und so kam es, dass im 16. Jahrhundert vor allem die Elite anreiste um Werke aus ihrem Fachgebiet zu finden. In der sogenannten Frankfurter „Büchergasse“ trafen sich Professoren, Geistliche und andere Gelehrte.
Auch Martin Luther verbreitete seine Schriften in Frankfurt.
Bis ins 17. Jahrhundert war Frankfurt für den freien Bücherhandel bekannt. So konnte beispielsweise auch Martin Luther, damals als Ketzer verrufen, hier seine Schriften verbreiten. Ein Ketzer ist übrigens eine Person, die von einer herrschenden Meinung abweicht. Luther hat sich zu seiner Zeit gegen die römisch-katholische Kirche ausgesprochen.
Doch die Zensuren auf dem Frankfurter Buchmarkt verschärften sich. Kaiser Maximilian II. zensierte ketzerische Schriften und im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges verschob sich das geistige Zentrum Deutschlands immer weiter nach Norden. Während Frankfurt national und international an Bedeutung verlor, gewann Leipzig und wurde zur Zentrale des Buchhandels. Doch 300 Jahre später bekam Frankfurt eine neue Chance.
Die erste Frankfurter Buchmesse
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands in Westdeutschland und Ostdeutschland mussten sich die Verleger aus dem Westen einen neuen Handelsplatz suchen. Denn Leipzig befand sich im Osten. So bekam Frankfurt am Main seine neue Chance.
Am 18. September 1949 startete die erste Frankfurter Buchmesse.
Vom 18. bis 23. September 1949 fand die erste Frankfurter Buchmesse statt, damals in der Paulskirche. 205 Aussteller präsentierten rund 14.000 Besuchern um die 8.400 Titel. Nach der propagandistischen Gleichschaltung im Dritten Reich stand diese Buchmesse für einen Neubeginn des intellektuellen Lebens in Deutschland.
Die Frankfurter Buchmesse
Die Frankfurter Buchmesse spiegelte früher die gesellschaftlichen Verhältnisse in der deutschen Nachkriegszeit wider. Besonders deutlich wurde das in den Umbruchsjahren 1967 bis 1969. Damals fanden auch rund um die Frankfurter Buchmesse Proteste der studentischen und außerparlamentarischen Oppositionsgruppe gegen das Kultur-Establishment der in ihren Augen verlogenen Republik statt. Bei Straßenschlachten kam es immer wieder zu vielen Festnahmen. Erst im Jahre 1969 besannen sich beide Seiten und die Situation beruhigte sich wieder.
Heutzutage ist die Frankfurter Buchmesse die größte Buch- und Medienmesse auf der Welt. Sie bietet Platz zum kulturpolitischen Dialog und ist der wichtigste Handelsplatz für die internationale Buch- und Medienbranche.
Die Buchmesse in Frankfurt ist Handelsplatz für die internationale Buch- und Medienbranche.
Auf einer Ausstellfläche von 172.000 Quadratmetern finden an den fünf Messetagen circa 2.900 Veranstaltungen statt und über 7.300 Aussteller aus 100 Ländern stellen ihre Produkte vor. Dazu gehören vor allem Bücher, aber auch DVDs, CDs, Hörbücher und mehr. Jedes Jahr kommen rund 299.000 Besucher auf die Frankfurter Buchmesse.
Eine Besonderheit der Frankfurter Buchmesse ist der jährlich wechselnde Ehrengast. Im Jahr 2009 wird China Ehrengast sein und den Messebesuchern seine Kultur und Literatur durch Lesungen, Konzerte und Ausstellungen näher bringen.
Auch die WAS IST WAS Bücher finden die Messebesucher auf der Frankfurter Buchmesse. Für euch gibt es sie auch hier im Shop. Lest euch schlau über Deutschland mit dem WAS IST WAS Band 126 Deutschland.
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