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Sport & Kultur / Artikel

Loriot-Ausstellung in Berlin

Vom 6. November 2008 an könnt ihr im Museum für Film und Fernsehen in Berlin eine Ausstellung über das Universalgenie Vicco von Bühlow besuchen. Anlass ist der 85. Geburtstag des Cartoonisten, Komikers, Schauspielers, Dirigenten und Malers, der unter dem Künstlernamen Loriot besser bekannt ist.

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Preußische Erziehung

 
Loriot_PlakatGeboren wird Loriot am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel als Sohn einer preußischen Offiziersfamilie. Sein Künstlername stammt vom Wappentier der Familie, dem französischen Vogelnamen für den Pirol. Von 1934 an besucht Vicco von Bülow das Humanistische Gymnasium zunächst in Berlin und später in Stuttgart, wo er 1941 sein Abitur macht.

 
Zeichnerisches Talent


 
Loriot_Fernsehen_KickAls von Bülow nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, stellt sich die Frage nach der beruflichen Zukunft. Eigentlich würde Loriot gerne Musik studieren, doch sein Talent reicht nicht aus. Er zieht nach Hamburg um sich dort an der Kunstakademie der Malerei und Grafik zu widmen. Seine ersten Karikaturen mit den knollennasigen Männchen muss er jahrelang unter einem Pseudonym veröffentlichen. Damals schickte es sich nicht für einen Studenten der Kunsthochschule Comicfiguren zu zeichnen.

 
Erste große Erfolge


 
Ab 1950 ist von Bülow als Cartoonist für den "Stern" tätig. Seit dieser Zeit unterschreibt er mit dem Pseudonym "Loriot". Sein erster Cartoonband erscheint 1954 unter dem Titel "Auf den Hund gekommen". Erste Aufträge als Cartoonist für die Illustrierte "QUICK" sowie erste humoristische Werbeplakate für einen Spirituosen-Hersteller folgen 1955. Sie machen ihn berühmt.
 
Loriot32.jpgErfolgsgarant in Film und Fernsehen

 
Vicco von Bülow entdeckt in den 70er Jahren das komödiantische Talent der Schauspielerin Evelyn Hamann. Mit ihr gemeinsam machte er seine erfolgreichsten Sketche, einige sind sogar preisgekrönt. Und auch seine Kinofilme "Ödipussi" (1987) und "Papa ante Portas"(1991) werden große Erfolge. Bei seinen Sketchen und Spielfilmen schreibt Loriot nicht nur das Drehbuch, er führt auch Regie und spielt die Hauptrolle.


Seine Zeichentrickfiguren Wum und Wendelin begleiteten die Spielshow „Der große Preis“ zugunsten der Aktion Sorgenkind ein Vierteljahrhundert lang von 1971 bis 1996.


Weniger bekannt ist, dass Vicco von Bülow mehrere Opern inszeniert und zweimal die Berliner Philharmoniker dirigiert hat.


Loriots Themen


Loriot_ZimmerverwuestungFoto: Loriots Sketch: "Die Zimmerverwüstung"
 
Drei Themen nahm Loriot immer wieder unter die Lupe: Die mangelnden kommunikativen Fähigkeiten in der Gesellschaft, vor allem die zwischen Frauen und Männern; das Verhältnis von Mensch und Tier; und die Frage, was unser Leben mit den Errungenschaften der so genannten Hochkultur, den schönen Künsten, insbesondere mit der Musik, der Literatur und der Malerei zu tun hat –
zu tun haben könnte.
 
Die Ausstellung
 
Loriot_FruehstueckseiLinks: Cartoon: "Das Frühstücksei"
 
Die Ausstellung geht der Frage nach, worin das Besondere des Loriot'schen Humors besteht. Deshalb blickt sie dem Kuünstler auch beim Entstehen seiner Werke gleichsam ü̈ber die Schulter. Frühe Zeichnungen könnt ihr in mehreren Stadien ihre Entstehens begutachten. Daran wird deutlich, mit welcher Prä̈zision und Perfektion Loriot arbeitet.
 
Loriot_Letzte_MeldungFoto: Loriot: "Letzte Meldung"
 
Die Ausstellung erzaählt davon, wie sich der außergewö̈hnliche Lebenslauf und die besondere Weltanschauung des Künstlers mit dem scheinbar ganz und gar unspektakulären Leben seiner Mitmenschen verbindet - niemals schadenfroh, doch mit scharfem Blick für die tragikomischen Seiten des Lebens und das Chaos, das hinter jedem Versuch lauert, die Welt zu ordnen.
 
Und sie begleitet den Künstler bei seinen wiederholten Ausflü̈gen in die Welt des Kinos, der Oper und der klassischen Musik.
 
Adresse
 
Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März 2009 zu sehen im:

Museum für Film und Fernsehen
im Filmhaus am Potsdamer Platz
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin-Tiergarten
www.deutsche-kinemathek.de
 
Text: lm/sw/ab, 06.11.08; Fotos außer Filmplakat Ödipussi: www.deutsche-kinemathek.de

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