Seifenopern bannen Tag für Tag Millionen Menschen vor die Fernsehschirme überall auf der Welt. Und das obwohl sie ein eher schlechtes Image haben, hier in Deutschland, wie in den meisten anderen Ländern. Sie gelten als leichte Massenunterhaltung ohne nennenswerte Inhalte. Seifenopern setzen Mode- und Konsumententrends und sind ein teuer bezahltes Werbeumfeld.
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Eine der ersten Soaps im deutschen Fernsehen war „Die Lindenstraße“. Heute sind Daily Soaps wie „Verbotene Liebe“, wo sich alles um Reichtum, Liebe und Intrigen dreht oder „Marienhof“ mit seinen aberwitzigen Vorfällen und Krisen besonders beliebt.
Menschen wie du und ich
Seifenopern haben ihren Namen nicht von ungefähr. Die ersten Herzschmerz-Serien im amerikanischen Fernsehen wurden tatsächlich von großen Waschmittelunternehmen finanziert, die so ihre Werbung perfekt platzieren konnten, daher der Name Soap (engl. Seife).
Serienhelden sind vielen Menschen mindestens ebenso vertraut wie der Nachbar von nebenan. Sie sind Teil ihres Lebens, haben für sie nachvollziehbare Freuden und Nöte.
Hohe Marktanteile
Die Vorabendserien spielen mit Vorurteilen und Klischees. Sie sind bei Jugendlichen ausgesprochen erfolgreich und erreichen selbst bei Grundschulkindern hohe Marktanteile: Besonders für Mädchen gehören die täglich gesendeten Endlos-Serien zum allabendlichen Ritual.
Dialy oder Reality
Inzwischen gibt es ganz unterschiedliche Formen der Seifenoper. Man unterscheidet zwischen der Daily Soap, der werktäglich ausgestrahlten Vorabendserie im 25-Minuten-Format mit Werbeunterbrechungen und der Weekly Soap, die einmal wöchentlich ausgestrahlte Serie im Vorabendprogramm wie z.B. die "Lindenstrasse". Es gibt die Doku-Soap, in der Menschen sich zusammenfinden, deren gemeinsame Erlebnisse über einen längeren Zeitraum gefilmt werden. Bekanntes Beispiel hierfür ist "Abnehmen in Essen". Bei der Reality Soap wie zum Beispiel "Big Brother" mussten junge Leute, die einander vorher nicht kannten, eine Zeit lang auf engem Raum wohnen. Täglich wurden zur besten Sendezeit, die nach den Erzählstrategien der Daily Soap zusammengeschnittenen Szenen gesendet.
Wie im richtigen Leben?
Der phänomenale Erfolg ist nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Die Figuren der Soaps sind austauschbar, die Qualität liegt weit unter dem sonstigen Niveau und die Dialoge sind flach - vor allem flach gespielt. Inhaltlich geht es nur scheinbar um Alltagsprobleme junger Menschen. Tatsächlich sind sie alles andere als alltäglich. Im wahren Leben würde das Passierte als echter Schicksalsschlag oder sogar Katastrophe durchgehen.
Inhaltliche Grundelemente
Immer dabei Abenteuer und Intrigen, Romantik und Liebe sowie Handlungsstränge die durch die verschiedenen Charaktere und durch Konflikte entstehen. Der Zuseher erlebt Komplotte, Geheimnisse und Affären in der Rolle des Mitwissers. Jede Hochzeit zieht sich über einige Folgen, nur um die romantischen Momente ordentlich auszuleben.
Jede Seifenoper präsentiert durchschnittlich zwischen 20-30 Darsteller. Ihre Charakterzüge sollen glaubhaft sein, damit sie auch glaubwürdig wirken. Trotzdem bedienen sie Klischees: gut ist gut und böse ist böse. Dazwischen gibt es nichts.
Offenes Ende
Ein weiteres immer wiederkehrendes Merkmal der Seifenoper ist der sogenannte Cliffhanger. Er bezeichnet den letzten, bangen Moment einer jeden Soap-Folge. Eine wichtige Schicksalsfrage wird gestellt, Musik ertönt, das Zoom holt das fragende, verzweifelte Gesicht einer Figur ganz nah ran... Abspann.
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