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Bibliotheken sind Vermittler des Wissens. Heute gibt es nicht nur in jeder Stadt mindestens eine Bücherei, sondern sogar online kannst du in digitalen Biblitheken stöbern und deine Wissenslücken schließen.
Im Mittelalter waren es meist Mönche, die auf den Erhalt der antiken Schriften achteten. Mit dem Erfinden des Buchdrucks war die Sammlung einer Bibliothek einfacher geworden. Die ersten Bibliotheken, die ihre Leseräume der Öffentlichkeit zugänglich machten, waren Anfang des 17. Jahrhunderts die Bodleian Library in Oxford und die Ambrosiana in Mailand. Erstere wurde 1602 mit einer Sammlung von 2000 Büchern eröffnet. Im gleichen Jahr begann der Erzbischof von Mailand Kardinal Federico Borromeo mit der Einrichtung der Ambrosiana, die jedoch erst 1609 für das Publikum geöffnet wurde. Benannt wurde sie nach dem Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339 - 397).
Die Gründung einer Bibliothek stand nach dem Verständnis der damaligen Zeit eher einem reichen weltlichen Fürsten zu als einem Erzbischof. Als kunstfördernder Bischof war Federico Borromeo ein Novum. Deshalb musste er bei der Verwirklichung dieses Projekts Jahrzehnte lang mit Schwierigkeiten kämpfen. Weder Mailand noch der Vatikan in Rom halfen ihm bei der Finanzierung. Von allen Seiten gab es Vorbehalte. Geldmangel beschränkte deshalb das Kollegium der Doctores bibliothecae Ambrosianae auf wenige Mitglieder.
Bald nach Gründung der Bibliothek wurden verschiedene Privatsammlungen aufgenommen. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts wurde die Bibliothek um die 1618 eröffnete Kunstgalerie Pinacoteca Ambrosiana und die Kunstakademie (1621) erweitert. Nur ein paar Schritte vom Mailänder Dom entfernt entstand ein wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Italiens.