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Sport & Kultur / Artikel

81. Oscar-Verleihung

Hollywood hat das Fest des Jahres 2009 gefeiert. Die 81. Oscar-Verleihung zeigte die Traumfabrik so, wie die Welt sie sehen will: Glanzvoll, bunt und glamourös. Der rote Teppich vor dem Kodak-Theatre wurde zum Laufsteg für Stars und Sternchen, die den Glanz im Licht der Weltöffentlichkeit genossen. Auch ein deutscher Kurzfilm gehörte zu den Gewinnern: Spielzeugland vom Berliner Regisseur Jochen Alexander Freydank.

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Hugh JackmanStars in bester Laune

Obwohl sich der Himmel im sonst so sonnigen Kalifornien diesmal bedeckt zeigte, ließen sich die Akteure nicht die Laune verderben. Mehr als 3000 Stargäste waren zur Verleihung der Academy-Awards – das ist der offizielle Name des Preises - gekommen. Moderator Hugh Jackman verzichtete auf eine lange Rede und eröffnete die Verleihung mit einer humorvollen Musical-Nummer, in der er die nominierten Filme musikalisch vorstellte – dabei unterstützte ihn die als beste Hauptdarstellerin nominierte Anne Hathaway.

Die Qual der Wahl.

Filmplakat Benjamin ButtonNicht nur der Gewinn eines "Oscar", schon allein die Nominierung bedeutet eine hohe Auszeichnung. Für die Oscar-Verleihung 2009 hatten sich 281 Filme aus dem Jahr 2008 für eine Nominierung in der Kategorie "Bester Film" qualifiziert, doch nur fünf von ihnen durften in die engere Auswahl. Das waren


  • das Sozialdrama "Slumdog Millionär",
  • die Politik-Dramen "Frost/Nixon" und "Milk"
  • die Literaturverfilmungen "Der Vorleser" und "Der seltsame Fall des Benjamin Button".

Am Ende war die als haushoher Favorit gehandelte Literaturverfilmung "Der seltsame Fall des Benjamin Button" seiner Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Dreizehnmal nominiert gab es zuletzt nur drei Statuen in Nebenkategorien ("Beste Ausstattung", "Bestes Make Up" und "Beste Spezialeffekte").
FilmplakatMit insgesamt acht Oscars dominierte das Gesellschaftsdrama "Slumdog Millionär" als großer Gewinner. Es wurde zum besten Film gekürt und erhielt weitere Auszeichnungen für das "Beste Originaldrehbuch", die "Besten Regie" und die "Beste Kamera". Der Film startet am 19. März in den deutschen Kinos. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Inder aus den Armenvierteln von Mumbai. Dieser erhält die Chance, als Kandidat in der indischen Version von "Wer wird Millionär?" aufzutreten. Er schafft es bis zur Millionen-Frage, doch dann wird er der Schummelei verdächtigt. Im Polizeiverhör stellt sich heraus, dass jede seiner korrekten Antworten einen ganz besonderen Bezug zum Leben seiner armen Familie und zu seiner großen Liebe hatte.

Oscar für einen Toten

LedgerDie Schauspiel-Preise gingen 2009 an Kate Winslet ("Der Vorleser") und an Sean Penn ("Milk") als beste Hauptdarsteller. Penélope Cruz ("Vicky Cristina Barcelona") und der am 22. Januar 2008 im Alter von 28 Jahren verstorbene Heath Ledger wurden als beste Nebendarsteller ausgezeichnet. Ledger wurde posthum für seine Rolle als wahnsinniger Bösewicht Joker in dem Batman-Film "The Dark Knight" geehrt. Die Eltern des Schauspielers und seine Schwester nahmen die Goldstatue unter Standing Ovations sichtlich gerührter Schauspielkollegen in Empfang und dankten der Academy für die Ehrung ihres Sohnes.

WALL-EZum besten Animationsfilm wurde der Disney-Film "WALL-E" von Andrew Stanton gekürt.

Auch der Dokumentarfilm „Man on Wire“ erhielt die begehrte Statue.

Der US-amerikanische Entertainer, Komiker, Produzent, Schauspieler und Sänger Jerry Lewis wurde für seine humanitären Verdienste mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet, der ihm von Eddie Murphy überreicht wurde. Der 82-jährige Lewis setzt sich seit den 1950er Jahren für die Muscular Dystrophy Association, eine Organisation zur Bekämpfung der Muskeldystrophie, ein.

Ein Oscar für Deutschland

Plakat Der Baader-Meinhof-KomplexFür den deutschsprachigen Bereich waren gleich mehrere Hoffnungsträger angetreten. Unter die fünf Kandidaten für den besten fremdsprachigen Film des Jahres gelangten Uli Edels "Der Baader Meinhof Komplex" aus Deutschland und Götz Spielmanns "Revanche" aus Österreich. Doch hier sind die deutschen Oscar-Hoffnungen geplatzt: Die begehrte Statue ging an den  japanischen Beitrag "Okuribito" (englischsprachiger Titel "Departures") von Yōjirō Takita.
Der deutsche Regisseur Werner Herzog war in der Kategorie Bester Dokumentarfilm mit einem Bericht über die Antarktis nominiert: "Encounters at the End of The World", bekam aber auch keinen Oscar.
Dafür gewann der Berliner Nachwuchsregisseur Jochen Alexander Freydank mit "Spielzeugland" den Preis in der Kategorie Bester Kurzfilm, in der auch der Schweizer Reto Caffi (Auf der Strecke) vertreten war. Seit 1994 sind deutsche Kurzfilme insgesamt drei Mal mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt gewürdigt worden.

"Spielzeugland" spielt im Jahr 1942 im nationalsozialistischen Deutschland. Die beiden Jungen Heinrich und David sind Nachbarn und Freunde. Als David und seinen Eltern als Juden die Deportation droht, greift Heinrichs Mutter Marianne zu einer Notlüge und erzählt ihrem Sohn, sein Freund zöge mit seiner Familie ins Spielzeugland. Heinrich möchte seinem Freund dorthin folgen und packt heimlich seinen kleinen Koffer ...

Auf der offiziellen Oscar-Seite findest du mehr Informationen über den begehrten Filmpreis - leider nur in englischer Sprache.

Roland Rosenbauer, 23. 2. 2009

Fotos: Dennard Vinson/U.S. NAVY (Hugh Jackman), Fox Searchlight Pictures (Plakat Slumdog Millionär), Warner Bros. Entertainment Inc. (Plakat Benjamin Button), Howie Berlin (Heath Ledger) Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.0., ©WALT DISNEY PICTURES/PIXAR ANIMATION STUDIOS. ALL RIGHTS RESERVED (Wall-E), Constantin-Film (Plakat Der Baader-Meinhof-Komplex").

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