Hollywood hat das Fest des Jahres 2005 gefeiert. Die 77. Oscar-Verleihung zeigte die Traumfabrik so, wie die Welt sie sehen will: Glanzvoll, bunt und glamourös. Der rote Teppich vor dem Kodak-Theatre wurde zum Laufsteg für Stars und Sternchen, die den Glanz im Licht der Weltöffentlichkeit genossen. Auch zwei deutsche Filme waren nominiert, gingen aber leer aus.
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Als beste Filme wurden nominiert:
der Kassenknüller "Aviator",
das Fantasy-Märchen "Wenn Träume fliegen lernen",
die Tragikomödie " Sideways",
das Boxerinnendrama "Million-Dollar-Baby" und
die spektakuläre Musikerbiografie "Ray".
Am Ende war das Boxerinnendrama "Million-Dollar-Baby" mit insgesamt vier Oscars der große Gewinner. Er wurde zum besten Film gekürt und Clint Eastwood nahm den Regie-Oscar entgegen. Außerdem erhielt der Film zwei Schauspiel-Preise: Hilary Swank wurde als beste Hauptdarstellerin, Morgan Freeman als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Der mit elf Nominierungen als Favorit ins Rennen um die Oscar-Statuen angetretene Streifen "Aviator" von Martin Scorsese konnte zwar fünf Auszeichnungen sammeln, ging aber in den wichtigen Kategorien Film, Regie und Hauptdarsteller leer aus. Die Australierin Cate Blanchett wurde für ihre Rolle als Katharine Hepburn in dem Film als beste Nebendarstellerin gewürdigt. "Aviator" erhielt außerdem Oscars für Kamera, Ausstattung, Kostüme und Schnitt.
Statt "Aviator" Star Leonardo DiCaprio, feierte das Publikum im Kodak-Theatre Jamie Foxx als besten Hauptdarsteller. Der 37-Jährige spielt in der Musiker-Biografie "Ray"die Soul-Legende Ray Charles und war auch als Nebendarsteller in dem Thriller "Collateral" nominiert.
Zum besten Animationsfilm wurde "Die Unglaublichen" von Brad Bird gekürt.
Für sein Lebenswerk als Filmschaffender wurde der 80-jährige Regisseur Sidney Lumet («Das Urteil», «Wenn es Nacht wird in Manhattan») mit einem Oscar geehrt.
In diesem Jahr ging die Show schneller über die Bühne. Dazu waren vorher einige Regelungen geändert worden. So nahmen einige Gewinner in weniger spektakulären Kategorien die Filmpreise an ihrem Sitzplatz im Kodak Theatre entgegen, statt den langen Weg zur Bühne zurücklegen zu müssen. In einigen Sparten standen zum ersten Mal sämtliche Anwärter auf der Bühne, als der Gewinner bekannt gegeben wurde, so auch in der Rubrik "bester ausländischer Film".
Hier sind die deutschen Oscar-Hoffnungen geplatzt: Das als beste Auslandsproduktion nominierte Hitler-Drama "Der Untergang" von Oliver Hirschbiegel ging leer aus. Die begehrte Statue ging an den spanischen Beitrag "Das Meer in mir" (Mar adentro) von Alejandro Amenábar. Auch der nominierte deutsche Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel" konnte sich nicht durchsetzen. Zuletzt hatte die Münchner Regisseurin Caroline Link vor zwei Jahren für das Drama "Nirgendwo in Afrika" einen Oscar in Empfang nehmen können. 1980 hatte Volker Schlöndorff für seine Literaturverfilmung "Die Blechtrommel" den Auslands-Oscar erhalten.