Hollywoods größter Tag des Jahres 2003 ist vorüber. Die 75. Oscar-Verleihung war ruhiger als sonst und stand unter dem Bann des Irak-Krieges. Eine der begehrten Statuen ging nach Deutschland für den „besten ausländischen Film“.
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Es hätte ein schönes Jubiläum werden können, doch in Kriegszeiten lässt es sich eben nur schwer feiern. So wurde im Vorfeld der Oscar-Verleihung sogar überlegt, die Veranstaltung in diesem Jahr abzusagen. Gestrichen wurde aber nur der festliche Einmarsch der Stars auf dem roten Teppich. Scharfschützen auf den Dächern rund um das Kodak-Theatre in Hollywood und Friedensdemonstrationen davor verdeutlichten eindrucksvoll die veränderten Zeiten.
Als beste Filme wurden nominiert:
der Kassenknüller "Der Herr der Ringe - die zwei Türme",
das Frauen-Drama "The Hours – von Ewigkeit zu Ewigkeit",
das Geschichts-Epos "Gangs of New York",
das Drama "Der Pianiast" und
der spektakuläre Musikfilm "Chicago".
Am Ende war der Musicalfilm «Chicago» mit insgesamt sechs Oscars der große Gewinner. Er wurde zum besten Film gekürt und Catherine Zeta Jones erhielt den Preis für die beste weibliche Nebenrolle. Weitere Oscars gab es für den Ton, die beste Ausstattung, das Kostümdesign und den Schnitt. Der Film war insgesamt für 13 Rubriken nominiert worden.
Für eine große Überraschung sorgte Roman Polanski, der für sein Holocaust-Drama «Der Pianist» als bester Regisseur die begehrte Trophäe bekam. Für seine Rolle in dem Film wurde Adrien Brody als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
Zur besten Hauptdarstellerin wurde Nicole Kidman für ihre Rolle in dem Film "The Hours – von Ewigkeit zu Ewigkeit" gekürt.
Ohne Politik und ohne Kommentare zum Krieg kam diese Oscar-Verleihung natürlich nicht aus. Etliche Stars erhoben ihre Stimme für teils emotionsgeladene Friedensappelle. Die mehr als 3000 Gäste reagierten zumeist mit lautstarkem Beifall. Buh-Rufe erntete dagegen Dokumentarfilmer Michael Moore, der den Oscar für seinen Film „Bowling for Columbine“ bekam. Er nutzte seine Rede als Abrechnung mit der Regierung: "Wir leben in einer fiktiven Welt. In einer Welt, in der ein Präsident mit fiktiven Wahlergebnissen an die Macht kommt. Eine Welt, in der aus fiktiven Gründen Krieg geführt wird. Wir wollen diesen Krieg nicht. Schande über Sie, Mr. Bush!"
Nach 23 Jahren wurde wieder ein deutscher Spielfilm mit einem Oscar gewürdigt: „Nirgendwo in Afrika“ von der in München lebenden Regisseurin Caroline Link erhielt den Oscar als beste nicht- englischsprachige Produktion. 1980 hatte zuletzt Volker Schlöndorff für seine Literaturverfilmung „Die Blechtrommel“ den Auslands-Oscar erhalten.
Es war Caroline Links zweite Oscar-Nominierung. Für ihren Erstling „Jenseits der Stille“, stand sie schon 1997 auf der Liste der fremdsprachigen Oscar-Kandidaten.