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Wer sind die Eisheiligen?

Die Tage vom 11. bis 15. Mai werden als Eisheilige bezeichnet. Wer diese Heiligen waren, derer man an diesen Tagen gedenkt, was sie mit Eis zu tun haben und warum (Hobby-)Gärtner sie gut kennen sollten, erfahrt ihr hier.

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eisheilige_blueteFoto: Blumen im Schnee kann man Mitte Mai gelegentlich sehen.
 
Früher, als es noch keinen Wetterdienst gab, beobachteten die Menschen die Natur, wenn sie wissen wollten, wie das Wetter wird. Sie merkten sich wiederkehrende Witterungsbedingungen zu bestimmten Zeiten im Jahr, um in Zukunft besser darauf gefasst zu sein. Auch das Verhalten von Tieren und den Lauf der Himmelskörper studierten sie genau um daraus Schlüsse zu ziehen, wie sich das Wetter entwickeln würde.
 
Woher kommen Bauernregeln?
 
So entstanden im Lauf der Zeit die so genannten Bauernregeln, in denen sich beobachtete Wetterphänomene mit Aberglauben mischten. „Geht die Sonne feurig auf, folgen Wind und Regen drauf“ lautet eine Beobachtung, die bis heute Gültigkeit hat. „Regnet's sonntags über das Messbuch, so hat man die ganze Woch' genug“ erscheint uns heute jedoch eher ein Volksglaube als ein hilfreicher meteorologischer Hinweis zu sein.
 
eisheilige_pankratiusFoto: Der Heilige Pankratius
 
Um einen Tag zu bestimmten nannte man früher häufig den Namen des Heiligen, an den an diesem Tag gedacht wurde. Jeder wusste, welchen Tag man meinte, wenn man sagte „an Johanni“ (24. Juni: Gedanktag Johannes' des Täufers) oder „zu Michaelis“ (29. September). Genauso geläufig waren die Namen Mamertus, Pankratius, Servatius sowie Bonifatius und Sophie. Sie bezeichnen die Tage vom 11. bis 15. Mai und heißen auch die Eisheiligen.
 
Wer waren diese Eisheiligen?
 
Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie lebten im 3. bis 5. Jahrhundert und waren Bischöfe oder Märtyrer, also Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind. Mit Eis hatten sie zu ihren Lebzeiten allesamt nichts zu tun, auch nicht die Heilige Sophie, die manchmal auch „Kalte Sophie“ genannt wird.
 
Wetterregel oder kalte Heilige?
 
„Wenn's an Pankraz friert,
wird im Garten viel ruiniert.“
 
„Pankraz, Servaz, Bonifaz,
machen erst dem Sommer Platz.“
 
„Vor Nachtfrost du nie sicher bist,
bis Sophie vorüber ist.“


eisheilige_grafik
Der Begriff „Eisheilige“ kommt daher, dass es im Mai häufig eine Kaltwetterperiode gab, die durch Nachtfröste etliche Pflanzen erfrieren ließ. Man hatte also beobachtet, dass es regelmäßig nach dem 10. Mai zu Kaltlufteinbrüchen kam. Kalte Polarluft drang von Norden her nach Deutschland ein und machte dem schönen Frühlingswetter für ein paar Tage den Garaus.
 
Mamertus und die Kalte Sophie – Wo gelten welche Eisheilige?
 
eisheilige_obstbaeumeFoto: Blühende Obstbäume im Schnee
 
Viele Bauernregeln gelten nur für bestimmte Gebiete, keineswegs jedoch für ganz Deutschland, da es von denKüsten bis zu den Alpen verschiedene Klimazonen gibt. So kann man erklären, warum man in Norddeutschland den Heiligen Mamertus (11. Mai) sowie Pankratius (12. Mai) und Servatius (13. Mai) als Eisheilige betrachtet, im Süden jedoch erst mit Pankratius beginnt, aber den Heiligen Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sophie“ am 15. Mai noch dazu zählt.
 
Da die kalte Luft aus der Polarregion kommt, trifft sie in Norddeutschland früher ein als im Süden. Deshalb beginnen und enden die Eisheiligen im Norden früher als im Süden.
 
Was muss ein Gärtner über die Eisheiligen wissen?
 
eisheilige_stiefmuetterchenFoto: Die Eisheiligen können Eis über die frühlingshafte Blütenpracht bringen.
 
Die Bauernregeln legen nahe, dass man empfindliche Gewächse erst nach den Eisheiligen säen oder ins Freie pflanzen sollte. In früheren Zeiten zündete man in diesen Tagen sogar abends Feuer an, um die Wirkung der Nachtfröste zu vermindern und die zarten Sommerpflänzchen zu schützen.
 
Doch gibt es auch Stimmen von Zweiflern die sagen, die eigentlichen Eisheiligen – also die Kälteeinbrüche, die der Vegetation besonders schaden, kämen meist erst zehn bis zwölf Tage später. Ein möglicher Grund für diese Abweichung ist die Gregorianische Kalenderreform.
 
Was hat Papst Gregor mit den Eisheiligen zu tun?
 
Da sich das Kalenderjahr immer mehr gegenüber dem astronomischen Jahr verschoben hatte, ordnete Papst Gregor XIII an, dass im Jahr 1582 zehn Tage ausgelassen wurden. Auf den 4. Oktober folgt direkt der 15. Oktober. Mehr über diese Reform lest ihr auch im unten verlinkten Artikel. Die Heiligentage blieben jedoch die gleichen wie vorher, sie waren nun jedoch – jahreszeitlich gesehen um zehn Tage nach vorn versetzt.
 
Verschiebt der Klimawandel die Eisheiligen?
 
eisheilige_blaetterFoto: Reif auf Blüttern.
 
Wieder andere Kritiker geben zu bedenken, dass man bereits seit längerer Zeit nichts mehr von den Eisheiligen gespürt habe. Eine Folge des Klimawandels? Tatsächlich gibt auch der Deutsche Wetterdienst an, dass die Kaltlufteinbrüche zwischen dem 11. und 15. Mai im 19. und 20. Jahrhundert häufiger waren als heutzutage. Möglicherweise findet diese Kältephase jetzt zwar immer noch statt, jedoch bereits etwas früher, wodurch sich die Eisheiligen nicht mehr von anderen für Ende April typischen kalten Tagen unterscheiden lassen.
 
Welche Erfahrungen macht ihr mit den Eisheiligen? Sind euch bereits Pflanzen erfroren, die ihr zu früh im Jahr ausgesät habt? Habt ihr kalte Füße bekommen oder nichts von den Eisheiligen gemerkt? Schreibt uns eure Erlebnisse als Kommentar. 
 
Weitere, für bestimmte Wetterbedingungen bekannte Lostage, sind der Siebenschläfertag (27. Juni) und die Schafskälte vom 10. bis 12. Juni.
 
Mehr über die unterschiedlichsten Wetterphänomene, Wetterbeobachtung und -messung lest ihr im WAS IST WAS Band 7 Das Wetter.
 
 
 
Liane Manseicher, 07.05.09; Fotos: Grafik und Obstbäume: Deutscher Wetterdienst, Heiliger Pankratius: Joachim Köhler: GFDL; alle anderen Tessloff Archiv.

Bewertung: 1  calvin 26.01.2012
man könnte Dein Kommentar verbssern
Bewertung: 5Bewertung: 5Bewertung: 5Bewertung: 5Bewertung: 5  hermine 04.05.2010
allem Anschein nach fallen die Eisheiligen diedses Jahr tatsächlich schon etwas früher!
  Eism@n 14.04.2010
yooo sag ich auch ma ^^
  Lea 18.05.2009
Ganz OK würde ich sagen
Bewertung: 1  sofianeeeeeee ghufrzzurzt 12.05.2009
einfach blöddd
1 | 2 | Vor

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