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Hochgeschwindigkeitszüge, die mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde über die Schienen rasen, unterliegen einer besonders starken Beanspruchung. Immerhin legt jeder ICE am Tag bis zu 1.500 Kilometer zurück. Im Jahr ergibt das eine Fahrleistung von bis zu 500.000 km - das entspricht 12 Fahrten rund um den Globus. Diese hohe Produktivität und Verfügbarkeit der Fahrzeuge könnte ohne ein ausgeklügeltes Instandhaltungsprogramm nicht gewährleistet werden. Dieses Wartungskonzept gibt es seit der Inbetriebnahme der ersten ICE-Züge im Jahr 1991 und hat sich bestens bewährt.
Wichtig ist hier - wie bei Rennwagen und Flugzeugen - die Standzeit möglichst kurz zu halten, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Aus diesem Grund werden die Züge komplett ins Werk gefahren. In der Instandhaltung bleiben die Triebköpfe und die Waggons zusammen. Die Standzeit bei kurzen Werkstattaufenthalten soll dabei nur eine Stunde betragen und überwiegend nachts stattfinden, damit tagsüber möglichst viele Züge einsatzbereit sind.
Die Instandhaltung und Inspektion ist heute weitgehend automatisiert. Die Werke verfügen beispielsweise über Vorrichtungen, mit denen ganze Radsätze innerhalb weniger Minuten ausgetauscht werden können. Instandhaltung, Innenreinigung, Ver- und Entsorgung finden beim ICE auf nur einem Werkstattgleis, aber parallel auf drei Ebenen statt. Ein ICE-Zug wird also gleichzeitig unterhalb des Fahrzeugs, auf Einstiegshöhe sowie im Dachbereich − gewartet. Die sieben Wartungsstufen sind:
Nach 80.000 Kilometern kommt es zur so genannten Inspektionsstufe 1. In zwei je achtstündigen Modulen wird dabei eine Bremsrevision ebenso vorgenommen wie eine Prüfung von Klimaanlage, Kücheneinrichtung, Sitzen, Batterien und des Fahrgastinformationssystems.
In Hamburg, München, Berlin, Frankfurt, Basel, Köln und Dortmund unterhält die Bahn sechs hochmoderne Anlagen für Wartung und Instandhaltung ausschließlich für die verschiedenen ICE-Fahrzeuge. Die Standorte haben sich dabei auf die verschiedenen Baureihen spezialisiert: In Hamburg-Eidelstedt ist der ICE 1 zu Hause. Berlin-Rummelsburg ist auf den ICE 2 spezialisiert, München auf Einsystemzüge ICE 3 und siebenteilige ICE-T. Das Werk Frankfurt-Griesheim betreut die Mehrsystemzüge ICE 3M sowie die fünfteiligen ICE-T. Dortmund kann kleinere Arbeiten am ICE 3 vornehmen.
In den Jahren 2006 bis 2008 sind die ICE-1-Züge vollständig modernisiert worden. Die Bahn hat in hier 180 Millionen Euro investiert: Insgesamt wurden 118 Triebköpfe und 708 Mittelwagen zunächst vollständig entkernt. Alle Bauteile – von den Sitzen, über Wandverkleidung, WC-Anlagen bis hin zur Ausstattung der Bordrestaurants – sind ausgebaut worden. Sie wurden geprüft, gereinigt und aufgearbeitet oder durch neue Komponenten ersetzt. Pro Wagen bedeutete das: bis zu 12.000 Einzelteile präzise registrieren, zwischenlagern und wieder einbauen. Unter anderem wurden mehr als 42.000 Sitze, 40.000 Quadratmeter Bodenbelag, mehr als 5.000 Tische, 11.000 Sonnenrollos, 42.000 elektronische Reservierungsdisplays, 700 Wechselrichter und 1.300 moderne Zuglaufanzeigen eingebaut.
Wenn ihr euch für die Geschichte der Eisenbahn, für die Technik und die Entwicklung der Bahn interessiert, dann könnt ihr viel Wissenswertes im WAS IST WAS 54 "Die Eisenbahn" nachlesen - das wurde übrigens von den Experten des Nürnberger DB Museums verfasst!
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