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Der Wald – eine Welt für sich

Heute beginnt die Sonderausstellung „WaldReich – Leben mit dem Wald am Oberrhein“ im Naturkundemuseum Karlsruhe. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Waldgebiete am Oberrhein über die Jahrtausende entwickelten. Allgemein wird gezeigt, welche Bedeutung der Wald für frühere Generationen als Lebensraum und Lebensgrundlage hatte und wie wichtig er auch in Zukunft bleiben wird.

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Wald_Oberrhein.jpgDer Oberrhein ist von großen Waldgebieten umgeben – Schwarzwald, Pfälzer Wald und auf französischer Seite die Vogesen machen die Gegend sehr grün. Seit dort Menschen leben wurden sie von diesem Wald sehr beeinflusst. Das Wort „Wald“ kommt sehr wahrscheinlich aus dem altgermanischen und bedeutet „das nicht bebaute Land“. Auch die Bedeutung „gerupftes Laub“ wird diskutiert. Die Ausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe behandelt zunächst die verschiedenen Waldtypen, die es gibt, speziell die am Oberrhein.
 

Das Oberrheingebiet vom Weltraum aus gesehen. Rechts unten ist der Bodensee zu erkennen.

 
Welche Waldtypen gibt es in Deutschland?
 
In Deutschland kommen vier Waldarten vor: Laub-, Nadel-, Misch- und Bruchwälder, auch Auenwälder genannt. In deutschen Laubwäldern kommen hauptsächlich Laubbäume wie Buche und Eiche vor. In den Nadelwäldern wachsen überwiegend Kiefern und Fichten. Sie wurden von den Menschen Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts gepflanzt.
 
Wald_ErlenBruch.jpgWo heute Nadelwälder stehen, standen früher überwiegend auch Laubwälder. Diese fielen der intensiven Nutzung durch den Menschen zum Opfer. Die Menschen brauchten das Holz für Häuser, zum Heizen und als Energielieferant bei der Produktion aller möglichen Dinge wie Glas, Porzellan und Holzkohle. Aufgeforstet wurde dann seit Mitte des 18. Jahrhunderts mit den Nadelbäumen.
 
Foto: Erlenbruchwald
 
Es gibt auch Mischwald, in dem Laub- und Nadelbäume gemeinsam vorkommen. Außerdem gibt es noch Bruch- und Auenwald. Bruchwälder sind sehr feuchte Waldgebiete. Oft werden sie überschwemmt, etwa nach der Schneeschmelze. Auwälder wachsen an den Auen, also den Ufern von Bächen und Flüssen.
 
Schließlich gibt es noch den Bergwald. Er steht an Bergen und Gebirgen und schützte oft die weiter talwärts siedelnden Menschen vor Lawinen. Solche Schutzwälder heißen auch Bannwälder, weil man sie nicht wie andere Waldgebiete benutzen kann, ihre Nutzung ist also eingeschränkt und Forstwirtschaft zur Holzgewinnung gebannt.
 
Wald als Lebensraum
 
Wälder stellen umfangreiche Ökosysteme dar. Ihre zahlreichen Bewohner sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Man kann Wälder in Stockwerke, vom Waldboden bis in die Baumkronen unterteilen. Jedes Stockwerk hat seine typischen Bewohner.
 
Bäume und Waldlebewesen sorgen für gesunde Luft, sauberes Wasser und gesunden Boden. Der Boden schützt besonders vor Überschwemmungen, weil er viel Wasser aufnehmen und speichern kann. Außerdem wirkt der Waldboden als Wasserfilter. Regenwasser wird durch die dicke Humusschicht und die darin lebenden Mikroorganismen und Lebewesen von Schadstoffen gereinigt.
 
Waldnutzung durch den Mensch
 
Früher war der Wald Existenzgrundlage für viele Menschen. Heute verschwundene Berufe verschafften Menschen in früheren Zeiten ein Einkommen. Dazu gehört der Köhler,  Harzer, Flößer, Schnefler und auch Glasmacher. Durch die Industrialisierung gingen diese Berufe verloren.
 
Wald_VogSchwarz.jpg

Blick von den Vogesen zum Schwarzwald (Hintergrund)

 
Köhler stellten durch Verkohlung unter Luftabschluss in großen Erdhaufen, so genannten Meilern, aus Holz Holzkohle her. Harzer sammelten früher Baumharze, man brauchte es als Grundlage für Farben und als Politur. Flößer trieben geschlagenes Holz über Flüsse hin zu den Sägewerken, und Schnefler schnitzten alle möglichen Gebrauchsgegenstände und Dachschindeln aus Holz.
 
Wald der Zukunft
 
Wald_Plakat.jpgSchließlich beleuchtet die Ausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe auch, welche Zukunft der Wald hat. Einerseits wird er als Rohstoffquelle benötigt. Holz gewinnt wieder mehr Bedeutung als relativ umweltverträgliches Heizmaterial. Andererseits soll Wald auch unberührt sein und eine Heimat für viele Tier und Pflanzenarten bieten. Auch der Klimawandel bedeutet für die Wälder eine Zeit großer Veränderung. Nicht zuletzt nutzt auch der Mensch den Wald als Erholungsgebiet, um den hektischen Alltag zu vergessen.
 
Umfangreiche Informationen über die wichtigen Funktionen des Waldbodens findest du hier als PDF
 
Hier findest du Informationen zum Programm rund um die Ausstellung
 
Text: -jj- 10.4.2007 // Fotos: Oberrheingraben: NASA; Von Vogesen zum Schwarzwald: Perry Rhodan/GFDL; Erlenbruchwald: Radomil/GFDL


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