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Eine Sommerwiese im Sonnenlicht scheint ein harmonischer und friedfertiger Platz zu sein: Bienen summen um einen herum, der Duft vieler Blüten kitzelt in der Nase und Blumen wiegen sich im Wind. Doch der Friede ist trügerisch, denn einige Pflanzen besorgen sich ihre Nährstoffe, indem sie Tiere fangen.
Pflanzen mit Klebefallen sondern an ihren Fangblättern eine klebrige Substanz ab. Ein betörender Duft lockt die Insekten an. Versucht das Insekt, sich zu befreien, berührt es noch andere klebrige Teile und haftet immer fester. Einige Pflanzen rollen auch ihr Blatt um die Beute. Dann werden bestimmte Stoffe, so genannte Enzyme, ausgeschüttet. Die lösen die Beute auf. Einige Pflanzen lassen das gefangene Insekt auch von Wanzen fressen, die auf ihnen leben. Die Pflanze ernährt sich dann von den Ausscheidungen der Wanzen. In Deutschland wendet unter anderem der Sonnentau (Bild) die Klebefallenmethode an.
Mit fleischfressenden Pflanzen verbindet man im allgemeinen die Klappfallen der Venusfliegenfalle (Bild). Außer ihr verwendet nur die Wasserfalle diese Methode. Dabei stehen sich zwei Blatthälften, die mit Fühlhaaren versehen sind, gegenüber. Berührt nun ein Insekt eines dieser Haare mehrmals oder mehrere Haare hintereinander, dann klappen die Blatthälften zusammen. Anschließend wird ein Verdauungssekret produziert, das die Beute zersetzt und die Nährstoffe der Pflanze zugänglich macht. Nach etwa acht Tagen öffnet sich die Falle wieder und die unverdaulichen Überreste werden frei.
Saugfallen funktionieren nur unter Wasser. Nur die Gattung der Wasserschläuche wendet diese Methode an. Dabei wird in speziellen Kammern (siehe Bild) ein Unterdruck aufgebaut. Wird diese Kammer von einem Beutetier berührt, dann saugt der Unterdruck sie plötzlich in die Falle hinein. Das passiert in nur einer dreißigstel Sekunde, zu schnell für Beutetiere, um noch zu flüchten. Das Wasser wird dann aus der Falle herausgepumpt und die Beute zersetzt.
Fallgrubenfallen sind gekennzeichnet durch einen Hohlraum, in den das Insekt hineinfällt. Steile und glatte Wände machen ein Entkommen unmöglich. Unter anderem Kannenpflanzen und Kobralilien (Bild) wenden diese Methode an.
Reusenfallen sind Weiterentwicklungen der Fallgrubenfallen. Die Beute kann in der Reuse nur in eine Richtung gehen und landet schließlich in einer Art Magen, gefüllt mit Verdauungssekret. Die Gattung der Reusenfallen und der Papageien-Schlauchpflanzen (Bild) kommen so zu ihren Nährstoffen.
Es gibt auch fleischfressende Pilze. Dabei kommen drei Techniken zum Einsatz: Der Pilz Zoophagus insidius produziert Klebefäden, an denen 0,1 bis 3 Millimeter kleine Rädertierchen (siehe Bild) hängenbleiben. Der Pilz wächst dann in seine Beute hinein.
Der Pilz Zoophagus tentaculum bildet kleine Schlingen, in denen sich Fadenwürmer verfangen. Bei Berührung ziehen sich diese zusammen und der Pilz wächst ebenfalls in seine Beute hinein. Der Schopftintling (siehe Bild) hingegen betäubt durch Giftstoffe erst sein Opfer und wächst dann in es hinein.
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