Viele Schmetterlinge sind erstaunlich farbenprächtig, andere wiederum sind so dezent gemustert, dass man sie fast nie zu sehen bekommt. Im Dschungelparadies im bayerischen Neuenmarkt könnt ihr über 100 verschiedene Arten exotischer Schmetterlinge entdecken. Wir erklären euch, warum sie so unterschiedlich gefärbt sind.
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Wie ist der Schmetterlingskörper aufgebaut?
Links: Südamerikanischer Himmelsfalter (lat. Morpho peleides)
Der Körper der Insekten ist deutlich in drei ungleich große Hauptabschnitte unterteilt, den Kopf mit Facettenaugen, Fühlern und Rüssel, die Brust mit Beinen und Flügelansatz und den Hinterleib mit Verdauungs- und Fortpflanzungsorganen.
Rechts: So sieht der Südamerikanische Himmelsfalter mit geschlossenen Flügeln aus.
Schmetterlinge haben insgesamt vier Flügel, zwei Vorder- und zwei Hinterflügel. Die unteren Flügel dienen als Höhenruder zum Steuern, der Oberflügel zum Fliegen. Die Ober- und Unterseite der Flügel sind oft unterschiedlich gemustert und man sieht, wenn man die Flügel genauer betrachtet, dass sie mit vielen winzigen Schuppen bedeckt sind. Diese Schuppen sind gefärbt und bestimmen so die Farbe des Schmetterlings.
Wie entstehen die Farben?
Links: Der südamerikanische Falter Philaethria dido ist trotz seiner intensiven Färbung perfekt getarnt. Es ist eben alles eine Frage der Umgebung.
Man kann unter den Schmetterlingen einige der farbenprächtigsten Lebewesen unseres Planeten finden. Millionen winziger Schuppen, die auf beiden Seiten der vier Schmetterlingsflügel dachziegelartig angeordnet sind, sind für die enorme Vielfalt an Farben und Zeichnungen verantwortlich. Jede einzelne kleine Schuppe hat sich aus einer einzigen Zelle gebildet und entspricht einem Haar.
Diese mikroskopisch kleinen Gebilde sind als Träger für die bunten Farben der Schmetterlinge verantwortlich, ihre Musterungen entstehen entsprechend der unterschiedlichen Anordnung. Die Flügelfärbung der Schmetterlinge kann entweder durch Pigment- oder auch Strukturfarben erzeugt werden, wobei meist eine Kombination aus beidem vorhanden ist.
Pigmentfarben
... sind chemische Verbindungen, die bei Stoffwechselprozessen entstehen und Licht ganz bestimmter Wellenlängen absorbieren. Viele Schmetterlinge haben einen hohen Schwarzanteil, um Wärme speichern zu können. Melanin, das diese schwarze oder auch braune Färbung erzeugt, ist daher ein besonders häufig auftretendes Pigment.
Rechts: Hier sieht man die Pigmentierung eines Schmetterlingflügels stark vergrößert.
Für Creme- und auch Gelbfärbung einiger Falter sind Flavone zuständig, Endprodukte pflanzlicher Stoffe, die der Schmetterling bereits im Raupenstadium als Nahrung aufnimmt und in seinem Körper speichert. Grüne Pigmente der Raupen stammen vom Farbstoff Chlorophyll in Pflanzen. Weitere Pigmente sorgen für Weiß- Orange-, Gelb- und Rottöne.
Ganz frisch geschlüpfte Schmetterlinge sind am intensivsten gefärbt, da die Pigmente hier noch ihre volle Kraft entfalten können. Das Sonnenlicht bleicht sie im Lauf ihres Lebens immer mehr aus.
Strukturfarben
... werden im Gegensatz zu den chemisch erzeugten Pigmentfarben durch die physikalischen Eigenschaften der Schmetterlingsschuppen erzeugt. Die herrlichsten Farbtöne entstehen durch Lichtreflexe an der Oberflächenstruktur der Schuppen. Die Schuppen haben keine glatte Oberfläche, sondern sind meist längs verlaufend in Rippen geteilt.
Links: Struktur eines Schmetterlingflügels, stark vergrößert.
Diese Strukturen brechen das Licht und bestimmen je nach Einfallwinkel den Farbeindruck. Das Phänomen eines schillernden Falters, vor allem bei blauen oder auch grünen Farben, wird durch diese Strukturfarben bewirkt.
Es ist relativ selten, dass ein Schmetterlingsflügel lediglich durch Strukturfärbung allein bunt erscheint, meist sind es Kombinationen beider Möglichkeiten, wobei Pigmentfarben häufig unter den Strukturfarben sitzen.
Rechts: Der Südamerikanische Glasflügler Greta oto hat durchscheinende Flügel.
Bei manchen Schmetterlingen, z. B. dem Glasflügler Greta oto, erscheinen die Flügel zum großen Teil durchsichtig. Die Ursache liegt im völligen Fehlen oder einer starken Verkleinerung der Schuppen.
Der Zweck von Farben
Doch warum macht sich die Natur so eine Mühe? Viele verschiedene Gründe gibt es für die unterschiedlichen Färbungen der Schmetterlingsflügel. So helfen dunkle Farben, die Wärme der Sonnenstrahlen zu speichern.
Tarnung
Links: Der Blattschmetterlinge Kallima paralekta ist perfekt getarnt, wenn er auf einem Zweig sitzt. Er sieht aus wie ein Blatt.
Braun- Beige- oder Grüntöne sind von Nutzen, wenn es darum geht, sich vor Vögeln und anderen Feinden zu verstecken. Viele Schmetterlinge sind wahre Meister der Tarnung und das mit gutem Grund. Da fast alle Schmetterlingsarten wehrlos ihren Fressfeinden ausgeliefert sind, müssen sie sich vor diesen verbergen. Deshalb haben sich viele optisch so gut an ihre Umgebung angepasst, dass sie kaum noch zu sehen sind, sie wirken beispielsweise wie ein Blatt.
Andere Arten haben helle und dunkle Streifen und Muster auf den Flügeln, die sie mit dem Schattenspiel eines Busches verschmelzen lassen. Komplizierte Muster wie etwa verworrene, kontrastreiche Linien, erschweren es Feinden, die Umrisse des Schmetterlings zu erkennen, die sozusagen „aufgelöst“ werden. Das tarnende Muster ist stets auf der Seite der Flügel, die sichtbar ist, wenn der Falter ruht.
Achtung – ungenießbar!
Rechts: Südamerikanischer Passionsfalter (lat. Heliconius melpomene)
Leuchtende, kontrastreiche Farben dagegen sind oft eine Warnung, dass dieser Falter ungenießbar und giftig ist. Bekannt ist eine solche Warntracht von Wespen oder Hornissen, die mit grellem Gelb signalisieren: Achtung – ich bin gefährlich! Damit halten sie sich Fressfeinde vom Hals.
Tatsächlich gibt es einige giftige Schmetterlingsarten, doch viele haben sich ein solches Äußeres zugelegt, um ihre Umgebung zu täuschen. In Wirklichkeit handelt es sich um ungiftige Insekten, die sich mit der Warnfärbung nur selbst schützen. Dies nennt man Mimikry.
Eine besonders schmetterlingstypische Form der Musterung sind die Augenflecken. Auf ihren Flügeln sind riesige Augen zu sehen. Diese Färbung kann zum einen der Partnersuche dienen, oft jedoch handelt es sich auch dabei um eine Maßnahme zur Feindesabwehr. Fühlt sich ein Falter bedroht, zeigt er seinem Feind blitzschnell die Augenflecken, die dieser für Eulen- oder Katzenaugen hält und nützt so dessen Schrecksekunde zur Flucht.
Schmetterlinge beobachten...
...könnt ihr im idea DschungelParadies Neuenmarkt. In einer Freiflughalle gibt’s rund 100 verschiedene Arten von exotischen Faltern.
Links: Leguan Hugo
Dazu Schlangen, Geckos, Vogelspinnen, Bartagame, Frösche, exotische Vögel und einen Leguan. Im Freigelände könnt ihr unsere heimische Schmetterlingswelt erforschen.
Geöffnet: April-Oktober: 9.30 Uhr- 17.30 Uhr, November-März: 10-17 Uhr, jeweils Di-So. Montags geschlossen außen an Feiertagen. Geschlossen außerdem an Heilig Abend, Silvester und Neujahr.
Text: Liane Manseicher 09.04.08, basierend auf dem Pressetext von Christine Ströhlein, idea DschungelParadies Neuenmarkt, Fotos: www.dschungelparadies.de