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Wiesen und Weiden sind landwirtschaftliches Grünland. In Deutschland wird eine Fläche von fünf Millionen Hektar (2,5 Millionen Fußballfelder), als Weide oder Wiese genutzt. Entweder werden Pferde oder Kühe gehalten, oder man nutzt die Wiesen zum Heumachen. Während eine Weide für das das Grasen von Tieren angelegt wird, wird die Wiese durch Mähen genutzt und erhalten. Dabei wird das Entstehen von Büschen und Bäumen verhindert. Ohne diese Pflege würde mit der Zeit ein Wald wachsen.
Durch den Selektionsdruck der Mahd werden vor allem Gräser begünstigt, weil sie mit dem häufigen Schnitt und der hohen Lichteinstrahlung gut zurecht kommen. Durch regelmäßiges Mähen werden mehrjährige Pflanzen gegenüber einjährigen Pflanzen bevorzugt. Ihre Samen sind in der Regel Lichtkeimer. Sie vermehren sich vegetativ und überdauern die Winter. Im Gegensatz zu den Weiden fehlen den Wiesen bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel die Disteln, die auf Weiden vom Vieh gemieden werden und nicht vom Schnitt einer Wiese beeinträchtigt werden.
Wer seinen Garten immer ordentlich aufäumt, tut den Tieren damit keinen Gefallen. Ein Haufen abgeschnittener Zweige bitet nicht nur Igeln Unterschlupf, hier brüten auch Zaunkönige. Die ungeliebten Brennesseln sind die Leibspeise zahlreicher Schmetterlingsraupen. In welken Stängeln und verdorrten Blütenköpfen überwintern viele Insekten. Wer diese Pflanzenreste erst im Frühjahr abschneidet, hilft Insekten, den Winter zu überleben. Wenn deine Eltern statt eines Rasens eine Wildblumenwiese anlegen werden sich bald viele Schmetterlinge und andere Insekten im Garten einfinden. Diese Wiese duftet nicht nur herrlich, die Vielzahl der Blumen liefert Pollen und Nektar genug, damit die Insekten während der ganzen Saison ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden.
Eine Streuobstwiese ist die traditionelle Obstbauform, bei der verschiedene Obstbaumsorten in Hochstammform auf einer Wiese stehen. Sie werden normalerweise ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel bewirtschaftet und dienen sowohl der Obsterzeugung (Obernutzung) als auch der Grünlandnutzung als Mähwiese zur Heugewinnung oder als Viehweide (Unternutzung). Die Imkerei spielt zur Bestäubung eine wichtige Rolle: Durch die Überwinterung als komplettes Bienenvolk mit mehr als 10.000 Einzelbienen erbringen die Honigbienen den größten Teil der Bestäubungsleistung.
Die Wildblumenwiese wurde oben schon erwähnt: Im Garten- und Landschaftsbau werden Blumenwiesen so gestaltet, dass im Verlauf der Jahreszeiten verschiedene Aspekte an Farbe, Wuchshöhe und Tierbesatz auftreten. Dabei steht nicht immer der Naturschutz im Vordergrund, sondern das ästhetische Erlebnis. So genannte Blumenwiesen-Mischungen, die im Handel angeboten werden, enthalten häufig keine Pflanzenarten der Wiesen, sondern einjährige Arten, wie Klatschmohn und Kornblume, die bereits im ersten Jahr blühen. Dies sind keine Arten der Wiesen, sondern Ackerwildkräuter.
Weitere Informationen zu diesem Thema findest du in WAS IST WAS Band 68: Natur erforschen und schützen. Unter anderem wird auch erklärt, wie du eine Wildblumenwiese anlegen kannst.