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Natur & Tiere / Artikel

Dinosaurier fressendes Riesenkrokodil

Der berühmte US-amerikanische Dinoforscher Paul Sereno und sein Team haben in der Wüste des westafrikanischen Staates Niger eine „riesige“ Entdeckung gemacht. Sie fanden das versteinerte Skelett eines Riesenkrokodils der Gattung Sarcosuchus. Sarcosuchus imperator, so sein ganzer Name, war zwölf Meter lang und acht bis zehn Tonnen schwer.

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croc_logo4.jpgDie 4. Expedition von Paul Sereno in die fast menschenleere Ténéré-Wüste sollte klären, welche Tiere der Kreidezeit vor mehr als 100 Millionen Jahren die einst feucht-warme Wüste bewohnten.
 
Große Flüsse durchzogen damals das fruchtbare Land und hinterließen tiefe Flussbetten in der Landschaft. Sie sind heute unter meterhohen Sanddünen begraben. An den Ufern und in den Flüssen selbst herrschte eine ungeheure Artenvielfalt, wie zahllose Funde von Tieren und Pflanzen zeigten.
 
croc_karte4.jpgFür die Suche nach Dinos ist diese Region daher ideal. Wenn Dinokadaver auf den Grund der Flüsse gelangten, wurden sie rasch von Schlamm bedeckt. Es kam kein Sauerstoff mehr an die Kadaver und somit wurden sie noch in einem recht frühen Verwesungsstadium konserviert und als Fossilien erhalten. Der Gedanke daran, wie viele unentdeckte Skelette sich noch unter den Sanddünen verstecken könnten, beflügelte Serenos siebzehnköpfiges Team aus Paläontologen, Studenten und einheimischen Führern.
 
croc_vergleich4.jpgVier Monate Arbeit bei bis zu 50 Grad Hitze und heftigen Sandstürmen haben sich gelohnt. Neben zahlreichen anderen Fossilien entdeckte das Team ein Riesenkrokodil, das sie liebevoll „Super Croc" getauft haben. Dieser monströse Herrscher der Flüsse lebte vor 110 Millionen Jahren im heutigen Niger.
 
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Foto: Jason Smith, University of Chicago.
 
Mit seinen mehr als 100 Zähnen machte Sarcosuchus imperator nach Überzeugung der Forscher nicht nur Jagd auf Fische, sondern auch auf kleinere Dinosaurier. Sein gewaltiges Maul nahm zwei Drittel des gesamten Kopfes ein.
 
Der Körper des kreidezeitlichen Riesen war von einem dicken Schuppenpanzer geschützt, wobei einzelne Hornblättchen aus der Haut wuchsen und sich dachziegelartig überlappten. Diese knöchernen Plättchen wuchsen mit dem Tier und besitzen richtige „Wachstumsringe“. Die Forscher konnten daher errechnen, dass „Super Croc" zwischen 50 und 60 Jahre alt gewesen sein muss, bis es ausgewachsen war.
 
croc_klein4.jpg
Foto: Paul Sereno, University of Chicago.
 
Eine auffällige Besonderheit des Krokodils ist ein hohler knöcherner Auswuchs an der Spitze der Schnauze, der mit der Geschlechtsreife der Tiere enorm anwuchs. Über seine genaue Funktion rätselt man noch. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass der „nasal bulla" genannte Auswuchs zur Verbesserung des Geruchsinns und zur Erhöhung des Stimmvolumens gedient haben könnte. Sie meinen, dass Super Croc nicht nur ein höchst gefährlicher, sondern auch ein äußerst intelligenter Jäger war. Über laute Rufe haben die Tiere wahrscheinlich intensiv miteinander kommuniziert.
 
Bereits im Jahr 1964 hatte man in der Ténéré-Wüste schon einzelne Knochen der Riesenkrokodile gefunden. Sie gaben den Forschern lange Zeit Rätsel auf. Mit dem neuen Fund von Paul Sereno und seinen Kollegen von der University of Chicago ist es nun endlich möglich, die Schädel- und Knochengerüstbruchstücke zu einem relativ lückenlosen Skelett des Kreidezeit-Reptils zusammenzufügen. Seine versteinerten Überreste gewähren den Wisenschaftlern einen recht genauen Einblick in seine Anatomie und Lebensweise.
 
-09.11.2001/ast/Lesestein.de/ die drei ersten Fotos (Vergleich, Logo, Karte): University of Chicago.

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