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An September-Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Nach altem Glauben zeigt sich darin das Wirken der "Nornen", der alten Schicksalsgöttinnen, die die Lebensfäden der Menschen spinnen.
Ob man nun an die germanischen Göttinnen glauben mag oder eher der meteorologischen Erklärung vertraut, der Altweibersommer, auch Flug-, Frauen-, Nach-, Spät- oder Seniorensommer ist die zuverlässigste, aber auch letzte schöne warme Hochdruckwetterphase des ganzen Jahres.
Es sind fliegende Spinnen, die diese zarten Fäden spinnen. Sie sind sehr jung und so klein, dass man sie fast nicht sehen kann. Mit diesen langen Silberfäden wollen sie hinaus in die Welt ziehen. Beim ersten Windhauch segeln sie an diesem Faden los weit über das Land, bis sie einen geeigneten Platz zum Netzbauen gefunden haben.
Während des Altweibersommers merkt man den Übergang von der sommerlichen zur winterlichen Witterung ganz deutlich. Manchmal sind die Nächte bereits empfindlich kalt und es kann sogar vereinzelt erste Bodenfröste geben. Die warme Luft für den Altweibersommer in Deutschland wird durch ein Festlandhoch über Russland hierher gelenkt. Das Wetterphänomen kennt man übrigens auch in Nordamerika. Dort nennt man die milden Herbsttage Indian Summer.