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Es ist schwer, einen Blick hinter den Mythos Leonardo zu werfen. Es gibt kaum Quellen, und Leonardo führte ein geheimnisvolles, merkwürdiges Leben, so verfasste er beispielsweise seine privaten Aufzeichnungen in Spiegelschrift. Leonardo kennzeichnete vor allem eine ständige Rastlosigkeit, die ihn von einem Projekt zum nächsten trieb.
1482 trat Leonardo in den Dienst des Grafen von Mailand. Es war eine Zeit der Irrungen, eine Epoche, in der künstlerische Tätigkeit weit unter höfischen Aufgaben rangierte. Deshalb bot sich Leonardo dem Herzog von Mailand nicht als Maler sondern als Ingenieur an. Leonardo brachte seine technischen Ideen zu Papier: Panzerwagen, Fluggeräte, Kanonenmodelle, Unterseeboote, ein Perpetuum mobile und vieles mehr. Seine Architektur reichte von der Kirche bis zur Festung, doch keines der von ihm entworfenen Gebäude wurde je errichtet, auch Dutzende von Gemälden und Skizzen blieben unvollendet. In der Mailänder Zeit malte da Vinci aber auch das berühmte Wandbild des Abendmahls (1495-1498), lernte Botticelli, Michelangelo und Machiavelli kennen.
Es war eine Zeit politischer Intrigen, Morde und ständiger Auseinandersetzungen. Die Medici kämpften in Florenz um die Macht, der berüchtigte Alexander VI. Borgia saß auf dem Papstthron und Machiavelli schrieb sein umstrittenes Hauptwerk Der Fürst.
Durch Machiavellis Fürsprache sollte er ein Wandgemälde der Schlacht von Anghiari für das Rathaus von Florenz malen. Statt dessen entstand zwischen 1503 und 1506 das berühmte Porträt der "Mona Lisa". 1506 verließ er Florenz wieder in Richtung Mailand ohne das Schlachtengemälde fertig gestellt zu haben. Statt dessen hielt er Tiere, Menschen, Gebäude und Landschaften, mit Tusche, Rötel und Silberstift fest - lebensnah und ihrer Zeit weit voraus.
Museum Industriekultur Nürnberg