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Natur & Tiere / Artikel

Haie - sensible und schlaue Meeresbewohner

Unbestritten - Haie sind wilde Tiere. Und einige Haiarten greifen manchmal tatsächlich alles an, was ihnen in die Quere kommt, sei es ein Surfbrett, ein Taucher oder Schwimmer. Allerdings geschehen diese Angriffe so gut wie nie aus böser Absicht heraus, sondern beruhen fast immer auf Verwechslungen. Aufmerksam gemacht durch unsere Leserin Juliette, möchten wir mit einigen Vorurteilen über Haie gründlich aufräumen.

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Haie sind in allen Ozeanen der Welt zu Hause: in den warmen Gewässern der Karibik genauso wie in den kalten Fluten der Arktis. Sie zählen zu den ältesten Bewohnern der Erde. Und es gab sie schon vor den Dinosauriern. Über Millionen von Jahren haben die perfekt an ihre Umgebung angepassten Jäger Körperbau und Lebensweise kaum verändert. Heute gibt es über 400 verschiedene Haiarten.
 
Knorpelfische
 
Die Haie gehören zu den Knorpelfischen und unterscheiden sich wesentlich von anderen Fischen. So besteht ihr Skelett aus Knorpeln statt aus Knochen oder Gräten, und ihre Kiemen sitzen nicht unter Kiemendeckeln, sondern sie haben mehrere Kiemenschlitze auf beiden Seiten hinter dem Kopf. Die Hälfte der Haiarten lebt in der Tiefsee.
 
Von winzig bis riesig
 
Hier gibt es alle Größen: vom 24 Zentimeter kleinen Steuerschwanz-Katzenhai bis zum riesigen Walhai, der bis zu 18 Meter lang werden kann. Die meisten Haie bleiben kleiner als einen Meter. Gerade jeder Fünfte wird größer als ein Mensch.
 
hai1_b2.jpgHysterie unbegründet
 
Obwohl viele Haiarten inzwischen vom Aussterben bedroht sind und vom Menschen nahezu ausgerottet wurden, haftet ihnen der Ruf an, es auf unschuldige Schwimmer, Taucher und Surfer abgesehen zu haben. Dabei wird die Gefahr von Haiangriffen oft übertrieben. Es ist sehr viel wahrscheinlicher einen 6er im Lotto zu gewinnen oder von einem Blitz erschlagen zu werden als durch einen Hai ums Leben zu kommen.
 
Keine Killermaschinen
 
Passiert dennoch einmal ein tödlicher Unfall, beruht er meist auf Missverständnissen oder Provokation durch den Menschen: Tödliche Attacken gab es beispielsweise, wenn ein Taucher einen harpunierten Fisch am Gürtel befestigt hat. Der Hai riecht das Blut des Fisches und greift an. Schwimmer sollten sich außerdem nicht heftig bewegen, wenn sie einen Hai sehen. Der Hai spürt den Druck des Wassers auf seiner Haut und hält den Schwimmer für ein verletztes Beutetier.
 
Wenn Haie sich wirklich von Menschen ernähren würden, wären sie längst verhungert und ausgestorben. Obwohl der Mensch seinen Lebensbereich stark auf das Wasser ausgedehnt hat, kommt es nur selten zu tödlichen Haiangriffen. Dass die Zahl der Opfer seit Anfang des 20. Jahrhunderts stetig gestiegen ist, liegt aber weniger an den Haien als an der Zunahme des Wassersports.
 
hai2_b2.jpgHaiattacken sind selten
 
Verglichen mit etwa 15 Milliarden Bade-, Surf- und Schwimmereignissen sind 50 bis 100 Haiattacken pro Jahr aber extrem wenig. Die Dunkelziffer liegt allerdings etwas höher. Vor allem Dritte-Welt-Länder versuchen solche Vorfälle unter den Teppich zu kehren, weil sie Angst haben, Touristen würden ihr Land künftig meiden.
 
Der Weiße Hai - der Schlimmste seiner Art?
 
Was Haiattacken betrifft, so ist besonders der Weiße Hai in Verruf geraten. Nicht zuletzt durch den gleichnamigen Horrorshocker. Und tatsächlich führt er die Statistik bei tödlichen Unfällen an (gefolgt vom Tigerhai). Die meisten Attacken generell gehen aber auf den Bullenhai zurück, der sich auch häufig in größeren Flüssen wie z.B. dem Amazonas aufhält.
 
Ausgeprägtes Sozialverhalten
 
Obwohl Weiße Haie intelligente, sensible Tiere mit sehr ausgeprägtem Sozialverhalten sind, können sie grundsätzlich eine Gefahr für den Menschen darstellen . Diese geht jedoch nicht von der Aggression der Tiere aus, sondern beruht auf ihrer Größe und ihrem breiten Nahrungsspektrum. Da Weiße Hai neugierig auf die Umrisse ihrer Beute reagieren, können sie aus Versehen auch mal einen Menschen mit einer Robbe verwechseln und zubeißen.
 
hai3_b2.jpgVom Aussterben bedroht
 
Statt uns ständig über die Gefahr durch Haie Gedanken zu machen, sollten wir uns lieber überlegen wie wir sie aktiv schützen können. Haie werden nicht nur wegen ihres Fleischs, der Knorpel und der Flossen gejagt. Jährlich landen Millionen von Tieren als unverwendbarer Beifang in den Netzen der Fischer. Walhai und Riesenhai wurden deshalb 2002, der Weiße Hai 2004 auf die Liste des Artenschutzabkommens gesetzt.
 
Aktiver Hai-Schutz
 
Wenn ihr wissen möchte, wie ihr zum Schutz der gefährdeten Haie beitragen könnt, klickt auf die Seite der Hai-Stiftung.
 
Schluss mit Vorurteilen
 
Gängige Vorurteile über Haie werden auf dieser Seite entkräftet.
 
Wir möchte uns an dieser Stelle bei unserer Leserin Juliette für die konstruktive Kritik an unserem WIW-Band 95 "Haie und Rochen" bedanken. Auch ihr wollt eure Meinung zu unseren Büchern loswerden? Dann schreibt doch an: redaktion@wasistwas.de!
 
 
Nic - 12.04.2005 / Fotos: Sharks, whales etc, digital stock


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