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Natur & Tiere / Artikel

Echt "erleuchtet": das Glühwürmchen

Von Ende Mai bis Ende Juli sind sie zu beobachten, die "Phausis Splendidula", auch als Glühwürmchen bekannt. Hinter ihrem wundervollen Leuchten in der Dämmerung steckt ein einfacher, biologischer Zweck: Mit ihrem Leuchtorgan locken Weibchen ihre Partner an.

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Sieht am Tag aus wie ein "ganz normaler" Käfer - das Glühwürmchen.
 
Bei Tag besehen, verwandeln sich die Glühwürmchen - fast enttäuschend - in ganz normale Käfer: Die Männchen haben bräunliche Flügel mit Längsrippen.
 
Die Weibchen verfügen sogar nur über verkürzte, stummelige Flügeldecken - so kann man das Hinterteil gut sehen. Das ist in ihrem Fall sehr zweckmäßig, denn an der Bauchseite des Hinterleibes befinden sich die so genannten Leuchtorgane, die phosphoreszieren. Phosphoreszieren bedeutet, dass Stoffe noch Licht ausstrahlen und nachleuchten können, auch wenn zum Beispiel die Lichtquelle schon wieder ausgeschaltet wurde.
 
Als Larven ernähren sich die Käfer von Schnecken und pflanzlicher Nahrung. Nur die Männchen können fliegen. Und sind die Tiere fertig entwickelt, fressen sie nichts mehr.
 
Die 8 bis 10 Millimeter großen Käfer könnt ihr auf Wald- oder Feldwegen, in Gärten und Gebüschen finden. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv.
 
gluehwuermchen3.jpg
Ein flugunfähiges Glühwürmchen-Weibchen leuchtet. Hier in einer Nahaufnahme.
 
Die Leuchtorgane haben für die Glühwürmchen eine ganz wichtige Funktion: sie dienen der Partnerfindung. Damit die Glühwürmchen leuchten, muss eine komplizierte biochemische Reaktion in den Zellen ablaufen. Durch einen Reiz wird in den Zellen das so genannte Luziferin aktiviert. Dieser chemische Stoff verbindet sich mit einem weiteren Stoff und Sauerstoff und dabei entsteht Licht. Dieses Licht sieht man tatsächlich nur in der Dunkelheit, am Tag ist es zu schwach.
 
Bei den in Mitteleuropa beheimateten Glühwürmchen besteigen die Weibchen in den Abendstunden erhöhte Punkte und nehmen eine bestimmte Haltung ein. Dann fangen sie durchgehend an zu leuchten, bis das Männchen auf sie aufmerksam wird, den "Suchflug" startet und sie findet. Das Leuchten hat also Signalwirkung. Bei bestimmten Leuchtkäferarten können allerdings auch die Männchen leuchten.
 
Haben sich ein männliches und weibliches Glühwürmchen zur Paarung gefunden, dann ist es auch schnell vorbei mit ihrer "Zweisamkeit". Denn das Männchen stirbt kurz nach der Paarung. Das Weibchen lebt noch einige Tage und legt seine Eier im Waldboden ab. Dann stirbt das Weibchen – und eine neue Glühwurmgeneration wächst heran.
 
Wenn ihr euch für Glühwürmchen oder auch andere Insekten interessiert, dann solltet ihr euch die Internetseite www.insecta.ch anschauen, eine wirklich informative Seite.
 
Aufschlussreiche Bilder findet ihr auch auf der Seite von Dr. Dieter Weiß, Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, unter www.chemie.uni-jena.de/institute/oc/weiss/ .

 
Text: ab - 26.06.2006. Foto 1 mit freundlicher Genehmigung von www.harlequin.ch;Foto 2: www.chemie.uni-jena.de/institute/oc/weiss/.


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