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Natur & Tiere / Artikel

Zugvögel - echte Hochleistungssportler

Allein in Deutschland gibt es 70 verschiedene Zugvogelarten. Manche verbringen den Sommer bei uns, andere den Winter, und wieder andere machen in Deutschland nur Rast.

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Schwarm22.jpgSie legen jedes Jahr Tausende von Kilometern zurück, manche von ihnen machen dabei noch nicht einmal eine Pause. Sie fliegen über die höchsten Gebirge, überqueren die heißesten Wüsten, einige pendeln sogar zwischen Nord- und Südpol hin und her.
 
Der Weißstorch
 
... ist der größte Energiesparer. Anstatt mit den Flügeln zu schlagen, lässt er sich von Aufwinden tragen. Er nutzt die Thermik und gleitet auf warmen Luftkissen. Dabei verbraucht er sehr wenig Energie. Die meisten Störche überwintern in Afrika, einige fliegen nur bis Südeuropa. Sie fliegen bis zu 400 Kilometern täglich, bei einem Durchschnittstempo von 90 Stundenkilometern.
 
Die Blässgans
 
Gans13.jpg... flattert bei ihrem Zug ununterbrochen mit den Flügeln. Trotzdem schafft sie eine Strecke von 6.000 Kilometern. Da sie bei ihrem Flugstil sehr viel Energie verbraucht, muss sie sich vor ihrer Reise einen großen Fettvorrat anfressen. Die Blässgans ist bei uns ein Wintergast. Sie fliegt nicht von hier aus in den Süden, sondern kommt aus Sibirien und überwintert am Niederrhein.
 
Die Küstenseeschwalbe
 
... fliegt von allen Zugvögeln am weitesten. Sie brütet am Nordpol und fliegt dann zum Südpol, um dort zu überwintern. Das sind hin und zurück 40.000 Kilometer. Die Küstenseeschwalbe umkreist also in jedem Jahr einmal den gesamten Globus. Sie ist ein so genannter "Langstreckenzieher".
 
Der Kranich
 
kranich12.jpg... ist der bekannteste Zugvogel. Er ist gut am Himmel zu erkennen, weil er 1,20 Meter groß ist und eine Flügelspannbreite von 2 Metern hat. Bevor Kraniche in den Süden ziehen, sammeln sie sich in riesigen Scharen auf den Sammelplätzen bei Rügen und Stralsund. Von dort aus ziehen sie in Schwärmen nach Spanien oder Portugal.
 
Sterne, Sonne und Magnetfelder
 
Über die genauen Mechanismen der Navigation ist noch wenig bekannt. Man nimmt an, dass sich manche Vögel an den Sternen, manche nach der Sonne und andere am Magnetfeld der Erde orientieren.
Erstaunlich ist in jedem Fall, dass sie zuverlässig ihr eigenes Nest wiederfinden. Ein Zugvogel verlässt gegen Sommerende oder im Herbst sein Brutgebiet. Die Tiere wandern, um gute Bedingungen zum Überleben zu haben.
 
Die unterschiedlichen Flugformationen
 
Keil15.jpgJede Art fliegt auf ihrem Weg zu ihrem Reiseziel. Der Kuckuck zum Beispiel fliegt ganz alleine. Andere ziehen in großen Scharen, wie Stare und Rauchschwalben.
Kraniche und Gänse fliegen im sogenannten Keilflug. Enten fliegen in gerader Linie nebeneinander und z.B. Haubentaucher in einer Kette hintereinander.
 
Forschungsobjekt Zugvogel
 
Um herauszufinden, wohin die Vögel alle ziehen, haben Ornithologen, das sind Vogelforscher, den Vögeln Aluminiumringe um die Beine gegeben. Wird ein gekennzeichneter Vogel in einem anderen Land gefunden, dann schickt der Finder den Ring an die ursprüngliche Vogelwarte zurück. In einer Liste wird alles aufgeschrieben. Je mehr Vögel beringt werden, desto genauer können die Forscher den Vogelzug verfolgen.
 
Die verschiedenen Flugrouten
 
zugvoegel5Auf ihrem herbstlichen Weg in den Süden wählen die Vögel zwei Hauptrouten sowie einige weniger stark frequentierte Nebenrouten. Die westliche Hauptroute führt von Deutschland über Frankreich, Spanien und die Straße von Gibraltar nach Nordafrika.
 
Die zweite Hauptroute des jährlichen Vogelzugs erstreckt sich über den östlichen Teil Europas. Sie verläuft über Österreich und Ungarn, dann über das ehemalige Jugoslawien und Griechenland. In der Nähe von Istanbul überqueren sie das Marmarameer beziehungsweise den Bosporus und rasten in Israel. Von hier aus ziehen sie weiter in Richtung Nordafrika, um schließlich in ihren ostafrikanischen Überwinterungsgebieten einzutreffen.
 
Eine dritte Flugstrecke führt vor allem Sing- und Greifvögel über Italien nach Malta und von dort aus nach Nordafrika sowie über die Sahara. Auch auf Zypern oder auf den Balearen finden sich in jedem Herbst gefiederte Gäste ein, die dort im Winter verweilen wollen.
 
Nicht nur deutsche Urlauber verbringen also die kalte Jahreszeit gern auf der mit einem relativ milden Winterklima gesegneten Insel Mallorca, auch viele Zugvögel halten sich dort auf.
 
16.10.02 -sw- Bildmaterial: Photodisc

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