"Potlatch" bedeutet "geben" und kommt aus der Handelssprache Chinook. Mit Potlatch wird bei den Indianern der Küstenregionen im Nordwesten Amerikas aber auch ein außergewöhnliches Fest bezeichnet, bei dem man in ritueller Weise Geschenke übergibt. Der Gastgeber kann umso größeres Ansehen erlangen, je größer und wertvoller seine Gaben sind.
Ein Häufptling lädt also andere ein und verteilt an sie in einer festgelegten Reihenfolge Geschenke. Dadurch bekommt der Gastgeber eine bessere Stellung und gewinnt höheres Ansehen. Im Rahmen des Portlatch werden auch erbliche Rechte übertragen. Oft werden Potlatchs anlässlich von Hochzeiten, der Geburt eines Kindes oder dem Tod eines berühmten Mannes gefeiert. Starb ein raghoher Chef, gab es einen Trauerpotlach und nach etwa einem Jahr einen Gedenkpotlach, wobei seine Angehörigen alles weggaben, was sie besaßen. So wurden auch Familienrechte und - privilegien weitergegeben und umverteilt und es wurde ein Bezug zu den Ahnen hergestellt.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Potlatch verboten, weil ein wilder Streit um die Rechte und Titel entbrannt war und sich deshalb Familien vollkommen runinierten.