Nofretete – neben Kleopatra die wohl schönste und anmutigste Frau der ägyptischen Antike – ist durch den Fund ihrer Büste unsterblich geworden. Wer verbarg sich aber hinter dem in Stein geschlagenen Antlitz, das der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt am 7. Dezember 1912 entdeckte?
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Die berühmte Gemahlin von König Echnaton muss schon als Baby ausgesprochen hübsch gewesen sein. Denn ihre Eltern gaben ihr den Namen „Nofretete“, was übersetzt bedeutet „Die Schöne ist gekommen“. Trotz intensiver Forschungen ist ihre Herkunft ungewiss. Man vermutet jedoch, dass ihre Familie der ägyptischen Oberschicht angehörte.
Sonnenkult eingeführt
Über ihren Gemahl ist wesentlich mehr bekannt, als über Nofretete selbst. Als Herrscher der 18. Dynastie (Regierungszeit etwa 1350 bis 1334 v. Chr.) führte er den Kult des Sonnengottes Aton ein und etablierte damit als erster Monarch der Weltgeschichte eine monotheistische Religion. Er schaffte damit die bis dahin in Ägypten übliche Verehrung mehrerer Götter ab und gilt noch heute als größenwahnsinniger „Ketzerkönig“.
War Nofretete eine Priesterin?
Auch Echnatons Hauptfrau verehrte den Sonnengott zutiefst. Man vermutet heute, dass sie möglicherweise das höchste Priesteramt inne hatte – eine Aufgabe, die sonst nur männlichen Herrschern vorbehalten war. Darauf deuten Funde von Wandmalereien, die aus Tempeln des Sonnengottes stammen.
Ungeklärte Rätsel
Lange währte die Ehe von Echnaton und Nofretete nicht. Ab dem 12. Regierungsjahr des Königs wurde seine Gattin weder mehr abgebildet noch erwähnt. Ob sie einfach verstarb oder aus irgendeinem Grund in Ungnade gefallen war und verstoßen wurde, wissen wir nicht. In ihrer Königinnenrolle wurde sie von einer ihrer sechs Töchter abgelöst.
Die Büste steht in Berlin
Nofretetes Schönheit ist in verschiedenen plastischen Darstellungen dokumentiert, die man in Tell el-Amarna, der ehemaligen Residenz Echnatons fand. Am schönsten und eindrucksvollsten ist jedoch die lebendig wirkende, bemalte Kalksteinbüste, die man noch heute im Ägyptischen Museum in Berlin-Charlottenburg bestaunen kann. Das Werk aus den Händen des berühmten Bildhauers Thutmosis gehört zu den bedeutendsten Fundstücken der ägyptischen Antike.
Nic – 28.11. 2002 / Foto: Ägyptisches Museum Berlin Charlottenburg