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Die 54-Jährige setzt sich für die Versöhnung zwischen den beiden verfeindeten Volksstämmen der Hutu und Tutsi in Ruanda ein. Sie musste, wie viele Angehörige der Tutsi-Minderheit, bereits 1973 ihre Heimat verlassen, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen. In Deutschland erhielt sie politisches Asyl. Von 1977 bis 1985 absolvierte sie in Deutschland eine Ausbildung als technisch-pharmazeutische Assistentin. Sie gründete eine Familie und war in Siegburg im Referat Migrations- und Ausländerarbeit des dortigen Evangelischen Kirchenkreises tätig.
Über die Begegnung mit dem Mörder ihrer Mutter und die Rückkehr in ihr Dorf ist eine beeindruckende Fernsehdokumentation entstanden, die im Jahr 2003 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2003 hat Eugénie Musayidire auch das Jugendbegegnungs- und Therapiezentrum in Nyanza errichtet, in dem Kinder und Heranwachsende betreut werden, die durch den Genozid (= Völkermord) noch immer traumatisiert sind. Dort gibt sie Hutu- und Tutsi-Jugendlichen ein gemeinsames Zuhause. Der Name des Zentrums "Izere" bedeutet "Hoffnung".
Um den betroffenen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, muss dringend eine Schule gebaut werden. Durch die schrecklichen Erlebnisse konnten sie jahrelang nicht mehr lernen. Ein Problem ist, dass Schüler in Ruanda nicht sitzen bleiben dürfen. Erreichen sie das Klassenziel nicht, müssen sie die Schule verlassen. Das gilt für staatliche Schulen. Für Privatschulen fehlt aber das Geld. Damit Eugénie Musyidires Schützlinge ihre Schulabschlüsse nachholen können und eine Chance für die Zukunft haben, unterstützt die Stadt Nürnberg den Bau dieser Schule.