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Die Seefahrt und den Handel zur See gibt es schon sehr lange. Flüsse und Meere sind traditionelle Transportwege, und immer haben Räuber versucht, die beladenen Schiffe zu überfallen und an die Ladung heranzukommen. Das älteste Schriftstück, in dem von Seeräubern die Rede ist, ist ein Brief aus dem Jahr 1350 vor Christus und wurde im Staatsarchiv des ägyptischen Pharaos Echnaton gefunden. Der Brief ist in eine Tontafel geritzt. Darin steht, dass die Küste Nordafrikas Jahr für Jahr von Seeräubern aus dem Süden der heutigen Türkei heimgesucht wird. Wie die Piraten hießen und wer sie genau waren ist nicht überliefert.
Piratenfilme und Romane spielen überwiegend im karibischen Raum in der Zeit vom 16. bis ins 18. Jahrhundert. In dieser Epoche lieferten sich alle seefahrenden europäischen Nationen auf See einen dauerhaften, hartnäckigen Krieg, egal, ob sich dieselben Nationen auf dem europäischen Festland gerade im Krieg befanden oder nicht. Die Grenze zwischen offiziellen Kaperfahrern der Königshäuser und illegalen Piraten ließ sich nicht mehr ziehen. Das Phänomen des Freibeuters entstand. Die Regierungen wollten sich einen Anteil der Reichtümer der Neuen Welt holen und gleichzeitig den Handel ihrer Konkurrenten stören. Erst um 1700 war den Großmächten ein gesicherter Seehandel wichtiger als die Schwächung anderer Staaten. Von da an wurden die Piraten bekämpft und vertrieben, so dass sie sich andere Zufluchtsstätten außerhalb der Karibik suchten, wie die Küsten Nordamerikas, Westafrikas oder Madagaskar. Aber auch hier wurden sie nach und nach vertrieben. Das goldene Zeitalter der Piraten endete noch im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts.
Somalia ist ein Staat im äußersten Osten Afrikas. Er grenzt im Osten an den Indischen Ozean, im Norden an den Golf von Aden, im Westen an Dschibuti und Äthiopien und im Süden an Kenia. Der Landesname ist vom Volk der Somali abgeleitet, das auch in den Nachbarländern ansässig ist. Seit 1991 befindet sich das Land im Bürgerkrieg. Einen Teil des Landes kontrolliert eine Übergangsregierung im Rest herrschen lokale Clans, Kriegsherren und andere Akteure. So hat sich die Piraterie vor der Küste Somalias zu einem profitablen Geschäft entwickelt. Zu den vielen Tausend Seeräubern gehören ehemalige Fischer, Bürgerkriegskämpfer und Geschäftsleute.
Am 15. November kam es zum bisher Aufsehen erregendsten Vorfall, als der Supertanker Sirius Star mit 25 Besatzungsmitgliedern in die Hände von Piraten fiel. Bemerkenswert war die Beute der Piraten, denn allein das Schiff hatte einen Wert von über 150 Millionen Euro. Dazu kam die Schiffsladung von zwei Millionen Fass Rohöl im Wert von ca. 80-90 Millionen Euro.
Die somalische Übergangsregierung besitzt keine Marine. Um gegen Piraten vorzugehen, hat sie gelegentlich somalische Gewässer für ausländische Marineschiffe frei gegeben. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat im Oktober 2008 alle Staaten in der Region dazu aufgefordert, mit Kriegsschiffen gegen die Piraten vorzugehen. Die NATO schützt Schiffsconvoys des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen und schickt Kriegsschiffe, um die Frachter in die Häfen zu eskortieren.
Weitere gefährliche Schurken findest du auf der CD/ Seeräuber/Schiffe,
im
WAS IST WAS Band 96 „Schatzsuche“.