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Geschichte / artikel

Die "Andrea Doria": Größte Rettungsaktion auf See

Der Untergang der „Andrea Doria“ am 25. Juli 1956 hätte die größte zivile Schiffskatastrophe nach der „Titanic“ werden können. Doch dank moderner Kommunikationsmittel und der schnellen Reaktion anderer Schiffe wurden 1.660 Passagiere des Luxusliners gerettet. 46 ließen ihr Leben 200 Seemeilen vor New York.

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Die Andrea Doria – 1951 gebaut und  1953 auf Jungfernnfahrt unterwegs -  war der ganze Stolz der Italienischen Nation. Ein echter Luxusliner, benannt nach einem genuesischen General des 16. Jahrhunderts, auf dem sich die Passagiere in vornehmen Salons und Tanzsälen vergnügten. Auch beim Baden konnten die feinen Herrschaften unter sich bleiben. Die „Andrea Doria“ hatte als erstes Schiff drei Swimming Pools, für jede Klasse einen.
 

Sicherstes Passagierschiff
 

Der  stolze Liner – 212 Meter lang und mit einer Top-Geschwindigkeit von 26 Knoten – war nicht das größte oder schnellste, galt aber als das sicherste Passagierschiff seiner Zeit. Er war mit einem doppelwandigen Rumpf ausgestattet und hatte elf sogenannte Schottabteilungen. Zwei davon konnten komplett mit Wasser volllaufen - ohne das Schiff in Gefahr zu bringen.
 
Hochmoderne Radartechnik
 
Außerdem war die Andrea Doria mit einer für die damaligen Zeit hochmodernen Radaranlage ausgerüstet. Dazu musst du wissen, dass die Radartechnik damals noch ganz am Anfang stand. True-Motion-Geräte, die Größe, Geschwindigkeit und Position anderer Schiffe genau ermitteln können, gab es damals noch nicht. 
 

Auf der "Sunshine Route"
 
Die 51. Reise des Ozeanriesen sollte auf der legendären „Sunshine Route“ über die Azoren nach New York führen. Der New Yorker Hafen liegt nur noch 200 Seemeilen entfernt, als es zur Katastrophe kommt. Die meisten Passagiere schlafen zu diesem Zeitpunkt schon, andere tanzen noch unter Deck. Ähnlich wie beim Untergang  der Titanic liegt dichter Nebel über dem Nordatlantik am Unglücksabend.
 
Nebel über dem Nordatlantik
 
Kapitän Calamai kann seine eigene Hand kaum noch vor Augen sehen, als die „Andrea Doria“ und der Dampfer „Stockholm“ beginnen, direkt aufeinander zuzusteuern. Schuld an der Kollision ist eine Verkettung unglücklicher Umstände. Zum einen nimmt der italienische Kapitän die „Stockholm“ auf dem Radar viel zu spät wahr. Er lässt die eigene Position zwar leicht korrigieren und verringert etwas die Geschwindigkeit, aber reagiert dennoch viel zu spät.
 
Verkettung unglücklicher Umstände
 
Der schwedische Dampfer, der rund 500 Passagiere an Bord hat und zudem noch viel Fracht befördert, fährt bei noch klarem Mondschein mit voller Fahrt auf die „Andrea Doria“ zu, auch wenn die erfahrenen Offiziere hätten wissen müssen, dass es beim Zusammentreffen von Golf- und Labradorstrom jederzeit schnell Nebel geben kann.
 
Irrtum des dritten Offiziers
 
Den folgenreichsten Fehler macht der dritte Offizier der „Stockholm“. Er glaubt, dass die „Andrea Doria“ links von seinem eigenen Schiff fährt und nicht rechts. Er gibt diese falsche Position weiter und als er den Irrtum bemerkte, ist es bereits zu spät. Die „Stockholm“ rammt die „Andrea Doria“ mit dem Bug und der Luxusliner läuft rasend schnell voll Wasser.
 
Größte Rettungsaktion in der Geschichte der Seefahrt


Dann begann die größte Rettungsaktion aller Zeiten auf See. Allein die kaum beschädigte „Stockholm“ nahm rund 500 Passagiere und Crewmitglieder auf, 30 Rettungsboote waren darüber hinaus im Einsatz. Als die „Andrea Doria“ am Morgen des 26. Juni sank, waren alle Passagiere in Sicherheit. „Nur“ 46 kamen um, allein schon 10 beim direkten Aufprall.
 
Medienereignis
 
Die „Andrea Doria“ ist bis heute noch so bekannt, weil die Rettungsaktion live von mehreren amerikanischen Nachrichtenstationen im TV übertragen wurde. Damals eine absolute Sensation. Zum damaligen Zeitpunkt hatten die meisten Menschen in Deutschland noch nicht mal ein eigenes Fernsehgerät. Auch zahlreiche Fotos existieren. Besungen wurde die Katastrophe später von Udo Lindenberg in „Alles klar auf der Andrea Doria“.
Nic – 25. Juli 2011 /  Fotos: public domain

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