Was geschah beim Untergang der "Wilhelm Gustloff"?
Die "Titanic" ist wohl die berühmteste Schiffskatastrophe aller Zeiten. Nicht zuletzt durch die bombastische Hollywoodverfilmung. Was Friedenszeiten betrifft, ist sie auch die größte. Weit mehr Opfer forderte jedoch ein Unglück während des Zweiten Weltkriegs: der Untergang des Schiffes "Wilhelm Gustloff".
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Das Schiff war nach dem Nationalsozialisten und Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff benannt, der in der Schweiz 1936 ermordet worden war und von den Nazis als Märtyrer gefeiert wurde.
Es war ursprünglich ausschließlich für Kreuzfahrten gebaut worden. Der Stapellauf fand am 05. Mai 1937 statt und das Schiff war für die NS-Organisation "Kraft durch Freude" im Einsatz. Als beliebtes Kreuzfahrtschiff war die "Gustloff" bis Anfang September 1939 unterwegs. Ab Mitte September 1939 wurde sie als Lazarettschiff im Krieg an die Kriegsmarine übergeben. Während der Besetzung Norwegens im Frühjahr 1940 diente sie auch als Verwundetentransporter. Seit Anfang 1945 diente sie neben vielen anderen Linern als Flüchtlingsschiff.
Traurige Bilanz:
Beim Untergang der "Wilhelm Gustloff" am 30. Januar 1945 kamen sechsmal so viel Menschen ums Leben wie bei der Jungfernfahrt des Luxusdampfers "Titanic" 1912: 9.000 Menschen starben bei minus 18 Grad Außentemperatur und zwei Grad Wassertemperatur in den eisigen Fluten der Ostsee. Darunter 4.000 Kinder und Jugendliche.
Was war geschehen?
Passiert ist diese Katastrophe kurz vor Ende des Krieges. Rund zwei Millionen Zivilisten und Soldaten, die vor der heranrückenden sowjetischen Armee auf der Flucht waren, wurden in diesen Tagen aus der Danziger Bucht (im heutigen Polen) über die Ostsee evakuiert.
Als die "Wilhelm Gustloff" am Nachmittag des 30. Januar in See stach befanden sich laut Passagierliste 6.050 Menschen an Bord. Heute weiß man jedoch, dass es über 10.000 Passagiere waren. Vor allem viele Frauen und Kinder.
Das Unglück passierte, als das Schiff noch am selben Abend gegen 21 Uhr von drei Torpedos getroffen wurde, die ein russisches U-Boot abgeschossen hatte. Da die "Wilhelm Gustloff" stark überladen war, neigte sie sich sofort nach steuerbord. Deshalb konnten auf dieser Seite keine Rettungsboote mehr ins Wasser gelassen werden. Auf der Backbordseite waren mehrere Boote in den Halterungen festgefroren, einige wurden zu früh ausgeklinkt und stürzten ins Wasser.
Viele Menschen sprangen deshalb in Panik einfach in die Ostsee oder begingen Selbstmord, um dem Tod im eisigen Wasser zu entfliehen.
Nach weniger als 50 Minuten war die "Wilhelm Gustloff" versunken und hatte 9.000 Menschen in den Tod gerissen. Nur 1.239 Personen wurden gerettet.
Wenn ihr mehr Bilder und Daten über die Wilhelm Gustloff wollt werdet ihr auf www.lostliners.de, einer sehr schönen privaten Sammlerseite zum Thema Schiffe, fündig.
-ab-28.01.05 Text / Fotos: Mit freundlicher Genehmigung Thorsten Totzke, die Bilder stammen aus seiner Sammlung; www.lostliners.de. / aktualisiert: Christine Spindler, 26.01.2010
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