"Emma" ist eine politisch engagierte Zeitschrift von Frauen für Frauen, die am 26. Januar 1977 zum ersten Mal erschien und ihr 30. Jubiläum feiert. Die zeitschrift, die alle zwei Monate erscheint, tritt gegen Sexismus und für die Gleichberechtigung ein. Ihre Herausgeberin, Gründerin und langjährige Chefredakteurin Alice Schwarzer gilt als streitbare Vorreiterin für Frauenrechte.
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Gleichberechtigung?
Frauen auf Chefsesseln, als oberste Richterinnen oder Bundeskanzlerin – vor 30 Jahren kaum vorstellbar in Westdeutschland. Vieles, was wir als selbstverständlich erachten, war damals noch undenkbar. So war 1957 per Gesetz die Frau für den Haushalt und die Kinder verantwortlich, der Mann für das Geldverdienen. Das änderte sich erst mit der Zeit. 1977 wurde Gleichberechtigung auch darin gesehen, dass Frauen dieselben Möglichkeiten haben zu lernen, zu arbeiten und ihre Jobs auszusuchen, wie Männer – doch bis heute gibt es Arbeiten, für die Frauen weniger Geld verdienen als Männer auf derselben Position.
"Emma" – von Frauen für Frauen
Feministin, Autorin und Journalistin Alice Schwarzer erfüllte sich mit der Gründung von "Emma" in Köln einen Traum. Am 26. Januar 1977 erschien die erste Ausgabe dieser Zeitschrift, die bis heute einzigartig ist und von Anfang an Diskussionen hervorrief. Denn "Emma" spricht feministische Themen an, ist politisch und dennoch unterhaltsam. Noch heute ist die streitbare Alice Schwarzer zu Gast in vielen Talk Shows um für die Interessen der Frauen zu sprechen.
Keine Angst vor "heißen Eisen"
Immer wieder fasst die Redaktion heiße Eisen an und wird bei Bedarf selbst aktiv. So nahm die Zeitschrift als eine der ersten das Thema Missbrauch an Mädchen auf und gründete die ersten Therapie-Gruppen für Betroffene oder klagte gegen die Zeitschrift "Stern", um gegen Pornografie ins Feld zu ziehen – ein Thema, das immer wieder von "Emma" angegangen wird.
Immer ein bisschen mehr...
Immer wieder traf und trifft "Emma", die mittlerweile alle zwei Monate erscheint, mit seinen Schwerpunkten den Nerv der Zeit. Das macht nicht nur Freunde. So mussten die Redakteurinnen auch durchaus harte Auseinandersetzungen mit ihren Kritikern führen, wenn sie wegen "Männerfeindlichkeit" entweder nicht ernst genommen oder – noch schlimmer – lächerlich gemacht und verhöhnt wurden. Doch auch hier zeigte allen voran Alice Schwarzer den Männern, was es heißt, die eigene Position zu verteidigen und Stück für Stück eingefahrene Meinungen oder Rollenverhalten bewusst zu machen, aufzubrechen und zu verändern.
Ihrer Zeit voraus...
Manchmal war "Emma" ihrer Zeit auch voraus, wie sich natürlich erst nachträglich herausstellte. Beispiele? Um Müttern die Möglichkeit zu geben, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen, forderte die Zeitschrift schon seit den 80er Jahren Ganztagsbetreuung und Ganztagsschulen – jetzt im Jahr 2007 ein ganz aktuelles Thema. Schon 1984 machte "Emma" mit einer "ersten Hilfe für Essgestörte" auf Themen wie Magersucht und Bulimie aufmerksam – leider noch immer ein ständig wachsendes Problem.
Um frei die eigene Meinung vertreten zu können, finanziert sich die Zeitschrift nicht über Werbung und Anzeigen, sondern nur aus dem Verkauf der Zeitschriften, hauptsächlich über Abonnements.
Und heute?
Und wer glaubt, heute gäbe es keine entsprechenden Themen mehr, der sieht sich aber getäuscht. Die nächste Emma-Kampagne richtet sich gegen die Legalisierung der Prostitution. Denn: auch wenn gerade Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift viel für die Gleichberechtigung von Mann und Frau getan haben – noch immer ist Alice Schwarzer sicher, dass es noch viel in diesem Bereich zu verbessern gilt.
-ab-01.02.2007 Text / Foto: Cover der Jubiläumsausgabe von "Emma" www.emma.de