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Geschichte / artikel

Alice Schwarzer – Kämpferin der Frauenbewegung

Alice Schwarzer zählt zu den populärsten Feministinnen der deutschen Frauenbewegung. Populär wurde sie durch ihren Kampf gegen das Abtreibungsverbot und Pornografie. Die Journalistin, Verlegerin und Feministin gilt als Mitinitiatorin der deutschen Frauenbewegung und Vorkämpferin für die Gleichstellung von Mann und Frau.

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schwarzer_biografie.jpgKindheit auf dem Land
 
Alice Schwarzer wird am 3. Dezember 1942 als Tochter einer ledigen Mutter in Wuppertal geboren. Ein uneheliches Kind gilt damals noch als Schande und die Gesetze in der Zeit des Nationalsozialismus schrieben vor, dass die Vormundschaft an einen Mann abgegeben werden müsse. So übernimmt Alices Großvater die offiziellen Rechte und Pflichten für das Kind. Alice nennt ihn bald "Papa", die Großmutter "Mama" und die Mutter "Mutti".
 
Nach der Handelschule sucht sie erfolglos eine Lehrstelle als Schreinerin und beginnt schließlich eher lustlos eine kaufmännische Ausbildung. Mit 18 flüchtet sie aus der Familienenge, um in Büros in Düsseldorf und München Schreibarbeiten zu erledigen.
 
Der Weg zum Journalismus
 
Von 1963 bis 1966 lebt Alice Schwarzer in Paris, um Sprachen und Journalismus zu studieren. Vorerst verdient sie sich als Au-Pair und mit Gelegenheitsjobs das Geld für den Sprachunterricht. Nach ihrer Rückkehr in Deutschland, will sie ihre journalistische Ausbildung voranbringen.
 
Nach erfolglosen Bewerbungen an der Journalistenschule bekommt sie einen Job bei den "Düsseldorfer Nachrichten". Dort beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Themen wie der Lage lediger Mütter, den Arbeitsbedingungen von Prostituierten und der sozialen Stellung weiblicher Teilzeitkräfte.
 
1969 wechselt Alice Schwarzer zum politisch linksorientierten Satiremagazin "Pardon" in Frankfurt am Main.
 
Frauenpolitischer Aufbruch
 
Als Alice Schwarzer zum zweiten Mal nach Paris geht, herrscht dort – genau wie im Deutschland der späten 60er Jahre – eine rebellische Atmosphäre, die sie stark beeinflusst. Sie macht die Bekanntschaft des berühmten Jean-Paul Sartre und der Autorin und Philosophin Simone de Beauvoir. Interviews mit den beiden werden veröffentlicht.
 
Ab 1970 widmet sie sich der Frauenbewegung in Frankreich und später auch in Deutschland. Nur ein Jahr später erscheint der Stern-Artikel "Ich habe abgetrieben", der für großen Wirbel sorgt. Prominente Frauen geben zu, schon einmal abgetrieben zu haben, obwohl das damals noch strafbar war.
 
Die Medienfrau
 
1975 bringt Alice Schwarzer zum ersten Mal den "Frauenkalender" heraus, der seitdem jährlich erscheint. Gleichzeitig diskutiert sie im Fernsehen mit Esther Vilar über deren Buch "Der dressierte Mann". Durch diese Sendung wird die Feministin in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Auch ihr eigenes Buch "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" erscheint erfolgreich.
 
1976 versammelt Alice Schwarzer Journalistinnen, Grafikerinnen und andere Kreative um sich, um eine von Frauen für Frauen gemachte feministische und trotzdem populäre Zeitschrift zu gründen. Das Startkapital stammt aus dem Verkauf ihres ersten großen Bucherfolges "Der kleine Unterschied". Im Februar 1977 erscheint die erste Ausgabe der "Emma".
 
Frauenpolitische Sonderstellung
 
Innerhalb der Frauenbewegung nimmt die erfolgreiche Medienfrau im Verlauf der 80er Jahre eine Sonderstellung ein. Immer wieder wirft man ihr ihre Dominanz und die Vermarktung der Ideen der Frauenbewegung vor. In der Öffentlichkeit bleibt Alice Schwarzer jedoch weiterhin Symbol und Sprachrohr der Frauenbewegung. Sie gilt als Expertin, wann immer es um so genannte Frauenfragen geht. Heute ehren eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen die Feministin, Journalistin und Verlegerin.
 
28.11.02 / aktualisiert 2007 –sw- Buchcover: Fischer Verlag "Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen"“.

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