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Geschichte / artikel

Barmer theologische Erklärung

Am 29. Mai 1934 trafen sich in Barmen Vertreter der deutschen evangelischen Kirche. Bei dieser so genannten Synode wurde die „Barmer Theologische Erklärung“ verabschiedet. Noch heute fasst diese Erklärung wichtige Grundsätze des evangelischen Glaubens zusammen. Mit diesen Grundsätzen richteten sich die Vertreter der Bekennenden Kirche gegen die uneingeschränkten Machtansprüche des NS-Staates und Hitlers über die Kirche.

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„Glaubensbewegung Deutscher Christen“

Die "Deutschen Christen" wollten mit dem Christentum die NS-Ideologie rechtfertigen.
 
Unter diesem Namen trug eine Bewegung das NS-Gedankengut in die Kirchen hinein. Dabei wurde die Bibel so ausgelegt, dass alles mit der NS-Ideologie übereinstimmte. So sollten auch die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens verschwiegen werden. Stattdessen gab es nun einen „artgemäßen deutschen“ Glauben, der die Rasse, die Nation und das Volk der Deutschen verherrlichte. Es wurde „Rassenreinheit“ als Bedingung für die Mitgliedschaft in einer Kirche verlangt. Statt sich um Schwache zu kümmern, sollten die Starken und Gesunden gefördert werden. Hitler wurde wie ein Messias verehrt und den Christen wurde ein absoluter Gehorsam gegenüber dem Führer und seiner Partei abverlangt. Doch bald regte sich innerhalb der evangelischen Kirche starker Widerstand gegen diese Art der Glaubensauslegung.
 
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Martin Niemöller war einer der Mitbegründer der Bekennenden Kirche.

 Die Bekennende Kirche
 
Einer der bald merkte, wie die „Deutschen Christen“ die Gemeinden und Kirchen zu ihren Zwecken missbrauchen wollten, war Pfarrer Martin Niemöller. Er stellte sich gegen diese Gruppierung und gründete 1933 den Pfarrernotbund. Er unterstützte vom NS-Regime verfolgte Pfarrer, bekämpfte das arische Reinheitsideal. Er sah sich und die Gläubigen nur der Bibel und dem christlichen Bekenntnis verpflichtet. Deshalb nennt man die Teile der evangelischen Kirche, die sich gegen die Lehre der „Deutschen Christen“ und gegen das NS-Regime stellten auch „Bekennende Kirche“.
 
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In der Gemarker Kirche im Wuppertaler Stadtteil Barmen wurde die Synode abgehalten.

Die Bekenntnissynode in Barmen
 
Unter einer Synode versteht man das Zusammentreffen wichtiger Kirchenvertreter, die über wichtige kirchliche Grundsätze beraten und den weiteren Weg verabschieden. Am 29. Mai 1934 trafen sich solche Vertreter der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK), 139 Männer und Frauen, in Barmen - heute ein Stadtteil von Wuppertal. Dort wurden sechs Thesen, auch als evangelische Wahrheiten bezeichnet, verabschiedet, die sich gegen die Lehre der „Deutschen Christen“ wandten und verdeutlichen sollten, was den evangelischen Glauben wirklich ausmacht.
 
Die sechs Thesen
 
Jede beginnt mit einem biblischen Zitat. Dann folgt ein Bekenntnissatz und eine Ablehnung der falschen Ansichten der „Deutschen Christen“. In der ersten These wird ausdrücklich anerkannt, dass Gott nur durch Jesus Christus zu uns spricht. „Gottes Wort“ kann also keiner anderen Quelle entstammen. Nur Gottes Offenbarung gilt als christliche Lebensordnung und nicht andere Mächte (NS-Regime), Ereignisse oder Personen (Hitler).
 
Die zweite These erklärt, dass Christen nur einen Herren haben können und das ist Jesus Christus. Die Thesen drei, vier und sechs machen die Folgen dieser Grundsätze für die Kirche deutlich. Zum Beispiel darf sich die Kirche nicht in den Dienst einer politischen Macht oder eines Herrschers bestimmen lassen. In der 5. These wird betont, dass es keinen blinden Gehorsam von Christen gegenüber dem Staat geben kann. Die Kirche und ihre Vertreter müssen den Staat und die Machthaber immer wieder an ihre Verantwortung gegenüber allen Menschen erinnern.
 
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Einen solchen Ausweis hatten alle Mitglieder der Bekennenden Kirche; dieser ist von Martin Niemöller.

 
Mit diesen Thesen hatten evangelische Pfarrer und Christen eine Grundlage, auf die sie sich bei ihrer Arbeit berufen konnten. Das änderte allerdings nichts daran, dass gerade Pfarrer, die sich dem NS-Staat widersetzten in Konzentrationslager gebracht wurden, so auch Martin Niemüller oder Dietrich Bonhoeffer, der noch 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet wird.
 
Nach dem Krieg wurden diese Thesen von einigen Landeskirchen in ihre Grundordnung übernommen. Sie gelten noch heute als ein Maßstab für das Handeln evangelischer Christen.
 
Weitere Infos über die Bekennende Kirche, über Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer erhaltet ihr auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums Berlin.
 
-ab-26.05.04 Text / Bilder: Deutsche Christen: Bundesarchiv (cc); Briefmarke: Deutsche Bundespost (pd); Kirche: Wikipedia, Scribo (pd); Ausweis: Wikipedia, Berkan (GNU, cc)


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