Vor 70 Jahren, am 1. September 1939, überfiel Deutschland Polen. Mit diesem Angriff begann der Zweite Weltkrieg. Wie es soweit kam und mehr zum Zweiten Weltkrieg erfahrt ihr hier:
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Der in Paris 1919/20 unterzeichnete Versailler Vertrag beendete den Ersten Weltkrieg auch völkerrechtlich. In ihm wurde festgehalten, dass Deutschland die Alleinschuld am Krieg zu tragen hatten und welche Gebiete es abzutreten hatte, insgesamt 70 000 Quadratkilometer. So ging beispielsweise Elsass-Lothringen an Frankreich und Posen und Westpreußen an Polen. Zudem wurde Deutschland nahezu entwaffnet, das Militär wurde beschnitten und Wehrpflicht, Generalstab und Kriegsakademie abgeschafft.
Hinzu kamen sogenannte Reparationen, Zahlungen, Sach- und Dienstleistungen, die die besiegten Deutschen als Wiedergutmachung gegenüber den Verlusten der Siegermächte zu leisten hatten. Diese Kriegsfolgen führten zu einer verbitterten Stimmung im deutschen Volk. Zudem gab es eine weltweite Wirtschaftskrise. Viele verloren ihre Jobs und hatten wenig Geld. Adolf Hitler und seine „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ (NSDAP) nutzten diese Not der Menschen um Stimmung gegen die Weimarer Republik und das Ausland zu machen.
Hitler machte den Deutschen Hoffnung.
Hitler machte den Deutschen Hoffnung, er versprach Arbeit und Wohlstand. Am 30. Januar 1933 zahlten sich seine Bemühungen aus. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte ihn zum Reichskanzler. Durch das Ermächtigungsgesetz bekam er die gesamte Staatsgewalt.
Die Alleinherrschaft sicherte er sich durch die Zerschlagung der Gewerkschaften und dem Verbot der linken Parteien. Mit Ausnahme der NSDAP wurden im Juli alle Parteien verboten. Hitler wollte bewundert werden und forderte von den Deutschen absoluten Gehorsam. Er richtete Organisationen wie die „Hitlerjugend“ und den „Bund deutscher Mädel“ ein, die Kinder nach den Ideen des Nationalsozialismus erziehen sollten.
Zu Unrecht machte Hitler Juden und Andersdenkende für Deutschlands missliche Situation verantwortlich. Vor allem Juden litten darunter, sie durften keine Berufe ausüben und wurden in sogenannte Konzentrationslager gebracht, die die wenigsten lebend verließen. Mit dem Euthanasie-Erlass 1939 ermächtigte Hitler bestimmte Ärzte behinderte Menschen und unheilbar Kranke zu ermorden.
Beginn des Zweiten Weltkrieges
Hitler wollte durch einen Krieg ehemals deutsche Gebiete zurückerobern. Im Jahr 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion einen Nicht-Angriffs-Pakt, den Hitler-Stalin-Pakt. Darin teilten Hitler und der sowjetische Diktator Josef Stalin Polen und weitere Gebiete, wie die baltischen Staaten und Teile Rumäniens, untereinander auf. Als erstes unmittelbares Kriegsereignis des Zweiten Weltkrieges zählt der deutsche Angriff Polens am 1. September 1939.
Begründet wurde der Angriff mit einer Lüge, dem vorgetäuschten Überfall auf den Sender Gleiwitz. Angehörige der NSDAP Schutzstaffel verkleideten sich als polnische Wiederstandkämpfer, überfielen den Sender und verkündeten über das Radio in polnischer Sprache die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich. Diesen vorgetäuschten Überfall nutzte Hitler als Vorwand, um Polen ohne Kriegserklärung anzugreifen. Innerhalb kürzester Zeit besiegten die Deutschen Polen.
Weiterer Verlauf des Zweiten Weltkrieges
Was mit der Eroberung ehemals deutscher Gebiete begann, weitete sich schnell aus. Im weiteren Kriegsverlauf kämpften auf der einen Seite Deutschland unter Adolf Hitler, Italien unter Benito Mussolini und Japan unter Kaiser Hirohito. Auf der anderen Seite verbündeten sich ihre Gegner, die Alliierten. Alliierte sind Verbündete die gegen gemeinsame Gegner kämpfen. Im Fall des Zweiten Weltkrieges gehörten Großbritannien, China, die USA, Russland, Frankreich und weitere europäische Länder zu den Alliierten, deren gemeinsame Gegner Deutschland, Italien und Japan waren.
Erst im Jahr 2000 gelang es zu beweisen, dass Roosevelt und ein enger Kreis um ihn den Anschlag auf Pearl Harbor provoziert hatten.
Zum Kriegseintritt der USA: „Pearl Harbor“ war ein US-Marinehafen auf Hawaii. Die japanische Luftwaffe griff die dort ankernde amerikanische Kriegsmarine im Dezember 1941 an. Der Angriff forderte Tausende Tote und vernichtete einen Großteil der amerikanischen Pazifikflotte. Dennoch verfehlte er das eigentliche Ziel, die amerikanische Pazifikflotte für den Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen. Das Gegenteil trat ein: nun standen die Amerikaner hinter dem Präsidenten Roosevelt, der einen US- Kriegseintritt vorantrieb, den er nun durchsetzen konnte.
Angeblich erfolge dieser Anschlag ohne Vorwarnung, doch Robert B. Stinnett, ehemaliger Kriegsveteran im Pazifik, veröffentlichte im Jahr 2000 die Wahrheit über Pearl Harbor. In seinem Buch "Pearl Harbor: Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte und 2476 ihrer Bürger sterben ließ." beweist er, dass ein enger Kreis um Roosevelt nicht nur vorgewarnt war, sondern den Angriff gezielt provoziert hatte. Schon lange gab es Verschwörungstheorien über Pearl Harbor, doch es fehlten die Beweise. Stinnett durchforstete das für die wissenschaftliche Auswertung zögerlich freigegebene Quellenmaterial aus den Beständen in den National Archives der USA und löste mit seinen Recherchen das Rätsel über Pearl Harbor.
Der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg
Hitler brach im Jahr 1941 den Nicht-Angriffs-Pakt, den er 1939 mit Stalin (Bild) abgeschlossen hatte.
Mit dem Überraschungsangriff gegen die Sowjetunion 1941, dem Fall Barbarossa, brach Hitler den Nicht-Angriffs-Pakt. Anfangs gewannen die Deutschen große Flächen. Doch Stalin rief zum „vaterländischen Krieg“ gegen Deutschland auf und übernahm selbst den Oberbefehl über das sowjetische Militär, die Rote Armee. Erste Rückschläge steckte Deutschland im Winter ein. Im August 1942 gelang es der deutschen 6. Armee noch einmal Teile Stalingrads zu erobern.
Doch im November kesselten die Sowjets die gesamte 6. Armee, Teile der 4. Panzerarmee und Überreste der rumänischen 3. und 4. Armee ein. 100 deutschen Panzern standen rund 1000 russische Kettenfahrzeuge gegenüber. Die Lage wirkte aussichtslos. Der von Hitler zum Generalfeldmarschall ernannte Friedrich Paulus kämpfe mit der 6. Armee nicht bis zum "Heldentod", wie geplant, sondern kapitulierte am 31. Januar. Zwei Tage später folgten ihm die Truppen im übrigen Teil des Kessels. Mit der Schlacht von Stalingrad endete das Vordringen der deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion.
In der Nacht zum 25. Juli 1943 flogen britische Bomberverbände den ersten einer Serie von sieben Luftangriffen. Die Operation Gomorrha, der Bombenangriff auf Hamburg, hatte 34.000 Tote und 125.000 Verletzte zur Folge. Ein weiterer Luftangriff, die von Engländern und Amerikanern geplante Aktion Donnerschlag, zerstörte insgesamt 20 Quadratkilometer von Dresden sowie die Frauenkirche, die von 1994 bis 2005 wieder aufgebaut wurde. Ziel der Angriffe war es die Deutschen zu demoralisieren. Ihnen sollte der Mut zum Weiterkämpfen genommen werden, indem bisher vom Krieg weitgehend verschonte Städte bombardiert wurden. So sollte Hitler die Unterstützung des Volkes entzogen werden.
Rückzug der Deutschen Wehrmacht und Ende des Zweiten Weltkrieges
Nach der Schlacht von Stalingrad und den Verlusten durch die Luftangriffe der Briten und Amerikaner, befand sich Deutschland weitgehend auf dem Rückzug. Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, landeten die Bodentruppen der Alliierten in Frankreich und erreichten unaufhaltsam Deutschland. Am 20. April 1945 nahmen amerikanische Truppen Nürnberg ein und die Rote Armee Stalins erreichte Berlin.
Damit war der Zweite Weltkrieg für Deutschland faktisch verloren. Kurz darauf beging Hitler Selbstmord. Davon sollte das deutsche Volk nichts erfahren. Das Radio verkündete, Hitler sei gefallen und habe bis zuletzt an der Spitze seiner Truppen gekämpft. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht und der Zweite Weltkrieg in Europa endete. Die "Stunde Null der deutschen Geschichte" schlug, die das Ende des Deutschen Reiches markiert.
Der Zweite Weltkrieg forderte auf allen Seiten circa 55 bis 60 Millionen Menschenleben. Allein in deutschen Konzentrationslagern starben rund 6 Millionen Juden und 500.000 Roma und Sinti. Am 20. November 1945 begannen die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher des Hitlerreiches. Die Geschichten der mutigen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, wie die von Hans Scholl oder Dietrich Bonhoeffer könnt ihr in den weiterführenden Artikeln nachlesen.
Text: Christine Spindler, 31.08.2009, Bilder: Adolf Hitler, Deutsches Bundesarchiv/cc; Pearl Harbor, U.S. Navy/pd; Joseph Stalin, United States Library of Congress/pd