Frag nach!

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Luka, 6 Jahre, fragt:

Braucht mein Hund bei Eis und Schnee Winterstiefel?

Die Antwort:

Schnee und Eis sorgen dafür, dass auf den Straßen Split und Salz gestreut werden müssen. Das kann für Hunde beim Spaziergang ganz schön unangenehm und sogar schmerzhaft werden. Muss mein Hund jetzt auch Winterstiefel anziehen? Das fragt Luka, 6 Jahre. Tierärztin Dr. Ruth Wissler gibt Auskunft.

Hund mit Pfotenschutz im Winter
Winterstiefel für Hunde sehen niedlich aus, aber wirklich bequem sind sie wohl für kaum einen Hund. Quelle © Joyce Marreo, shutterstock
 

Leider besitzen nicht alle Hunde die natürliche Winterausrüstung und Schneetauglichkeit der Huskies und Schlittenhunde. Aber Pfotenwärmer oder auch Gummistiefel für Hunde sind auch keine perfekte Lösung.
In Pfotenwärmern fühlen sich die meisten Hunde sehr unwohl, weil ihnen auf vereisten Flächen ihre Krallen nicht mehr einsetzen können. Sie werden deshalb versuchen, sie so rasch wie möglich abzustreifen. Winter- oder Gummistiefel wären zwar als Schutz gegen Streusalz und Eis eine gute Lösung, die meisten Hundebesitzer kämen sich mit einem derartig ausgerüsteten Begleiter aber wohl doch etwas albern vor.

Wie können entzündete Hundepfoten vermieden werden?


Natürlich könntest du versuchen, versalzene Wege grundsätzlich zu meiden. Da dies aber nicht immer möglich ist, hilft deinem Hund die entsprechende Pfotenpflege über den Winter.
Erst einmal gilt es die Pfoten deines Hundes winterfest zu machen. Da sich beim Herumtollen im Schnee möglicherweise Eisklumpen, die die Ballen- und Zehenhaut aufreiben, zwischen den Zehen festsetzen, ist es am besten die Pfoten regelmäßig zu trimmen, also die Haare mit einer abgerundeten Schere vorsichtig auszuschneiden. Denn kurze Haare zwischen den Zehen verhindern die Eisklumpenbildung.

Ein guter Tipp: Haare trimmen

Nach einem Spaziergang auf salzigen Wegen, sollte man die Pfoten des Hundes gründlich reinigen. Bringe eventuell vorhandenes Eis zum Schmelzen, sei es mit einem warmen Pfotenbad oder bei nicht geräuschempfindlichen Tieren mit einem lauen Föhnwind. Dabei sind besonders die sensiblen Stellen zwischen den Zehen zu beachten, da hier durch grobe Salzkörner - oder auch Streusand - Scheuerstellen entstehen können. Behandle Verletzungen mit einem warmen Wundbad aus Kamille und Eichenrinde und creme die Ballen mit Wund- und Heilsalbe (Kamille, Ringelblume oder Propolis) ein.

Viele Hunde übernehmen die Pfotenpflege auch selbst, das heißt sie lecken ihre Pfoten gründlich sauber. Doch Vorsicht: auf das Ablecken größerer Salzmengen reagieren magenempfindliche Tiere mit Verdauungsstörungen oder Erbrechen.

So macht deinem Hund ein Spaziergang in Eis und Schnee Spaß!


Für den Spaziergang in Eis und Schnee schaffen ein Pfotenschutzspray oder ein Pfotenbalsam eine - leider nicht abriebfeste - Abhilfe. Diese wirken als Schutzfilm gegen Reizungen durch Salz, Streusand, Eis und Schmutz. Mit einem solchen Pfotenschutz lässt sich auch der empfindliche Zwischenzehenbereich vorbeugend behandeln. Da sich der elastische Schutzfilm beim Laufen abnutzt, muss er in der schnee- und streusalzreichen Zeit täglich erneuert werden.

Noch mehr zum Thema erfährst du in unserem Band 11 WAS IST WAS Hunde. Helden auf vier Pfoten