Die große Wissenswelt
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Wie leben Indianer heute?

Leander, 8 Jahre, fragt:

Auch heute noch gibt es in Nordamerika Indianer. Die meisten leben verstreut entweder in Reservationen ihres Stammes oder auch in Großstädten. Insgesamt sind es fast zwei Millionen. Wie leben sie? Das möchte Leander, 8 Jahre, wissen.

Indianerkopfschmuck
Ihren prachtvollen Federschmuck haben die Indianer an den Nagel gehängt. Nur Indianer, die in Reservaten als Touristenattraktion auftreten, tragen ihn noch. Quelle © seagames50images, Shutterstock
 

Alaska: Heimat der Indianer

Den größten Anteil unter den Indianern haben die Cherokee mit mehr als 330.000 Angehörigen. In Kanada sind knapp 500.000 Indianer "registriert". In den USA wohnen viele Indianer in den Bundesstaaten Oklahoma, Kalifornien und Arizona. Den höchsten Anteil an der Bevölkerung eines Staates stellen die Indianer in Alaska: ein Fünftel aller Einwohner dieses Staates sind indianischer Herkunft.

Arbeitslosigkeit und Alkohol

Das Leben der heutigen Indianer ist oft nicht einfach. Sehr viele von ihnen sind arbeitslos, da sie nur über unzureichende Schulbildung verfügen. Alkohol und Drogen sind ein großes Problem. Erst seit einigen Jahren setzen sich Indianer vermehrt für ihre Rechte ein und fordern die Rückgabe ihrer alten Territorien oder heiliger Stätten, die oft von Weißen bewohnt werden.

Auch in das Leben der Indianer ist die moderne Technik vorgedrungen: Wenn sie es sich leisten können, besitzen sie Autos, feste Häuser, Fernsehen und kaufen im Supermarkt an der Ecke ein.

Neue Einnahmequellen: Spielkasinos

Einige Indianerstämme haben neue Einnahmequellen erschlossen: Seit einiger Zeit gestattet der amerikanische Staat die Errichtung von Spielkasinos auf Indianergebiet. Dazu werden dann auch Tankstellen und Hotels benötigt - das schafft Arbeitsplätze. Mittlerweile gibt es in rund 160 Reservationen solche Kasinos und Bingo-Spielhallen. Damit haben einige Stämme viel Geld erwirtschaftet, das sie wiederum für neue Arbeitsplätze investieren. Da besonders Weiße ihr Geld in den Kasinos lassen, ist natürlich die Lage der Reservation von Bedeutung.

Gebiete, die zu weit von großen Städten entfernt liegen, haben dabei also keine Chance. So geht es auch den Mescalero-Apachen, die sich deshalb auf eine andere Geldquelle eingelassen haben: auf ihrem Gebiet wird seit 40 Jahren Atommüll gelagert. Dafür erhält der Stamm Geld vom Staat und es gibt 300 Arbeitsplätze.

Schwindelfreie Irokesen

Eine besondere Fähigkeit zeichnet die Irokesen aus: sie sind schwindelfrei. Deshalb sind sie gesuchte Arbeiter bei der Konstruktion von Brücken und Hochhäusern.