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Papst Gregor XIII - der Vater unseres Kalenders

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Papst Gregor XIII - der Vater unseres Kalenders

Laut Kirchenlexikon wurde Papst Gregor XIII am 7. Januar 1502 geboren. Andere Quellen (Brockhaus) sprechen vom 01. Januar 1502. Ihm haben wir unseren Kalender zu verdanken. Astronomisch gesehen ist ein Jahr 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten lang. So lange braucht die Erde, um einmal um die Sonne zu kreisen. Natürlich konnte man nicht am 31. Dezember um 5.49 Uhr ein neues Jahr beginnen lassen, sondern musste andere Möglichkeiten finden, um diese Ungenauigkeit auszugleichen.

Bild: Papst Gregor XIII.

Der römische Herrscher Julius Cäsar erfand daher die Schaltjahre. Jedes vierte Jahr war seither einen Tag länger. Dadurch waren die Jahre aber durchschnittlich um ein paar Stunden zu lang. Innerhalb eines Menschenlebens macht das nicht viel aus.

Im Laufe der Jahrhunderte verschob sich so jedoch der Frühlingsanfang, der eigentlich am 21. März ist immer mehr in Richtung Februar. Hätte es keine Korrektur des Kalenders gegeben, würden wir irgendwann Weihnachten im Hochsommer feiern!

Papst Gregor XIII beauftragte daher 1576 einige Astronomen, die einen Entwurf für eine Kalenderreform erarbeiten sollten. Nachdem die Untersuchung abgeschlossen war, ließ Gregor XIII im Jahr 1582 folgendes bekannt machen:

Um die Jahreszeiten wieder mit dem Kalender in Einklang zu bringen werden in diesem Jahr 10 Tage ausgelassen: Auf den 4. Oktober folgt direkt der 15. Oktober.

In Zukunft wird die Regelung der Schaltjahre abgeändert: alle Jahre, deren Jahreszahl durch einhundert teilbar ist, sollen nur noch 365 Tage haben, obwohl sie eigentlich Schaltjahre sein müssten. Die Jahre, deren Jahreszahlen sich allerdings durch 400 teilen lassen, wie z. B. das Jahr 2000 und 2400 sind dagegen weiterhin Schaltjahre. Innerhalb von 400 Jahren fallen somit 3 Tage aus. Ein Jahr hat nun durchschnittlich 365,2425 Tage und nicht mehr wie vorher nach Caesars Kalender 365,2500 Tage.

Der neue Kalender, den man nach Papst Gregor XIII auch Gregorianischen Kalender nannte, kam dem Sonnenjahr von 365,2422 Tage wesentlich näher als der frühere Kalender. Erst in 3300 Jahren weicht er um einen Tag vom Sonnenjahr ab.

Nicht überall setzte sich Gregors Kalenderreform durch. Zunächst übernahmen nur einige katholischen Länder den Kalender ihres Papstes: Spanien, Portugal, Italien, Frankreich und Holland. In Deutschland gab es ein großes Durcheinander, als die katholischen Fürstentümer nach und nach den neuen Kalender einführten, während sich die evangelischen Regionen dagegen weigerten. Erst im Jahr 1700 glichen auch die Lutheraner ihre Zeitrechnung an.

Doch damit war Deutschland sogar noch vergleichsweise früh dran. In Russland wurde der Gregorianische Kalender erst 1918 eingeführt. Nun war die Differenz zwischen den beiden Kalendersystemen bereits auf 13 Tage angestiegen. So kam es, dass sich der Jahrestag der Oktoberrevolution, die im Jahr 1917 stattgefunden hatte, vom 25.10 auf den 7.11. verschob. Nun stimmte der Name Oktoberrevolution eigentlich gar nicht mehr.

In Griechenland wurde die Kalenderreform 1923, in der Türkei erst 1927 durchgeführt.

LM - 07.01.02

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