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Joseph Haydn - Komponist von Weltrang

Berühmte Personen

Joseph Haydn - Komponist von Weltrang

Am 31. Mai 1809 ist Joseph Haydn in Wien gestorben. Er gehörte schon zu Lebzeiten zu den berühmtesten Komponisten der Welt. Aber wie ist er so berühmt geworden? Hier erfahrt ihr es...

Wenn ihr Haydns Musik hören wollt, müsst ihr nicht extra ins Konzert gehen. Man kann sie bereits am Anfang jedes Fußball-Länderspiels hören wenn Ballack und Podolski versuchen, die deutsche Nationalhymne zu singen. Die Nationalhymne, die hat nämlich Haydn komponiert. Aber da war er schon 68 Jahre alt und berühmt. Angefangen hat er ganz klein.

Haydns Geburtshaus in Rohrau

Der junge Haydn durch Zufall entdeckte man sein Talent

Die Entwicklung Joseph Haydns zum Komponisten verlief ungewöhnlich. Anders als etwa Mozart, der einen der besten Musiklehrer seiner Zeit zum Vater hatte, wuchs Haydn in einer armen und unmusikalischen Familie auf. Niemand in seiner Familie spielte ein Instrument oder konnte gar Noten lesen.

Seine musikalische Ausbildung erhielt er erst mit acht Jahren: Georg von Reutter, der musikalische Direktor des Stephansdoms in Wien, war gerade auf der Suche nach jungen Sängern. In einem der entlegensten Gebiete Österreichs entdeckte er schließlich Haydn, brachte ihn nach Wien und bildete ihn zum Chorsänger, Klavier- und Violinspieler aus.

Der Stephansdom in Wien

Der mühsame Weg nach oben

Mit Beginn der Pubertät setzte bei Haydn wie bei jedem Jungen   der so genannte Stimmbruch ein. Die Stimme klingt danach doppelt so tief als vorher. Von nun an konnte Haydn nicht mehr im Chor singen. Er war gezwungen, auf der Straße zu leben und auf Parkbänken zu übernachten. Doch wozu hat man Freunde? Die nahmen ihn bald auf und er begann, als freier Musiker und Kammerdiener zu arbeiten. Im Laufe der nächsten zehn Jahre entwickelte er sein Talent weiter und wurde schließlich erster Kapellmeister der Familie Esterházy.

Fleißig wie kein zweiter

Als Kapellmeister schuf Haydn eine riesige Zahl von Werken: am Lebensende hatte er doppelt so viele Sinfonien geschrieben wie Mozart und Beethoven zusammen. Und das waren nicht etwa irgendwelche flugs hingekritzelten Musikstückchen. Haydns Sinfonien gelten heute noch als Meisterwerke, so zum Beispiel die Abschiedssinfonie oder die Sinfonie mit dem Paukenschlag. 

Schloss Esterházy in Eisenstadt

Ein Haydn-Spaß

Haydn wurde von seinen Zeitgenossen als ein humorvoller Mensch beschrieben. Ein gutes Beispiel für seinen Humor lieferte er mit seiner so genannten Abschiedssinfonie. Die Geschichte ist folgende: Fürst Esterházy, in dessen Dienst Haydn stand, gewährte seinen Orchestermusikern keinen Urlaub. Um den Protest seiner Kollegen ausdrücken, komponierte Haydn die Abschiedssinfonie, bei der im letzten Satz alle Musiker nacheinander den Orchestersaal verließen und dabei das Kerzenlicht an ihrem Notenständer ausbliesen. Am Ende spielt nur noch ein Geiger in fast völliger Dunkelheit. Mit dem letzten, zarten Ton bläst auch er sein Kerzenlicht aus. Der Fürst hatte verstanden. Die Musiker erhielten ihren Urlaub.

Haydn heute

Seit Haydns Tod im Jahr 1809 ist sein Einfluss auf nachfolgende Komponisten groß geblieben. Neben Mozart und Beethoven, dessen Lehrer Haydn war, reicht sein Einfluss bis in die Moderne. An seinen Werken erfreuen sich auch heute noch Konzertbesucher und Fußballfans.

Text: Ronny Waburek // Fotos: Portrait Haydns: PD; Geburtshaus Haydns: PD; Esterházys: PD; Stephansdom: GFDL

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