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Jackson Pollock: Spontane Malerei durch "Actionpainting"

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Jackson Pollock: Spontane Malerei durch "Actionpainting"

Die moderne Malerei der USA ist vor allem mit einem Namen verbunden: Jackson Pollock. Der experimentierfreudige Amerikaner kehrte vor allem ab Mitte der 40er Jahre der traditionellen Kunst den Rücken und machte mit gewagten Techniken wie Actionpainting oder Dripping Furore. Damit beeinflusste er auch nachhaltig die europäische Kunstszene.

Naturtalent

Jackson Pollock wurde am 28. Januar 1912 im US-Bundesstaat Wyoming geboren. Schon früh zeigte sich seine Begabung. Bereits als Dreizehnjähriger besuchte er die künstlerisch ausgerichtete Manual Arts High School in Los Angeles. Während seines Kunststudiums in New York zwischen 1930 und 1933 saugte der Künstler verschiedenste Einflüsse in sich auf, die er vor allem in seiner Schaffensphase zwischen 1934 und 1941 zum Ausdruck brachte.



Experimentierfreudig

Er experimentierte mit mehreren Stilrichtungen gleichzeitig und integrierte u.a. Elemente der mexikanischen Dekorationsmalerei und der indianischen Kunst in seine Bilder. Daneben dominierten mythische Figuren und Tiere seine Gemälde. Die Bilder aus dieser Zeit waren im November 1943 zum ersten Mal in einer Einzelausstellung zu bewundern. Als Forum diente die Galerie Arts of this Century von Peggy Guggenheim, einer wohlhabenden Amerikanerin, die damals vielversprechende Kunsttalente aus Europa und den Staaten finanziell unterstützte.

"Moma" kauft erstes Bild

Schon zu Lebzeiten verkaufte Pollock sein erstes Bild an ein Museum. Das berühmte New Yorker Museum of Modern Arts ("Moma") erwarb im Mai 1944 das Gemälde The She-Wolf. Dieser Zeitpunkt markierte auch einen wichtigen Wendepunkt in der künstlerischen Entwicklung des Amerikaners. Im Winter 1946/47 kehrte Pollock den Techniken und Auffassungen der traditionellen Malerei endgültig radikal den Rücken und begann zu experimentieren.

"Actionpainting"

Der Künstler tröpfelte und goss sehr flüssige Email-, Aluminium- und Ölfarbe direkt auf eine horizontale Malfläche, die er auf den Fußboden seines Ateliers geheftet hatte. Dabei nennt man das Tröpfel der Farbe in der Fachsprache auch Dripping, das Gießen Pouring. Diese Art zu Malen wird auch als Actionpainting bezeichnet. Bei dieser Technik steht der Malprozess im Vordergrund, bei dem die Farbe spontan auf den Malgrund gebracht wird. Jegliche bewusste Einflussnahme des Künstlers soll ausgeschlossen werden.



1950: Das kreativste Jahr

Pollock war gerade in den folgenden Jahren unglaublich kreativ. Den Höhepunkt stellte 1950 dar, als insgesamt 50 Gemälden entstanden. In dieses Jahr fallen auch die drei Bilder, die heute als herausragende Meisterwerke des Amerikaners angesehen werden: Nummer 32, Eins: Nummer 31 und Herbstrhythmus. Es war typisch für Pollock, seine Bilder zu nummerieren. Sie tragen deshalb manchmal nur eine Nummer und keinen ausgesprochenen Titel.

Farblos

Ab 1951 setzte eine weitere Schaffensperiode ein. Pollock begann, Farben völlig zu meiden und benutzte ausschließlich Schwarz für seine Gemälde. Möglicherweise deutet die leblose Farbe schon den Niedergang von Pollocks Kreativität an, die ab 1952 ständig abnahm. Er produzierte nur noch zwei bekannte Bilder und hörte im Herbst 1954 ganz mit dem Malen auf. Die kunstfreie Phase in Pollocks Leben sollte nur noch kurze Zeit dauern. Am 11. August 1956 kam der Künstler bei einem Autounfall ums Leben - kurz nachdem er noch die 28. Biennale in Venedig besucht hatte.

Bilder im Netz

Möchtet ihr euch Bilder von Jackson Pollock im Internet anschauen? Dann geht doch mal auf diese Seite. Hier findet ihr sämtliche Gemälde des Künstlers, geordnet in der Reihenfolge ihres Enstehens.

Nic - akt. 28.1.2007 / Abbildungen: "Pollock", von Jackson Pollock und Leonhard Emmerling, Taschen Verlag; Pollock - A biography, von Deborah Salomon, Cooper Square Press

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt